SPD-Fraktion Rheinbreitbach
Schutz vor Starkregen und anderen Katastrophen
Rheinbreitbach. „Wie können wir unseren Ort Rheinbreitbach vor Starkregen und anderen Katastrophen künftig schützen?“ Diese Frage stellt sich aktuell der SPD-Ortsverein.
Der aktuelle Starkregen in der unmittelbaren Nähe hat den Menschen katastrophale Schäden an Leib, Leben und Sachwerten zugefügt. Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre kosten, das Leid bleibt unvergessen.
Diese Katastrophe führt allen vor Augen, welch hohen Stellenwert Katastrophenvorsorge haben muss. Aufgrund der Klimaentwicklung wird Starkregen für alle auf der Tagesordnung stehen, wie man auch bereits in Rheinbreitbach erfahren musste. Oft ist dabei nur eine begrenzte Region betroffen, aber „es kann uns alle treffen“, davon ist Johannes Mühlbauer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Rheinbreitbach überzeugt. „Das Wort „Jahrhunderthochwasser“ wird damit der Vergangenheit angehören.“
„Was kann in unserem Ort konkret getan werden?“
Maßnahmen ergreifen – das heißt es nicht nur für die Landesregierung. Jede Kommune und jeder Einzelne ist gefordert. Nachhaltige Lösungen, die Beteiligung aller und die Heranziehung von Vorschlägen, die noch vor Jahren undenkbar waren, sind nun gefragt. Man wird nicht jeden Schaden verhindern können, aber die Auswirkungen von Katastrophen können reduziert werden. „Einen ersten Warnschuss hatte Rheinbreitbach bereits überstanden, als im letzten Jahr die Anwohner des Vonsbach von einer Überschwemmung betroffen waren. Jetzt müssen dringend weitere Präventionsmaßnahmen folgen“, fordert Johannes Mühlbauer.
Vorschläge für den Schutz Rheinbreitbachs vor Starkregen (in Richtung Vorsorge) wurden bereits 2002 gemacht
Angesichts katastrophaler (schwerer) Schäden im Zuge des Elbehochwassers hatte Ratsmitglied Rosen schon 2002 den Aufbau eines Systems von Regenrückhaltebecken für Rheinbreitbach angeregt. Er hatte als Abteilungsleiter im Bundesinnenministerium die Katastrophe mit erlebt und daher eine erste Initiative zum Schutz vor Unwettern vor Ort ergriffen. Der Rat hatte diese allseits unterstützt. Auch die topographische Übereinstimmung der von der Flut verwüsteten Täler des Erzgebirges mit den (zwischen den betroffenen) V-Tälern von Westerwald und Eifel war aufgefallen. Auch das Ahrtal weist diese geographische Struktur auf.
Die SPD-Fraktion hatte damals als Vorsorgemaßnahme vorgeschlagen, bei der noch erkennbaren Wasserrückhaltung des früheren Rheinbreitbacher Bergbaus anzusetzen. Oberhalb des Virnebergs ist ein alter Damm sichtbar, der unsinnigerweise vor Jahren durchstochen wurde. Experten hatten damals ein Kaskadensystem von mehreren Rückhaltebecken oberhalb des Ortes vorgeschlagen. Den Beginn sollte das alte Becken am Virneberg bilden; das nächste käme vor der Zusammenführung der Täler ebenso wie die Becken in den vom Eischeider Kopf und von Bruchhausen kommenden Tälern (Hattenbachtal). Entscheidend sollte die Nutzung der Talsenke vor der Ziegelei sein und ein letztes großes Becken stünde unmittelbar vor dem Ort am früheren Schwimmbad. Die Straße zur Breiten Heide müsste zur Gewinnung von Stauraum beim Schwimmbad-Becken durch eine Rampe angehoben werden, die auf dem Parkplatz vor dem Friedhofeingang an der Westerwaldstraße in den Ort verschwenkt. Ebenso das Lötzelingtal sollte bei einer Vorsorgeplanung nicht vergessen werden.
Gegen den Plan war angeführt worden, zur Umsetzung müsste Wald gefällt werden; das war bei der Anlage von Becken im Honnefer Schmelztal nicht anders. Zur Verwunderung des Rheinbreitbacher Rates sah die Landesbehörde SGD Nord damals keine Notwendigkeit für sich mit diesen konkreten Maßnahmen zu befassen. Die Begründung lautete: durch Starkregen sei noch niemand in Rheinbreitbach zu Tode gekommen.
„Dies wird heute wohl anders aussehen“, ist Johannes Mühlbauer überzeugt, nachdem die Landesregierung Fördermittel für den Schutz vor Starkregen angekündigt hat. Solche Systeme existieren bereits in Nachbartälern von Linz oder Leubsdorf. „Auch Rheinbreitbach soll sicher sein, daher werden wir einen neuen Vorstoß machen und das Thema Hochwasserkonzept wieder aktiv in die entsprechenden Gremien einbringen.“
Der entscheidende Faktor für einen effektiven Schutz ist dabei die Versickerung von hohen Wassermengen, die allein die Kanalisation nicht mehr schafft.
„Die Idee ist einfach. Der Boden wirkt wie ein Schwamm, den ich praktisch mit Wasser volllaufen lasse und dadurch den Moment heraus zögere, zu dem das Wasser über den Schwamm heraustritt. Ich erhöhe also die Absorptionsfähigkeit der Gemeindeflächen, wenn es stark regnet“, erklärt Christian Kuhlicke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Auch der einzelne Bürger ist dabei gefragt. Man denke hier an das Thema Dachbegrünung, Anpflanzung von Bäumen, Verzicht auf die Versiegelung von Flächen, wie sie die SPD unlängst angeregt hatte.
„Dies ist sicherlich auch ein überlegenswertes Konzept für unsere Gemeinde. Wir sollten alles dafür tun, dass Rheinbreitbach künftig eine „Schwammgemeinde“ wird. Wir sind dabei“, so der Ortsverein der SPD.
Parallel zu einer solchen Aktion will die SPD Bürgerinnen und Bürger über allgemeine Vorsorgemaßnahmen gegen Katastrophen informieren, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge anbietet. Schließlich soll die örtliche Feuerwehr, die schon angesprochen wurde, intensiv über das Thema Selbstschutz informieren.
Pressemitteilung
SPD-Fraktion Rheinbreitbach
