Politik | 19.02.2016, 10:30 Uhr

Zur Schulsituation in Wachtberg

Schulstandort sichern und weiterentwickeln

Wachtberg. Die Zukunft der Profilierten Hauptschule in Wachtberg war ein Tagesordnungspunkt im Ausschuss für Bildung und Jugend Ende Januar. Ausführlich berichtete dabei die Schulleiterin einer Sekundarschule über diese Schulform. Schulamtsdirektor Frank Rosbund gab einen Überblick über die Situation der Hauptschulen im Rhein-Sieg-Kreis. Dabei wurde nochmals erläutert, dass „Sekundarschule“ zunächst einmal der Name für verschiedene Schultypen der Sekundarbildung in verschiedenen Bildungssystemen als weiterführende Schule nach der Primarstufe ist. Deshalb ist es schlichtweg Unsinn, wenn die Wachtberger Grünen es eine Lüge nennen, dass die Hauptschule in Berkum sich als solche seit 2010 bezeichnet. Erst mit dem Schulgesetz von 2011 wurde in NRW die Sekundarschule als eigene Schulform geschaffen, auf die die Grünen in ihrer Pressemitteilung hinweisen. Seit Herr Heimbach die Profilierte Hauptschule in Berkum leitet, hat er bei jeder Gelegenheit auf diesen Umstand hingewiesen, der Internetauftritt der Schule wurde mit dem Untertitel „Regionale Schule vor Ort – Profilierte Gemeinschaftshauptschule“ versehen. Auch die Begründung, dass sich die Wachtberger weiterführende Schule „Profilierte Hauptschule“ nennen darf, „weil sie sehr gut“ ist, ist schlichtweg falsch. Diese Bezeichnung rührt her von dem Profil, das sich von herkömmlichen Hauptschulen abhebt: hier wird in den Klassen 5 bis 9 in Basis- und Erweiterungsklassen in den Haupt- und vielen Nebenfächern äußerlich differenziert und in den Erweiterungsklassen angelehnt an den Lehrplan für Realschulen unterrichtet. In diesen herrscht ein deutlich höheres Leistungsniveau und ist somit besonders für Kinder mit Realschulempfehlung geeignet. Die Vorstellungen, die einzige Wachtberger weiterführende Schule in eine Gesamtschule oder eine Sekundarschule umzuwandeln, um den Schulstandort Wachtberg für alle Wachtberger Schüler auszubauen und zu erhalten, erscheint auf den ersten Blick als gute Möglichkeit, ist aber nach den Ausführungen der beiden Fachleute mit hohen Hürden versehen. So bleibt der Wunsch nach einer Gesamtschule in und für Wachtberg für die SPD ein erstrebenswertes Ziel. Aber die Augen vor den wesentlichen Argumenten, die gegen die Einrichtung einer Gesamtschule bzw. Sekundarschule sprechen, verschließen wir dabei nicht. Es sind dies vor allem die geforderten Anmeldezahlen. 100 Anmeldungen für eine Gesamtschule (bzw. 75 für eine Sekundarschule) von Wachtberger Kindern müssen eingehen, damit die für eine Gründung vorausgesetzte Vier- bzw. Dreizügigkeit der Schule gewährleistet ist. Diese Zahl zu erreichen ist unwahrscheinlich, da zurzeit schon ein Drittel der Schüler der Wachtberger Hauptschule aus Bad Godesberg oder Rheinland Pfalz kommt. Zudem kann die bestehende Schule nicht einfach in eine Sekundarschule umgewandelt werden. Man müsste hier die bestehende Schule schließen und eine neue Schule gründen. Und sollten dann die Anmeldezahlen nicht ausreichen, wäre Wachtberg komplett ohne weiterführende Schule. Das will die SPD ganz sicher nicht riskieren. Die Mehrheit des Ausschusses folgte daher dem Vorschlag der SPD, sich zunächst einmal aussagekräftige Schülerzahlen vorlegen zu lassen und die Kosten für die Anfertigung eines Schulentwicklungsplans zu ermitteln und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Selbstverständlich sind wir alle aufgerufen, die Schule bei einer Weiterentwicklung des Angebots zu unterstützen und ihren Bestand zu sichern. An erster Stelle steht hier für die SPD die Entwicklung eines Ganztagsangebots. Dies sollte zusammen mit dem Kollegium besprochen und entwickelt werden. Vor diesem Hintergrund erscheint es der SPD umso verantwortungsloser, wenn die Grünen gerade im Zeitraum der Schulanmeldungen falsche Aussagen verbreiten und damit Unruhe unter den Eltern schüren, deren Kinder die Schule schon besuchen oder die ihre Kinder für das kommende Schuljahr dort anmelden wollen. Es geht in diesem Fall nicht um „Kopf in den Sand stecken“, „Etikettenschwindel“ und „Lügen“, sondern um ein ehrliches Bemühen, die Zukunft des Schulstandortes Wachtberg zu sichern, bei dem alle Fraktionen einen klaren Kopf bewahren und im Sinne der Wachtberger Schulkinder an einem Strang ziehen sollten.

Pressemitteilung

SPD-Ratsfraktion

Gemeinde Wachtberg

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