Politik | 25.01.2019

B-Kandidat übernimmt im Juni das Landtagsmandat von Fredi Winter

Sven Lefkowitz will Pflege und Gesundheit voranbringen

Den Amtsinhaber Fredi Winter verbindet eine große Heimatverbundenheit mit seinem Nachfolger und Parteifreund Sven Lefkowitz.FF

Neuwied. Als sogenannter B-Kandidat, ein Nachrücker aus dem gleichen Wahlkreis, steht Sven Lefkowitz (SPD) seit 2011 als Nachfolger von Amtsinhaber Fredi Winter bereit. Im November 2018 ging dann plötzlich alles ganz schnell. Fredi Winter verkündete auf einer SPD Weihnachtsfeier in Puderbach, zum letzten Mal als Landtagskandidat vor Ort zu sein. Als das öffentlich wurde, musste Sven Lefkowitz schneller handeln als geplant. In der Senioren-Residenz Linz wurde kurzerhand eine außerordentliche Mitarbeiterversammlung einberufen. „Mir war wichtig, dass die Mitarbeiter es von mir persönlich erfahren“, berichtet der Einrichtungsleiter. Anfang Juni wechselt Sven Lefkowitz nach Mainz. Dass er damit der Pflege den Rücken kehrt, will er nicht stehen lassen. Ganz im Gegenteil kündigt der Heddesdorfer an, dass die Gesundheitsversorgung und Pflege Schwerpunkte seiner Tätigkeit sein werden. Lange Wartelisten bei den Einrichtungen und ein eklatanter Fachkräftemangel sowie das Fehlen geeigneter Hilfskräfte, bedürften ganz neuer Lösungsansätze. Sven Lefkowitz will auch das Image und die Anerkennung für den Beruf aufpolieren. Der ehemalige Abiturient erinnert sich noch ganz genau, wie die Freunde die Nase rümpften, als er in die Pflege ging. In den nächsten Wochen will Fredi Winter seine Kontakte nutzen, damit sein Nachfolger in den entsprechenden Ausschüssen seine Kompetenzen einbringen kann. In der Residenz Linz arbeitete sich Sven Lefkowitz seit 1999 vom Hilfspfleger über den Wohnbereichs- und den Pflegedienstleiter hoch zum Einrichtungsleiter. Nach dem Dienst nahm er auf eigene Kosten an zahlreichen Weiterbildungen teil. Mit dem Abbruch des Studiums mit 30 Jahren habe es bei ihm „klick“ gemacht. „Ich habe dann gelernt, geradlinig ein Ziel zu verfolgen“, sagt Sven Lefkowitz. Fredi Winter ist von dessen Lebensweg, zu dem auch Stationen als Pizzabote und Helfer im Paketzentrum gehören, begeistert. „Wir haben viel zu viele PPP´s (Penne, Politik, Pension) und zu wenige Handwerker und Kaufleute im Parlament“, bedauert der Abgeordnete. Sein Nachfolger indes wisse um die Sorgen und Nöte der Menschen, kenne sich in vielen Lebensbereichen aus. Zwei Jahre hat Sven Lefkowitz Zeit, auch die Wähler von sich zu überzeugen.

Zwei Jahre Zeit zum Bewähren

2021 sind Landtagswahlen. Einen aussichtsreichen Listenplatz gibt es für Sven Lefkowitz nicht. Der Weg ins Parlament führt nur über die Erststimmen. Die beiden Genossen wissen, dass es mindestens so viel auf die Person wie auf die Partei ankommen. „Ich bin 2016 auch von den Liberalen gewählt worden“, meint Winter. Trotz seiner Bekanntheit sank seine Zustimmung von 48,9 Prozent (2006), auf 45 Prozent (2011) auf zuletzt 38,5 Prozent der Erststimmen. Immerhin noch mit 8 Prozent Vorsprung auf den CDU Herausforderer. Seitdem hat die SPD aber an Popularität eingebüßt. Sven Lefkowitz entmutigt das nicht. Im Gegensatz zum öffentlichen Dienst gibt es bei ihm auch keine Chance auf eine Rückkehr. „Die Einrichtungsleitung ist ausgeschrieben, damit noch genug Zeit zur Einarbeitung bleibt“, erklärt der 50-Jährige. Sein eigener Fahrplan sieht vor, sich über die SPD Bürgermeister Volker Mendel und Horst Rasbach in den Verbandgemeinden Puderbach und Dierdorf bekannt zu machen und die örtlichen Gegebenheiten kennen zu lernen. „Viele Gespräche führen, Vertrauen bilden und authentisch rüberkommen“, bringt es Sven Lefkowitz auf den Punkt. Im Stadtgebiet ist der SPD Fraktionsvorsitzende aufgrund seiner langen politischen Tätigkeit deutlich bekannter als im Westerwald. Er weiß genau, was fehlt und möchte um Zuwendungen für Projekte der Infrastruktur, Kitas und Schulen, kämpfen. Zunächst müsse die Stadt aber liefern. Es stünden noch Haushaltsmittel vom Land zur Verfügung, die endlich investiert gehören. Einsetzen möchte sich Sven Lefkowitz für die ärztliche Versorgung und den Bürgerbus im Stadtgebiet und in den Verbandsgemeinden. „Es handelt sich um eine absolut sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV“, ist er überzeugt.

