Die letzte Verbandsgemeinderatssitzung unter der Leitung von Bernd Weidenbach endete emotional
„Standing Ovations“ für den scheidenden Bürgermeister
Zuvor gab es kontroverse Diskussionen zu verschiedenen Themen
Bad Breisig. Mit dem Lärmaktionsplan und dem Hochwasserschutzkonzept kamen zwei Punkte auf den Plan, die die Bürger besonders interessieren. Just wurden die Dezibel-Grenzwerte für Bundesfernstraßen um drei Dezibel herabgesetzt. Klar ist, dass die A61 in den Rahmen der bezuschussten Lärmsanierungsmaßnahmen fällt. Mit einer entsprechenden Anfrage will die Verwaltung nun aber klären, ob dies darüber hinaus auch Landes- und Bundesstraßen, hier natürlich allen voran für die B9 gilt. Zur Umsetzung der Lärmsanierungsmaßnahmen müssen in den nächsten Schritten entsprechende Bau- und Kostenträger gefunden werden.
Beim Begriff „Hochwasserschutz“ dachte man früher fast ausschließlich an den Rhein, zunehmend aber stellen in der Verbandsgemeinde auch Starkregenfälle eine enorme Herausforderung dar. Michael Faßbender vom Ingenieurbüro Faßbender und Weber stellte in einem Vortrag das Hochwasserkonzept in seiner überarbeiteten und immer wieder ergänzten Endfassung vor. Das Konzept mit einer grundlegenden Bestandsaufnahme der örtlichen Gegebenheiten, abgesichert durch Ortsbegehungen, im Austausch mit Fachleuten, mit Analysen, mit der Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs, mit Abschätzung der Förderfähigkeiten sowie konkreten Gefährdungskarten für die einzelnen Gemeinden wurde erläutert und einstimmig verabschiedet. Das Hochwasserkonzept wird inkl. Anlagen auf der Homepage der Verbandsgemeinde hochgeladen. Besonders interessant für die Bürger sind dabei auch die einzelnen Gefährdungskarten, mit denen das eigene Hochwasserrisiko besser eingeschätzt werden kann.
Nasser Limes
Einstimmig fiel auch das Ja zum Antrag der CDU zum Appell an die Landesregierung um die Einbeziehung der Verbandsgemeinde Bad Breisig in das Projekt „Nasser Limes“ aus. Gefordert wird, Bad Breisig mit dem historischen Vinxtbach (gegenüber dem Limesturm Nr. 1 auf dem gegenüberliegenden Rheinufer) als eindeutige südliche Grenze des Nassen Limes zu nominieren. Der von der UNESCO geforderte Nachweis römischer Militäranlagen kann durchaus durch die Benefiziarierstation am Vinxtbach, zunächst als Militärgrenze und später als Provinzgrenze, gesehen werden. Gefunden wurden Weihesteine, der Benefiziarier-Station an der Vinxtbachmündung, in der u. a. Soldaten der 8. und 30. Legion in den Inschriften erwähnt sind. Und ein in Waldorf gefundenes Legionssiegel belegt, dass zumindest Teile der 22. Legion dort am Vinxtbach gelegen haben. Eine entsprechende Würdigung der Verbandsgemeinde Bad Breisig wäre nicht nur historisch korrekt, sondern auch eine Chance, was den zukünftigen Tourismus in der Region angeht.
Schulschwimmen geht weiter Dauerbrenner „Seniorenbus“
Ebenfalls glatt durch gingen die Entscheidungen für die Fortsetzung des Schulschwimmens in den Römer Thermen beginnend ab dem 24. August sowie ein Zuschuss in Höhe von 6.500 Euro zur Erneuerung der Tennendecke des FC Luzencia Niederlützingen.
Der Dauerbrenner „Seniorenbus“ beschäftigte den Rat auch in dieser Sitzung wieder. Der Start verzögert sich nun, weil aufgrund der Hin- und Rückfahrtpauschale von zwei Euro nun wider Erwarten doch ein Fahrer mit „Beförderungsschein“ gefunden werden muss. Ins Auge gefasst wurde als neuer Starttermin der 1. September. Obwohl sich Bernd Weidenbach anlässlich „seiner“ letzten VG-Ratssitzung gegen eine Verabschiedung und damit verbundene Sentimentalitäten ausgesprochen hatte und dies bis zum Schluss auch eingehalten wurde, hob Hans-Josef Marx den Arm zu einer scheinbar ganz normalen Wortmeldung. Er hoffe, dass ihm Bernd Weidenbach nicht das Wort entziehe, so Hajo Marx und dass er einen Rückblick auf die 16 jährige Tätigkeit Weidenbachs als Bürgermeister vortragen dürfe. Es folgte eine 16 minütige Laudatio - je Amtsjahr des scheidenden Mandatsträgers eine Minute. Und so reihten sich die Verdienste, die wichtigsten Projekte, die kommunalpolitischen Scharmützel und Anekdoten der Vergangenheit aneinander. Die Ratsmitglieder erhoben sich und spendeten minutenlangen Beifall. Mit Herzblut, entgegnete Bernd Weidenbach, habe er das Amt über 16 Jahre hinweg betrieben. Das wichtigste sei für ihn immer der Mensch, nicht das Amt oder die Partei gewesen: „Ich hoffe, dass ich als Mensch Spuren hinterlassen konnte“. Hans-Josef Marx übergab dem Bürgermeister abschließend noch ein gemeinsames Präsent aller Ratsmitglieder. KMI
Der Verbandsgemeinderat Bad Breisig tagte zum letzten Mal unter der Leitung von Bürgermeister Bernd Weidenbach.
Michael Faßbender trägt innerhalb der Verbandsgemeinderatssitzung das Hochwasserkonzept vor, das einstimmig verabschiedet wurde.
Carsten Kraus wurde als neues Mitglied verpflichtet.

[ Zitat ] Mit Herzblut, entgegnete Bernd Weidenbach, habe er das Amt über 16 Jahre hinweg betrieben. Das wichtigste sei für ihn immer der Mensch, nicht das Amt oder die Partei gewesen: „Ich hoffe, dass ich als Mensch Spuren hinterlassen konnte“.[ Zitat Ende ]
Das sieht man dem Mann auch an.Einen solchen Bürgermeister hätte ich mir für meine Heimatstadt Mayen gewünscht.
Einer, der die Probleme erkennt, einer der etwas tut und jeden Bürger "mitnimmt" und nicht eitel ist und zuerst an sich selber denkt, des Amtes wegen.
Alles Gute für die kommende Zeit und auch für Bad Breisig.
Der Seniorenbus- den gibt es schon in NRW in einigen Städten, aber für Mayen sehe ich auch hier schwarz.