Sind Sinzigs Kernstadtbewohner im Stadtrat ausreichend vertreten?
Anlässlich der im Herbst des Jahres anstehenden Entscheidung unseres Stadtrats über die Realisierung des Nahversorgungszentrums steht für uns, der I. G. Freunde der Kernstadt Sinzig erneut die Zusammensetzung des hiesigen Stadtrates im Fokus. Obwohl die Einwohnerzahl der Kernstadt mit 9500 mehr als 50 Prozent der gesamten Einwohnerzahl beträgt, wird die Kernstadt von lediglich 9 Stadtratsmitgliedern im 32 Personen starken Sinziger Stadtrat vertreten. Somit bestimmen mehr als zwei Drittel der Stadträte, die nicht in der Kernstadt wohnen, über deren „Wohl und Wehe.“ Auch wenn uns bekannt ist, dass sie hierzu durch den Wähler autorisiert sind und wir Niemandem unterstellen wollen, dass hier bewusst gegen den Willen der Kernstadtbevölkerung entschieden wird, sind wir der Ansicht, dass ein solches Ungleichgewicht bei der Repräsentanz im Stadtrat einer objektiven Abstimmung über Fakten, die hauptsächlich die Kernstadt betreffen, nicht gerade förderlich sein kann. Unserem Demokratieverständnis entsprechend empfehlen wir, den Sinziger Parteien, bei der nächsten Stadtratswahl auf den vorderen Plätzen der Wahllisten mehr Kandidaten aus der Kernstadt zu platzieren. Der jetzige Zustand sollte kein Dauerzustand bleiben!
Erwähnen wollen wir unbedingt, dass auch viele Sinziger Bürger aus den Stadtteilen ihre Ablehnung gegen das geplante Nahversorgungszentrum mit ihrer Unterschrift auf den Listen der Bürgerinitiative „Wir lieben Sinzig“ dokumentiert haben. Dies macht deutlich, dass wir in der Kernstadt mit unserer Ablehnung erfreulicherweise nicht alleine sind. Dies sollte man im Stadtrat anlässlich der endgültigen Abstimmung berücksichtigen. Auf ein erst vor kurzer Zeit aufgetretenes, negatives Ergebnis für Sinzig, das unsere Ablehnung des Nahversorgungszentrums untermauert, möchten wir noch hinweisen. Der Hinweis betrifft die Abwanderung der Firma Sprengnetter mit ihren 150 Angestellten, die nicht nur ein Loch in der Stadtkasse hinterlassen hat. Durch den Wegzug der 150 Angestellten, die sich in Sinzig verköstigt und hier eingekauft haben, entstand ein spürbarer Kaufkraftverlust. Durch die nun fehlenden ständigen Kursteilnehmer der Firma Sprengnetter, die in Sinzigs Lokalen zu Mittag gegessen haben, wurde dieser Verlust noch verstärkt. Wer nun angesichts dieser prekären Situation den Bau des Nahversorgungszentrums weiter vorantreibt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Denn eine Kompensierung des Kaufkraftverlustes mittels zusätzlicher Verkaufsfläche ist nicht machbar. Die Situation kann unserer Ansicht nach nur durch Zuzug junger Familien, die in Sinzig bauen möchten, entschärft werden. Das Rick-Gelände wäre geradezu ideal für eine Wohnbebauung. Ein entsprechender Investor müsste doch wohl zu finden sein!! Werner Hoffmann für die
I.G. Freunde der Kernstadt
