Kundgebung auf dem Münzplatz in Koblenz sollte auch ein Dankeschön sein
Starkes Zeichen der Solidarität mit der „Blaulicht-Familie“
Koblenz. Nicht erst seit in Stuttgart ein feierwütiger Mob randalierend durch die Straßen zog und dabei auch polizeiliche Maßnahmen zu verhindern versuchte, stellen sich immer mehr Menschen die Frage nach dem ‚Warum‘. Die Freien Wähler hatten nun in Koblenz zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen und es folgten viele Bürger dem Aufruf.
Für Initiator Christian Altmaier sind es neben den Vorgängen in Stuttgart, auch die Meldungen von Attacken auf Rettungssanitäter im Einsatz oder das Behindern von Feuerwehrleuten beim Löschen von Bränden gewesen, die ihn motivierten die Solidaritätskundgebung anzumelden. Er erinnerte an die Polizeiwache im Münzmeisterhaus im Herzen der Altstadt: „Früher war die Polizei stärker präsent, direkt vor Ort.“ Wie mehrere andere Redner auch kritisierte er, dass das Land Rheinland-Pfalz die öffentliche Sicherheit und Ordnung in den letzten Jahrzehnten kaputt gespart habe.
Der Spitzenkandidat der Freien Wähler Rheinland-Pfalz, Landrat Joachim Streit, verdeutlichte diese Einsparungen an der einfachen Zahl, wie viel Polizisten im Land Dienst tun und dies im Vergleich mit anderen Bundesländern. „Rheinland-Pfalz belegt hier den letzten Platz. 226 Polizisten pro 100.000 Einwohner, im Flächenland Mecklenburg-Vorpommer sind es 366. Dies wollen wir ändern.“ Um auch die Feuerwehren besser auszustatten, hat Streit in Bitburg auch eine eigene Feuerwehrstiftung gegründet. Es sei wichtig das Miteinander und die gegenseitige Rücksichtnahme wieder zu betonen, um auch die Anerkennung für die Arbeit von THW, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei somit wieder wertzuschätzen.
Aus Sicht der Polizisten berichteten Landtagskandidat Lennart Siefert (Wahlkreis 8/Lahnstein) als aktiver Polizeibeamter und sein Kollege und GdP-Landesvorstandsmitglied Christian Günter. Eindrücklich waren die Beschreibungen, wenn in Brennpunkten nur mit Hilfe der Polizei die Feuerwehr ausrückt, um brennende Mülltonnen zu löschen. „Es ist eine bedenkliche Entwicklung, wenn zum Spaß mittlerweile Balkone von Wohnungen angezündet werden“, so Siefert.
Auch die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ machte auf ihre Anliegen aufmerksam, sodass Freie Wähler-Fraktionsvorsitzender, Rechtsanwalt Stephan Wefelscheid, deren Forderungen nach einem fairen Miteinander von Altstadtbewohnern und Feiernden aufgriff und Unterstützung zusagte. „Wir wollen die Idee von ‚fair feiern‘ erneut aufgreifen und hoffen nach den aktuellen Ereignissen auf eine positivere Rückmeldung der Stadtverwaltung.“
Im Resümee hofft Ratsmitglied Christian Altmaier nunmehr, dass die Kundgebung „Solidarität mit der Blaulicht-Familie“ viele Nachahmer findet. „Unsere Gesellschaft funktioniert nur so friedlich und gut, weil wir uns immer auf die ‚Freunde und Helfer‘ verlassen können. Daher ist es an der Zeit gewesen hier ein Zeichen für Solidarität und gegen pauschalierte Angriffe ob mit Wort oder Tat zu setzen.“Pressemitteilung
Freie Wähler Rheinland-Pfalz
