Politik | 30.04.2024

Die Verbandsgemeinde Bad Breisig will die Zukunft ihrer Grundschulen sichern und hofft auf Fördergelder

Steigende Schülerzahlen bedingen Erweiterung der Mensa

Die Lindenschule. Foto: GS

Waldorf. „Antragstellung auf Förderung nach dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFÖG).“ Was auf der Tagesordnung des Bad Breisiger Verbandsgemeinderates unter Leitung von Bürgermeister Marcel Caspers eher banal klang, ist Zukunftssicherung für die Schulkinder der Verbandsgemeinde. Denn es geht um die Beantragung von Mitteln für die Erweiterung der Mensa in der Lindenschule sowie eine Erweiterungsmaßnahme an der Leo-Stausberg-Schule. Und da war bei der Sitzung des Verbandsgemeinderates am 29. April Eile angesagt, denn die Frist für die Vorlage der Förderanträge beim Kreis Ahrweiler lief nur bis zum 30. April.

Hintergrund des Antrags ist der Rechtsanspruch auf der Ganztagesförderung für Kinder im Grundschulalter. Danach müssen die Schulträger, in diesem Fall die Verbandsgemeinde Bad Breisig, die Schulen für die künftigen zu gewährleistenden Betreuungsansprüche adäquat aufstellen, die erforderlichen baulichen Grundlagen schaffen. Für diese Investitionen können Fördermittel beantragt werden.

Kreis vergibt Bundesmittel

Dafür stehen im Kreis Ahrweiler aktuell 3,6 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung. Die Schulträger können nun in einem ersten Schritt vor Ort beabsichtigte Maßnahmen bei der Kreisverwaltung anmelden. Die Förderhöhe beträgt 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Das entspricht einem Maßnahmenvolumen von 5,2 Millionen Euro. Aufgrund der begrenzten Fördermittel von 3,63 Mio. Euro ist davon auszugehen, dass die eingehenden Anträge die Summe der zur Verfügung stehenden Mittel überschreiten werden. In diesem Fall werden seitens im Jugendhilfeausschuss des Kreis Ahrweiler Kriterien für die Bewilligungen erstellt. Gefördert werden können Neubau, Umbau, Erweiterung, Erwerb von Gebäuden oder Grundstücken, Ausstattung sowie bestimmte Sanierungsvorhaben. Bürgermeister Caspers rechnet mit einem Zuschuss in Höhe von 400000 Euro.

Mensa soll erweitert werden

Die geplante Erweiterung der Mensa an der Lindenschule erfolgt zur Gewährleistung der Betreuungsansprüche und aufgrund der prognostizierten wachsenden Schülerzahlen. Die Mensa ist Bestandteil des Bauvorhabens „Erweiterung der Lindenschule“ und befindet sich aktuell in der Ausführungsplanung. Die Grundfläche für den Anbau mit Mensa beträgt rund 600 Quadratmeter. Diese bietet Platz für 86 Kinder. Durch die Verlegung der Räume (Mensa, Küche und Mehrzweckraum) aus den Bestandsgebäuden in den Neubau, werden zusätzlich bis zu drei Klassenräume frei, die für den prognostizierten Mehrbedarf notwendig sind. Aufgrund der Gesamtmaßnahme „Erweiterung der Lindenschule“, bei der neben dem Anbau Mensa ebenfalls drei Klassenräume, ein Aufzug und ein Verbindungsgang zwischen den Schulgebäuden geplant wird. Der Gesamtansatz im Haushalt der Verbandsgemeinde für die „Erweiterung der Lindenschule“ beläuft sich aktuell auf 6,2 Millionen Euro. Der Förderantrag für die Mensa wurde fristgerecht auf den Weg gebracht.

Schulentwicklungsplan

Ein Blick in den Schulentwicklungsplan, der ebenfalls den Rat passierte, zeigt laut Caspers, „wo die Reise hingeht. Denn daraus geht hervor, dass sich die Lindeschule seit einigen Jahren hin zu einer fünfzügigen Grundschule entwickelt hat. Diese wird prognostisch 2029/30 voll aufgebaut sein (20 gebildete Klassen). Praktisch ist die Schule mit 19 gebildeten Klassen bereits ab dem Schuljahr 2024/25 als fünfzügig anzusehen. Die Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamts bis 2040 bestätigt eine dauerhafte Fünfzügigkeit an der Lindenschule. Mit teilweise starken Einschulungsjahrgängen je rund 120 Kindern wird die Schule in den kommenden Schuljahren teilweise sehr volle Klassen bilden.

An der Leo-Stausberg-Grundschule ist die Anzahl der Schüler in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. An der Schule gab es je nach Einschulungsjahrgang ein bis zwei Eingangsklassen. Aktuell führt die Schule sechs Klassen. Schwankende Einschulungszahlen werden auch die nächsten Schuljahre prägen. Die Schule wird daher auch in den kommenden Jahren weiterhin ein bis zwei Eingangsklassen bilden, und vier bis sechs Klassen insgesamt führen. Grund dafür sind die unterschiedlich starken Geburten- respektive Einschulungsjahrgänge in Brohl-Lützing. Im Rat wurde zudem angesprochen, dass sich in Brohl-Lützing Teile der Elternschaft auch ein Betreuungsangebot für die Schule wünschen.

Aktuelle Zahlen

Aktuelle Zahlen: Die Lindenschule wird derzeit von 410 Kindern in 18 Klassen besucht. Davon haben 22 Prozent einen Migrationshintergrund, 15,6 Prozent sind Ausländer. Die Ganztagsquote liegt bei 40 Prozent, Tendenz steigend. Die Betreute Grundschule besuchen 21,2 Prozent. Die Leo-Stausbergschule wird von 104 Kindern in sechs Klassen besucht. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund beträgt 16,3 Prozent, der Anteil der Ausländer ebenfalls 16,3 Prozent. GS

Die Lindenschule. Foto: GS

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