Erklärung der Initiative Bahnhof Oberwinter zur aktuellen Situation
Stehen alle Signale für den RRX auf Grün?
Oberwinter. In den vergangenen Tagen überschlugen sich die Meldungen, wonach Oberwinter endlich wieder mit dem RRX an den Expressverkehr angeschlossen wird. Der RRX kann demnächst in Oberwinter halten, weil auf das Rangieren in Remagen verzichtet wird. Dies schafft erst die für den Halt in Oberwinter benötigte Fahrplanreserve.
Dass es so kommen soll, ist der Einsicht einiger weniger Verantwortlicher bei den Aufgabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs zu verdanken. Auf die Problematik des An- und Abkoppelns in Remagen hat die Initiative Bahnhof Oberwinter stets in den Medien hingewiesen.
Bei Licht besehen ist der baldige RRX-Halt in Oberwinter bislang nur ein Versprechen von SPNV-Nord-Verbandsdirektor Thomas Müller. Ein Versprechen allerdings, auf das über 1000 Pendler und Reisende in Oberwinter und Umgebung fest zählen. Voraussetzung für die zukünftige RRX-Verbindung ist nach übereinstimmender Lesart der Umbau des Bahnhofs Oberwinter. Heißt das, dass es jetzt mit Volldampf Richtung Bauarbeiten geht? Mitnichten.
Zuerst beginnt die Ausschreibungsphase. Schon einmal, nämlich vor einem Jahr, stellte sich heraus, dass bei der Ausschreibung seinerzeit kein einziges Unternehmen bereit war, ein Angebot für den Bahnhof Oberwinter einzureichen. Was wird passieren, wenn sich das wiederholt? Hinzu kommt: Noch immer ist die linke Bahnstrecke zwischen Kalscheuren und Remagen überlastet. Es fehlen Gleise und Überholmöglichkeiten. Der Bahnexperte und NRW-Verkehrspolitiker Sebastian Hartmann dazu: „Ziel muss es sein, vor allem die Trassenkonflikte auf der Schiene zu bewältigen. Es müssen Ausweichstrecken geschaffen und Nadelöhre beseitigt werden.“
Der Bahnhof Oberwinter verfügte einmal über insgesamt vier Gleise. Der Bereich vom Bahnhof aus Richtung Süden ließe die Wiedererrichtung von mindestens einem zusätzlichen Gleis von mehr als einem Kilometer Länge zu. Entgegen anderslautender Meldungen werden Überholgleise in Oberwinter von den zuständigen Stellen noch immer diskutiert. Kommen die Überholgleise tatsächlich, ist der Umbau des Oberwinterer Bahnhofs in seiner projektierten Form Makulatur. Denn dann würden genau dort Gleise verlegt, wo in den Umbauplänen Betonrampen als barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen vorgesehen sind. Der Bahnhof müsste in dem Fall völlig neu geplant werden, denn Gleisinfrastruktur geht vor Gebäudeinfrastruktur. Was bedeutet das für den Halt des RRX? Wird er sich auf unbestimmte Zeit verzögern? Die Initiative Bahnhof Oberwinter fordert nachdrücklich, dass das Versprechen gehalten wird und der RRX so schnell wie möglich in Oberwinter hält. Wenn sich nach der Ausschreibungsphase oder durch sich ändernde Gleisplanungen herausstellen sollte, dass die Bauarbeiten am Bahnhof erst Jahre später angegangen werden können, muss zwingend ein Plan B greifen: die unverzügliche Errichtung eines Provisoriums zur Bahnsteigerhöhung wie in Bad Breisig. Entgegen aller Behauptungen benötigt der RRX in Oberwinter nämlich keine komplett umgebaute Bahnstation, sondern lediglich zwei 76 Zentimeter hohe Bahnsteige.
Die Initiative Bahnhof Oberwinter wurde im Mai des vergangenen Jahres von Robert Schittko, Philipp Rosenthal und Ingo Konrads gegründet und hat rund 200 Mitglieder. Sie ist unabhängig, überparteilich und vertritt ehrenamtlich die Interessen der Bahnnutzer des Bahnhofs Oberwinter in der Öffentlichkeit, bei politischen Entscheidungsträgern und den Aufgabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs.
Pressemitteilung
der Initiative
Bahnhof Oberwinter
