Rheinbacher Stadtrat befasst sich mit Schulen
Sozialarbeit soll ausgebaut werden
Dabei hofft man auf finanzielle Unterstützung des Landes, ist aber auch bereit, selbst Geld dafür auszugeben
Rheinbach. Die Schulsozialarbeit wird auch in den Rheinbacher Bildungseinrichtungen immer wichtiger, darüber waren sich die Fraktionen im Rheinbacher Stadtrat einig. Am liebsten hätte man es, wenn in jeder Schule in ausreichendem Maße Schulsozialarbeit angeboten würde, doch leider stelle das Land dafür zu wenig Geld zur Verfügung, so Bernd Beißel seitens der CDU-Fraktion. Deshalb müsse man notfalls auf eigene Faust und auf eigene Kosten etwas tun, forderte er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.
„Der Bedarf steigt in allen Schulen, und dafür gibt es eine Reihe von Ursachen“, erklärte der frühere Rektor der Gemeinschaftshauptschule. Sowohl eine zunehmende Anzahl von Kindern mit emotional-sozialem Betreuungsbedarf wie auch allgemeine gesellschaftliche Veränderungen und nicht zuletzt die Schließung der Förderschule und in der Folge eine von oben verordnete Inklusion, die alle Beteiligten überfordere, trügen ihren Teil dazu bei.
Das richtet sich nicht gegen die Inklusion, sondern nur auf die Art und Weise, wie sie durchgeführt werde.
Bedarf an Schulsozialarbeit ermitteln
Doch eine temporäre Anwesenheit von Schulsozialarbeitern in einzelnen Schulen löse nicht die Probleme. Deshalb solle die Verwaltung ermitteln, wie groß der Bedarf an Schulsozialarbeit in den Rheinbacher Schulen sei, um eine Diskussionsgrundlage zu haben. „Dann können wir Lösungen finden unter Berücksichtigung der Haushaltssituation.“ Allerdings sei auf jeden Fall eine Beteiligung des Landes zu prüfen und auch die Umwandlung von einzelnen Lehrerstellen in Schulsozialarbeiterstellen in personell gut ausgestatteten Schulen.
Auf jeden Fall müsse man den Druck auf die Landesregierung erhöhen und ihr klarmachen, dass sie verpflichtet sei, die Kosten für die Schulsozialarbeit auch in Rheinbach zu tragen.
Dr. Nils Lenke (Grüne) plädierte hingegen dafür, die Probleme vor Ort zu lösen und nicht auf die Landesregierung zu warten. Außerdem gebe es ganz andere Ursachen für die Probleme, vor allem überforderte Eltern, die vieles auf die Schule ablüden, was eigentlich ihre ureigenste Aufgabe sei. Dietmar Danz (SPD) freute sich, „dass die CDU endlich die Wichtigkeit der Schulsozialarbeit erkannt hat, und auch, dass dies nicht nur eine Aufgabe des Landes, sondern auch der Kommune ist.“
Konkrete Angebote mit den Schulen zusammen entwickeln
So beschloss der Stadtrat einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, gemeinsam mit der Gesamtschule Rheinbach, der Grundschule Sürster Weg und einem externen Anbieter konkrete Angebote zum Thema Schulsozialarbeit zu entwickeln, die bereits zum kommenden Schuljahr 2018/2019 umgesetzt werden sollen. Dabei sollen die Schwerpunkte der jeweiligen Konzepte bei der Gesamtschule auf dem eigentlichen Aspekt „Schulsozialarbeit“, bei der Grundschule stärker auf dem Aspekt einer „Klassenassistenz“ liegen. Sofern über Dritt- oder Fördermittel eine vollständige Finanzierung nicht möglich sei, sollen die Mittel im Haushalt der Stadt zur Verfügung gestellt werden.
„Es bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Diskussion zu lösungsorientierten Entscheidungen auf Landesebene führt“, hoffte der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber.
JOST
