Politik | 20.06.2016

SPD-Ortsverein Sinzig und Anlieger sind entsetzt

Spielplätze in schlechtem Zustand

Nicht mehr als Spielplatz zu erkennen ist dieses Gelände im Bereich „Im Herrental“. Wolfgang Seidenfuß/SPD Sinzig

Sinzig. Nach § 1 Abs. 5 BauGB sind bei der Aufstellung von Bauleitplänen (Flächennutzungsplan und Bebauungsplan) die Belange der Bevölkerung zu berücksichtigen. Darunter fällt insbesondere die Flächenvorhaltung für Sport, Freizeit und Erholung.

Um es einmal kurz zu sagen: Kinderspielplätze (Freizeitanlagen) sind Flächen, auf denen mehrere Spielgeräte vorhanden sind, mit denen sich Kinder beschäftigen beziehungsweise mit denen sie spielen können. Kinderspielplätze liegen meistens in von Wohnstraßen, wo sie von den Kindern der Anwohner schnell und einfach erreicht werden können.

Das ist bei der Aufstellung der Bebauungspläne, zum Beispiel Herrentalweg, Gebiet Vogelsangstraße, auch korrekt durchgeführt worden. Dort wurden Kinderspielplätze wie auch in vielen weiteren Baugebieten von Sinzig ausgewiesen und eingerichtet.

Sie wurden mit Klettergerüsten, Schaukeln, Sandkästen und Rutschen ausgestattet, und viele Jahre kümmerten sich Mitarbeiter des Bauhofs um die Instandhaltung der Geräte. Defektes Spielgerät wurde in den Wintermonaten, wenn viele Arbeiten in den Grünanlagen der Stadt nicht gemacht werden mussten, repariert, neu gestrichen und im Frühjahr wieder für die Kinder zum Spielen aufgebaut. Alljährlich erhielten die Sandkästen eine neue Fuhre Sand. Die Rasenflächen wurden regelmäßig kurz gehalten und die Hecken, Büsche und Bäume zurückgeschnitten.

Das ist seit einigen Jahren anders: Mit Entsetzen stellen Anwohner, Eltern und Kinder fest, dass die Spielgeräte nach und nach von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Sinzig abtransportiert werden. Die Hoffnung, dass sie repariert zurückkommen oder gar durch neue Geräte ersetzt werden, hat sich inzwischen zerschlagen. Die Sandkästen haben seit Jahren keinen neuen Sand bekommen, das Gras wird nicht mehr gemäht, die Büsche und Hecken nicht mehr geschnitten, Unkraut überwuchert alles.

Den Stadträten wurde durch die Verwaltung vorgetragen, dass diese Spielplätze von den Kindern nicht mehr angenommen werden, es keine oder nur wenige Kinder im Wohngebiet gibt und man daher die öffentlichen Grundstücke in Bauland umwidmen will, so geschehen im Mai für den „Kinderspielplatz Herrentalweg III“.

Schrittweise Demontage

Wie die Anwohner im Herrental und in der Vogelsangstraße den SPD-Mitgliedern berichteten, gibt es erstens noch viele Kinder in ihren Wohngebieten, die unter 14 Jahre alt sind und gerne auf einem intakten Kinderspielplatz spielen würden. Zweitens, so erzählten sie, wurden ja peu à peu die Kinderspielplätze demontiert, Spielgeräte wurden nicht repariert oder erneuert, die vorhandenen Bänke wurden nach und nach abgebaut, die vorhandenen Sandkästen verrotteten. Da war zum Spielen nichts mehr da, und die Eltern ließen natürlich ihre Kinder auch im „Unkraut“ nicht mehr spielen. Andere Anwohner sagten den Sozialdemokraten, dass die Spielgeräte, die zum Beispiel im Herrental von den Anwohnern zum Teil durch ein Straßenfest privat finanziert wurden, mangels Wartung so kaputt waren, dass sie ihre Kinder nicht mehr darauf spielen lassen konnten, weil sie Angst hatten, dass ihre Kinder sich Verletzungen zuzögen.

Die Spielgeräte auf dem Spielplatz im Privatweg sind - wie sich die Sozialdemokraten überzeugen konnten - in gutem Zustand. Aber auch dort berichteten Anlieger, dass der Zaun des Spielplatzes vor mindestens drei Monaten abgebaut und bisher nicht ersetzt wurde Der Spielplatz ist seitdem mit einem „Bauband“ zur Straße hin abgesperrt.

Der Kinderspielplatz Ecke Jahnstraße/Barbarossastraße, der – wie alle wissen – von Kindern gern genutzt wird, hat alte, splitternde Holzsitze auf der Wippe, an denen sich die Kinder die Kleider einreißen. Überall steht das Unkraut hoch, das sich immer weiter ausbreiten wird, wenn keine korrigierende Hand eingreift.

Auf dem Spielplatz an der Harbachstraße muss unbedingt gemäht werden. Dort blüht der Klee auf den Spielflächen und lockt Hummeln und Bienen an. Sollten die Kleinen sich ins Gras setzen oder barfuß laufen, besteht die Gefahr, dass sie gestochen werden.

„Wir haben uns vier Kinderspielplätze näher angeschaut. Die zwei Spielplätze im Herrentalweg und der Vogelsangstraße sind nur noch verwahrloste Grundstücke ohne Spielgeräte. Wir sind entsetzt, wie mit dem Vermögen der Stadt, den Bedürfnissen unserer Kinder und Bürger umgegangen wird“, so Axel Friedrich und Elisabeth Groß nach dem „Rundgang“. Es stelle sich die Frage, ob diese Zustände herbeigeführt wurden, damit aus Kostengründen Spielplätze abgebaut werden konnten, um sie anschließend in teures „Bauland“ umzuwandeln.

Die SPD Sinzig wird sich in den kommenden Monaten weitere Kinderspielplätze ansehen. „Wir wissen, dass durch Bauvorhaben in den Ortsteilen, wie der Sporthalle in Bad Bodendorf und dem Rasenplatz in Westum, große finanzielle Belastungen auf die Stadt Sinzig zukommen. Das darf aber nicht dazu führen, dass zum Beispiel für Kinderspielplätze kein Geld mehr vorhanden ist.“

Pressemitteilung des

SPD-Ortsvereins Sinzig

Im Privatweg wurde der Zaun entfernt, der Spielplatz und Kinder gegen den Verkehr abschirmte.

Im Privatweg wurde der Zaun entfernt, der Spielplatz und Kinder gegen den Verkehr abschirmte. Foto: Wolfgang Seidenfuß

auf dem Spielplatz an der Harbachstraße wurde seit langem nicht mehr gemäht, auch die Spielgeräte warten auf eine gründliche Überholung.

auf dem Spielplatz an der Harbachstraße wurde seit langem nicht mehr gemäht, auch die Spielgeräte warten auf eine gründliche Überholung. Foto: Wolfgang Seidenfuß

Nicht mehr als Spielplatz zu erkennen ist dieses Gelände im Bereich „Im Herrental“. Fotos: Wolfgang Seidenfuß/SPD Sinzig

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