Politik | 06.07.2023

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Senkung des Wahlalters: Sollten 16-Jährige schon wählen dürfen?

Sollte das Mindestwahlalter gesenkt werden?  Foto: pixabay.com

Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre.

Erst Mitte Mai scheiterte im rheinland-pfälzischen Landtag ein Antrag der Ampelfraktionen, mit dem das Mindestwahlalter auf Landesebene herabgesetzt werden sollte. Die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz bezeichnete diese Entscheidung anschließend als „Schlag ins Gesicht“ und forderte, den Jugendlichen „die Möglichkeit zu geben, unsere Zukunft mitzugestalten!“.

Aber welche Argumente führen die Befürworter einer Senkung des Wahlalters ins Feld, und welche deren Gegner?

Pro: Gebot der Generationengerechtigkeit

Diese Frage berührt einen der Kernwerte unserer Demokratie: nämlich die Gerechtigkeit. Junge Menschen sind genauso wie Erwachsene von politischen Entscheidungen betroffen. Und Beschlüsse etwa in Sachen Klimaschutz wirken sich direkt auf ihre Zukunft aus. Sie haben daher ein Anrecht auf Mitsprache!

Die Herabsenkung des Wahlalters ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit. In Zeiten des demografischen Wandels und einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft müssen wir dafür sorgen, dass die Interessen junger Menschen im politischen Prozess nicht untergehen. Das sind wir unserer engagierten Jugend, die sich bisher mit Demonstrationen und Protestaktionen Gehör zu verschaffen sucht, ganz einfach schuldig!

Contra: „Das wäre fahrlässig!“

Es ist fraglich, ob 16-Jährige wirklich die nötige Reife vorweisen, um eine fundierte Wahlentscheidung treffen zu können. Politische Entscheidungen sind oft komplex und erfordern ein gewisses Maß an Lebenserfahrung, das Jugendlichen allein aufgrund ihres Alters noch fehlen muss. Sie befinden sich noch in der Selbstfindung und könnten leicht von populistischen Parolen verführt werden.

Wir trauen es 16-Jährigen noch nicht zu, ohne das Einverständnis ihrer Eltern Mietverträge abzuschließen, aber wollen ihnen das wichtigste Recht in einer Demokratie anvertrauen? Das wäre fahrlässig!

Fazit

Wer eine Senkung des Wahlalters befürwortet, sieht darin ein notwendiges Mittel, um den Belangen der Jugend im politischen Prozess ausreichend Gehör zu verschaffen. Die Gegenseite hegt hingegen Zweifel, ob Jugendliche schon reif genug sind, um eine vernünftige Wahlentscheidung zu treffen.

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf eine mögliche Senkung des Wahlalters? Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung des vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de

BA

Sollte das Mindestwahlalter gesenkt werden? Foto: pixabay.com

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