Politik | 21.09.2020

Diskussionen über Lärmbelästigungen und Partys beschäftigen ganz Vallendar

Stadtspitze fordert gegenseitigen Respekt

Dr. Alfred Löhning, Beigeordneter, Wolfgang Heitmann, Stadtbürgermeister Vallendar, Anita Herr, Erste Beigeordnete und Andreas Wandow, Beigeordneter. Foto: privat

Vallendar. Seit Wochen dominiert das Thema nächtliche Lärmbelästigungen und Verstoß gegen Corona-Auflagen durch einige Studierende der WHU die Diskussionen und Gespräche in unserer Stadt. Das Ordnungsamt und die Polizei müssen immer wieder Studierende an die Regeln erinnern und zum Teil sogar Bußgeldverfahren gegen einzelne junge Menschen einleiten. Anwohner in der Innenstadt von Vallendar finden nachts keinen Schlaf mehr, weil größere Gruppen von jungen Menschen angetrunken und lautstark durch die Innenstadt ziehen. Verständlicherweise stark verärgerte, betroffene Anwohner sammeln Unterschriften gegen dieses Verhalten, um zu erreichen, dass wieder mehr Ruhe in der Stadt einkehrt. Die Unruhe in Vallendar findet auch in den Medien ein starkes Echo: „Wir, der Stadtbürgermeister von Vallendar und seine drei Beigeordneten haben für den großen Ärger und Zorn der betroffenen Anwohner großes Verständnis. Gemeinsam mit der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar wurden in den vergangenen Wochen Gespräche mit der Spitze der WHU geführt. Weitere Gespräche auch mit der Polizei, der Studierendenvertretung, der Verbandsgemeindeverwaltung und der Hochschulleitung werden folgen, mit dem Ziel, die Situation zu verbessern und zwischen den Anwohnern und den Studierenden der WHU zu vermitteln. Wir fordern, dass alle an der emotional geführten Diskussion Beteiligten sich darauf besinnen, respektvoll und wertschätzend miteinander umzugehen. Und wir legen großen Wert auf die Feststellung, dass nur wenige Studierende der WHU für Lärm und Verstöße gegen Corona-Regeln verantwortlich sind.

Die Studierenden der WHU sind nach unserer und der Meinung vieler Vallendarerinnen und Vallendarer eine Bereicherung für unsere Stadt. Viele WHU-Studenten engagieren sich stark auch zum Wohle aller Mitbürger. Als „First Responder“ leisten die als Rettungssanitäter ausgebildeten WHU-Studierenden im Notfall erste Hilfe. Andere helfen bei regionalen und internationalen Projekten. Die Theateraufführungen der studentischen Bühne und die Konzerte der Studierenden sind ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt. Studierende machen Vorleseveranstaltungen in den Seniorenheimen der Stadt und Bewerbungstraining für die Schulabsolventen der Realschule Plus. Sie engagieren sich in Vereinen und organisieren kulturelle Veranstaltungen für Vallendarer Bürger.

Die WHU – Otto Beisheim School of Management ist die Nr. 1 unter den deutschen Business Schools für Wirtschaftsstudiengänge, wie der Internetseite der Hochschule zu entnehmen ist und genießt auch international einen hervorragenden Ruf. Darauf sind die in der Hochschule arbeiten und studieren zu Recht sehr stolz. Und auch viele Vallendarer Bürger empfinden Stolz, dass ihre Stadt der WHU und auch der PTHV ein Zuhause gibt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Vallendar ist und war unter anderem auch in starkem Maße von den ca. tausendeinhundert Studierenden und den rund 300 Mitarbeitern, Dozenten und Professoren der WHU abhängig. Die WHU bringt Kaufkraft in die Stadt, von der der Einzelhandel, die Gastronomie und das Handwerk und nicht zuletzt die Immobilienwirtschaft profitieren. Bürger von Vallendar vermieten Wohnungen und Apartments an Studierende, zu Mietpreisen, die ohne den Bedarf der WHU nach Wohnraum nur schwerlich zu erzielen wären.

Viele Häuser in der Innenstadt wurden durch Investoren im Sog der WHU saniert und bereichern das Stadtbild. Die Sanierung der Innenstadt wäre ohne WHU noch lange nicht derart weit gediehen. Wir, der Stadtbürgermeister und die Beigeordneten, sind der Meinung, dass es nicht sein darf, dass wegen der Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit von wenigen Studierenden gegenüber den Mitbürgern, der gute Ruf der Stadt Vallendar und der WHU Schaden nimmt. Das kann auch nicht im Interesse der Stadt und ihrer Bürger sein. Um die derzeit angespannte Situation zu beruhigen, ist beabsichtigt, für neuralgische Plätze und Straßen in der Stadt ein Alkoholverbot ab 22 Uhr zu verhängen. Weiterhin werden wir uns dafür einsetzen, das Ordnungsamt und Polizei einschreiten, wenn Menschen sich nicht an die Regeln, die für alle gelten, halten wollen.

Wir bitten darum, dass die Studierenden der WHU gemeinsam versuchen, auf die Unnachgiebigen unter Ihnen positiv einzuwirken und Verständnis für die Bewohner der Innenstadt, und auf deren Recht auf Nachtruhe und Schlaf zu wecken. Und wir wünschen uns, dass die in den vergangenen Wochen hitzig und teils sogar hasserfüllte Diskussion in der Stadt über die unselige Situation endet und alle zu mehr Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt zurückkehren.

In unserem Grundgesetz steht unter Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Da steht nicht: „Die Freiheit ist unantastbar“. Daher sollten wir immer beachten, dass die Freiheit des Einzelnen oder von Gruppen da aufhören muss, wo sie die Freiheit anderer Menschen einschränkt.“

Wolfgang Heitmann,

Stadtbürgermeister

Anita Herr, Erste Beigeordnete

Dr. Alfred Löhning, Beigeordneter

Andreas Wandow, Beigeordneter

Dr. Alfred Löhning, Beigeordneter, Wolfgang Heitmann, Stadtbürgermeister Vallendar, Anita Herr, Erste Beigeordnete und Andreas Wandow, Beigeordneter. Foto: privat

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