Gemeinderat Swisttal musste Maßnahmen streichen
Schule und Dorfsaal in Odendorf werden 4,7 Millionen Euro teurer als geplant
Deshalb mussten fünf Maßnahmen aus dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept im Wert von 470.000 Euro als Kompensation der Mehrkosten gestrichen werden
Swisttal. Deutlich teurer als geplant wird das Neubauprojekt aus Schule und Dorfsaal in Odendorf, das erfuhr jetzt der Swisttaler Gemeinderat. Waren die Planer April 2021 noch von Gesamtkosten in Höhe von 14,4 Millionen ausgegangen, so stiegen die Preise bereits bis zum Juni diesen Jahres im Zuge der allgemeinen Preissteigerung im Bausektor auf stolze 19,1 Millionen Euro. 15,3 Millionen Euro davon entfallen auf die neue Grundschule, die restlichen 3,8 Millionen Euro sind für den Dorfsaal veranschlagt.
Ob das Ende der Fahnenstange sei, bleibe abzuwarten, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU), denn bis zum Zeitpunkt der Ausschreibung und der Submission könne sich noch einiges ändern.
Bezirksregierung wollte Kompensation
Doch da der in das Projekt integrierte und multifunktional nutzbare Dorfsaal im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“ der Städtebauförderung vom Land gefördert werden soll und die entsprechenden Anträge bereits gestellt worden, musste der Rat schon jetzt gegenüber der Bezirksregierung darlegen, wie die Mehrkosten allein für den Dorfsaal in Höhe von 870.000 Euro an anderer Stelle das Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) eingespart werden sollen. Dafür hatte es vor wenigen Tagen ein Abstimmungsgespräch mit der Bezirksregierung Köln gegeben, wobei auch akzeptiert worden sei, dass man die Mehrkosten nicht komplett kompensieren könne, so Kalkbrenner.
Das Ergebnis des Abstimmungsgespräches wurde jetzt vom Rat einstimmig bestätigt. Demnach sollen fünf Maßnahmen im Gesamtwert von 470.000 Euro gestrichen werden. Allerdings in der Hoffnung, diese gegebenenfalls über ein „ISEK 2.0“ zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht doch noch umsetzen zu können.
Kein Beleuchtungskonzept nötig
Dabei handelt es sich um die ursprünglich geplante Entwicklung eines Beleuchtungskonzeptes für wichtige Plätze sowie dessen Umsetzung, was insgesamt 236.560 Euro verschlungen hätte. Vor dem Hintergrund von Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie steigenden Energiekosten sei die Herausnahme der Maßnahme ohnehin zu rechtfertigen, so Kalkbrenner. Auch Konzeption und Umsetzung eines Leit- und Informationssystems zu den Großprojekten des ISEK für insgesamt 222.733 Euro wurde gestrichen. Weil beispielsweise der Wettbewerb zur Umgestaltung des Zehnthofplatzes in Odendorf ohnehin erst später als geplant durchgeführt werde, mache das Aufstellen eines Leit- und Informationssystems auch erst danach Sinn. Die Fertigstellung der Plätze werde aller Voraussicht nach sowieso nicht vor 2027 erfolgen, deshalb könne auch die Umsetzung des Leit- und Informationssystems durchaus erst danach erfolgen. Schließlich wurde auch noch die geplante Gestaltung und Begrünung des Kreisverkehrs an der Flamersheimer/Essiger/Odinstraße/Bendenweg in Odendorf für 10.000 Euro gestrichen. Da der Bau des Kreisels nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde liege, könne dieses Projekt auch anderweitig umgesetzt werden, beispielsweise durch private Sponsoren. JOST
