Politik | 07.12.2020

Hinweis für alle Grundstücksbesitzer

Starker Mistelbefall in der Region

Streuobstwiesenbestand der Ortsgemeinde Weitersburg im Außenbereich nach den durchgeführten Pflegearbeiten. Fotos: privat

Vallendar. Im Winter fällt auchbei Apfelbäumen, Linden, Vogelbeeren, Pappeln und vielen Ahornarten wieder der starke Mistelbefall auf. Häufig ist der Besatz so stark, dass die eigentlich unbelaubten Kronen der Bäume dennoch grün erscheinen. Die auch bei uns als Glücksbringer bzw. Heilpflanze bekannte Mistel schädigt bei starkem Befall die betroffenen Bäume jedoch so stark, so dass diese partiell bzw. ganz absterben. Hiervon sind insbesondere die Landschaftsbild prägenden Streuobstwiesenbestände mit ihrer hohen ökologischen Bedeutung bedroht.

Die Mistel wächst als immergrüner Strauch auf Laubbäumen als sogenannter Halbschmarotzer. Die Pflanze entzieht über ihr Wurzelsystem dem Baum Nährstoffe und Wasser, über ihre eigenen Blätter erfolgt die Photosynthese. Die Beeren reifen im Dezember und bilden für Vögel (insbesondere Drossel) eine wichtige Nahrungsquelle. Über die Vögel wird die Mistel dann auch auf andere Bäume übertragen. Umgeben von zähem Schleim wachsen die Keimlinge, vom Vogel am Wirtsbaum abgestreift, mit ihren Saugwurzeln schnell in das Holz des Baumes ein. Der Baum wird dann aufgrund mangelhafter Wasser- und Nährstoffversorgung immer weiter geschwächt. Am häufigsten ist in Mitteleuropa die Weißbeerige Mistel (Viscum album) vertreten. Da das Wachstum aller Misteln nur sehr langsam erfolgt, bleiben die Pflanzen in den ersten Jahren unentdeckt. Die bekannten „Mistelkugeln“ von bis zu 80 cm Durchmesser bilden sich erst nach 10 Jahren. Ein minimaler Besatz von Misteln an Bäumen ist auch aufgrund der Bedeutung für Vögel aus ökologischen Gründen zu akzeptieren. Durch die häufig fehlende Obstbaum- bzw. Baumpflege in Verbindung mit sehr milden Wintern konnte sich die Mistel allerdings in den letzten Jahren zu stark ausbreiten und sollte daher aus den Bäumen entfernt werden. Die Mistel ist anders als landläufig bekannt nicht besonders durch das Naturschutzgesetz geschützt.

Bei rund 40 gemeindeeigenen Obstbäumen im Außenbereich von Weitersburg wurde in den letzten Wochen ein Erziehungs- und Erhaltungsschnitt durchgeführt. Ein Mistelbefall wurde noch nicht festgestellt. Im Stadtgebiet von Vallendar wurde bei Baumpflegearbeiten in den vergangenen Wochen wenn immer möglich der Mistelbefall herausgeschnitten. Wenn aber auf dem angrenzenden, privaten Nachbargrundstück die vorhandenen Mistelbestände jedoch nicht bekämpft werden, breitet sich die Pflanze rasch wieder aus. Daher ist allen Grundstücksbesitzern empfohlen, befallene Partien auszuschneiden. Die „blattlose“ Zeit eignet sich hierzu am besten. Wenn möglich, sollte dabei versucht, befallene Äste bis ins gesunde Holz zu entfernen. Leider ist das nicht immer mehr möglich. Um das Samenpotential zumindest zu beschränken, sollten dennoch die grünen Misteltriebe kontinuierlich herausgebrochen werden. Es dauert dann wieder mehrere Jahre bis die Mistel erneut Früchte trägt und sich weiter verbreiten kann.

Pressemitteilung der

Verbandsgemeindeverwaltung

Vallendar

Sehr starker Mistelbefall an einem Obstbaum ganz in der Nähe des kürzlich gepflegten Streuobstwiesenbestandes der Ortsgemeinde Weitersburg (im Bildhintergrund).

Sehr starker Mistelbefall an einem Obstbaum ganz in der Nähe des kürzlich gepflegten Streuobstwiesenbestandes der Ortsgemeinde Weitersburg (im Bildhintergrund).

Streuobstwiesenbestand der Ortsgemeinde Weitersburg im Außenbereich nach den durchgeführten Pflegearbeiten. Fotos: privat

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