Politik | 06.04.2021

Stadtrat gibt grünes Licht für Neubauprojekt

Statt einer Villa entstehen 48 Wohnungen auf einem Grundstück

An der Ecke Sebastianstraße/Schützenstraße will ein Investor aus der Grafschaft fünf Mehrfamilienhäuser errichten – 25 Prozent der Wohnungen im geförderten Mietwohnungsbau

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wesentlich effizienter als bisher wird ein 4.500 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Sebastianstraße/Schützenstraße in der Kreisstadt künftig genutzt, das bestätigte der Stadtrat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Anstatt einer einzigen herrschaftlichen Villa sollen dort künftig mindestens 48 neue Wohnungen in fünf Gebäuden entstehen, das plant zumindest die Grafschafter 3L Projekt GmbH mit Sitz in Gelsdorf. Planer Johannes Suchy und Architektin Sarah Dünker stellten das Projekt zusammen mit Investor David Lanzerath vor. Der Bau- und Planungsausschuss der Kreisstadt hatte schon zuvor Zustimmung signalisiert. Die Einfamilien-Villa, die auf dem Grundstück stand, wurde mittlerweile schon abgerissen und soll nun Platz machen für eine kleine Siedlung mit fünf mehrgeschossigen Wohngebäuden. Die großzügigen Freiflächen zwischen den einzelnen Häusern sollen als Grünanlagen mit fußläufigen Verbindungswegen gestaltet werden, außerdem plant man einen Kinderspielplatz mit einer hohen Aufenthaltsqualität auch für Erwachsene. Das ganze Gelände soll mit einer Tiefgarage unterfüttert werden, in der nicht nur 65 Pkw-Stellplätze, sondern auch Kellerräume für die insgesamt 48 Wohnungen untergebracht werden sollen. Die Tiefgarage soll zwei Zufahrten erhalten, einmal von der Sebastianstraße aus und einmal von der Schützenstraße aus. Alles in allem sollen 4.013 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Mietwohnungsbau und Eigentumswohnungen im Mix

Ein Viertel der Wohnungen sind als geförderter Mietwohnungsbau für Menschen mit geringem Einkommen konzipiert, drei Viertel sollen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Hiervon wiederum sollen 40 Prozent an Bewerber gehen, die bislang schon entweder in der Kreisstadt gelebt oder hier ihren Arbeitsplatz haben. Die Flachdächer der fünf Mehrfamilienhäuser sollen extensiv begrünt oder mit Photovoltaikanlagen versehen werden. Das gilt auch für die Dächer der Tiefgarage, auf denen sogar ein kleiner Wald entstehen soll. An der Sebastianstraße ist ein Doppelhaus geplant, das zur Straße hin mit einem Satteldach ausgestattet wird, wie es auf der Nachbarbebauung der Fall ist. Die in südliche Richtung entlang der Schützenstraße anschließenden Gebäude sind mit drei Vollgeschossen zuzüglich Staffelgeschoss mit Flachdach konzipiert. Sie fügen sich in die Gebäudestruktur der vorhandenen Wohnhäuser östlich der Schützenstraße sowie des derzeit in direkter Nachbarschaft im Bau befindlichen Gebäudes östlich der St.-Pius-Kirche im Kurvenbereich der Schützenstraße ein. Im hinteren Teil des Grundstücks fallen angrenzend an die Reihenhäuser „Am weißen Stein“ die Neubauten etwas niedriger aus und werden auf zwei Vollgeschosse mit Staffelgeschoss begrenzt.

Mehr Wohnungen mit weniger Stellplätzen?

Mittlerweile gebe es allerdings Überlegungen, so Suchy, die Anzahl der Wohnungen dadurch zu vergrößern, dass man einen Teil der Wohnungen verkleinert.

Schließlich sei die Nachfrage nach zwei Zimmerwohnungen besonders hoch. So konnte man vier Wohneinheiten mehr schaffen, doch dafür sei es erforderlich, die vorgeschriebene Anzahl an Stellplätzen zu verringern.

Derzeit sind pro Wohnung 1,5 Stellplätze vorgeschrieben, zumindest für die kleinen Wohnungen sei aber nach aller Erfahrungen ein Stellplatz ausreichend.

Damit trat er bei einigen Fraktionssprecher auf offene Ohren, sowohl Wolfgang Schlagwein (Grüne) wie auch Klaus Beu (FWG), Ursula Koll (SPD) und Marion Morassi (Linke) konnten sich eine begrenzte Abkehr von der Stellplatzvorgabe für das Objekt vorstellen. Die CDU allerdings wollte nicht an der Stellplatzvorgabe rühren, bot aber im Gegenzug an, weniger als 40 Prozent der Eigentumswohnungen an die Vergabe nach den städtischen Richtlinien zu binden.

„Wir schaffen mit dem Projekt dringend benötigten Wohnraum für die Einheimischen und verschönern dabei sogar noch das Stadtbild“, war Andreas Geschier (CDU) überzeugt.

Rolf Deißler (FDP) lobte die gelungene Kombination aus Eigentum und Mietwohnungsbau, und Martin Kallweitt (AfD) war überzeugt, das Projekt füge sich in ein modernes Stadtbild ein. JOST

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