Fredi Winter ist zufrieden

Beim Blick zurück ist Fredi Winter zufrieden. 13,8 Mio. Euro seien seit 2011 nach Neuwied geflossen. Ein Großteil davon, wie Fredi Winter berichtet, weil er immer wieder intensiv in den verschiedenen Ministerien vorstellig wurde und sich vehement für seinen Kreis einsetzte. Klar, als Mitglied der Regierungspartei sei das ein oder andere natürlich leichter gefallen. Andererseits gebe es auch genug Begehrlichkeiten anderer Wahlkreise. Stolz ist Fredi Winter vor allem über die vielen Mio. Euro für die Modernisierung des Museums Monrepos und die Soziale Stadt. Hohe Zuwendungen flossen für den Zoo, das Bürgerhaus Kleinmaischeid und die Kunstrasenplätze in Feldkirchen und Engers und jetzt kürzlich für die neue Leichtathletikhalle. Wenig sichtbar aber sinnvoll stellte das Land Mittel für Maßnahmen am Holzbach zur Verfügung. Bevor Fredi Winter in den Landtag zog, war er im Rathaus für die Tourismusförderung verantwortlich. An dieses Thema knüpft er als stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission Tourismus an. Hier beschäftigt man sich mit Fragen, wie der Hotellerie und Gastronomie geholfen werden kann, etwa in Sachen Steuern, Arbeitszeiten oder Nachfolgeregelungen. „Aktuell sind wir auf der Suche nach einer Dachmarke für Rheinland-Pfalz“, berichtet Fredi Winter. Das Bundesland sucht die gemeinsame Klammer um die unterschiedlichen Regionen. Richtig ins Schwärmen kommt der Abgeordnete über seinen Vorsitz im Petitionsausschuss und Kraft diesen Amtes, über den Vorsitz der Strafvollzugskommission. „Ich kenne jedes Gefängnis im Land“, sagt Fredi Winter. Bei seinen Besuchen hat er für die Sorgen der Insassen, als auch für die Begehren der Beschäftigen ein Ohr. Hoch interessant und viel gelernt habe er dabei. Die Arbeit im Petitionsausschuss habe ihm vor allem in der politischen Arbeit sehr weitergeholfen.

Weiter politisch aktiv

Zwar freut sich Fredi Winter, zukünftig mehr Zeit mit seinen drei Enkeln verbringen zu können. Zur Ruhe setzen wird sich der 70-Jährige aber nicht. Für den Stadt- und Kreistag kandidiert er im Mai bei den Kommunalwahlen erneut. Bei der AWO engagiert er sich ebenso weiter als Präsidiumsvorsitzender, wie bei der SPD als Kreisvorsitzender. Erst kürzlich wurde er für zwei Jahre wiedergewählt. Und der Neuwieder Ehrengarde verspricht er sowieso, weiterhin mit Herzblut und großer Leidenschaft zur Verfügung zu stehen. FF

In der Stadt Neuwied ist der Heddesdorfer Sven Lefkowitz als langjähriger Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion bekannt (Foto Archiv FF)

In der Stadt Neuwied ist der Heddesdorfer Sven Lefkowitz als langjähriger Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion bekannt (Foto Archiv FF)

Den Amtsinhaber Fredi Winter verbindet eine große Heimatverbundenheit mit seinem Nachfolger und Parteifreund Sven Lefkowitz.Fotos: FF

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