Beratungsbedarf bei Umgestaltung des Karl-Kaufmann-Weges und Neubau des Karl-Esser-Platzes
Swisttaler Bauausschuss will sich vor Ort umschauen
Anwohner in Heimerzheim werden an Kosten beteiligt – Kanal in der Dorfstraße von Morenhoven soll im kommenden Jahr erneuert werden
Swisttal. Ob und wie der Karl-Kaufmann-Weg in Buschhoven umgestaltet werden soll, darüber sind sich die Fraktionen im Swisttaler Bauausschuss noch nicht ganz einig.
Deshalb sollen demnächst bei einer Ortsbesichtigung die Optionen diskutiert werden, vor allem hinsichtlich der geplanten Fällung von zahlreichen Bäumen.
Willi Eichmanns (CDU) stellte jedenfalls hinsichtlich des Quesnoy-sur-Deule-Platzes an der Kreuzung zur Alten Poststraße schon einmal klar: „Wir möchten keinen zweiten Toniusplatz dort haben, ein oder zwei Bänke sind okay, aber nicht mehr.“ Abgesehen davon müsse darauf geachtet werden, dass nach der Umgestaltung die Straße auch noch breit genug für Mähdrescher sei. Sozialdemokrat Paul Adams äußerte sich ähnlich: „Der Platz kann eigentlich so bleiben, wie er ist.“ Eine größere Umgestaltung sei nach seiner Ansicht eher eine „Luxusmaßnahme“, während die Straße nach Morenhoven tatsächlich saniert werden müsse.
Bäume sind nicht für den Standort geeignet
Dass allerdings mit dem Fällen der Bäume die Maßnahme steht oder fällt, machte Fachgebietsleiter David Henninghaus deutlich: „Wenn wir die stehen lassen, brauchen gleich wir gar nichts zu machen.“ Laut einem Gutachten seien die Bäume ohnehin nicht für diesen Standort geeignet und wegen ihres hohen Alters in absehbarer Zeit abgängig. „Und die Wurzeln sind schon seit über zehn Jahren ein Problem“, ergänzte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU).
Wurzelwerk bereitet Probleme
Besonders für Fußgänger sei die Situation dort stellenweise sehr schwierig, und auch Fahrzeuge hätten mitunter Probleme mit dem aus dem Untergrund herausragenden Wurzelwerk. Sie wies aber auch darauf hin, dass ausweislich des Planentwurfs zumindest am Quesnoy-sur-Deule-Platz nur die Aufenthaltsqualität verbessert, aber keine Bäume entfernt werden sollten.
Besonders die Benutzer von Rollator und Kinderwagen bekämen mitunter auf dem zu schmalen Bürgersteig Probleme, weil die Wurzeln der Robinien die Gehwegplatten hochgedrückt hätten. Außerdem störten sie mit ihrem Kletterwerk die Straßenbeleuchtung.
Mit der Umgestaltung soll eine uneingeschränkte Nutzung der Wege, eine durchgängige Beleuchtung, ein besserer Verkehrsfluss und zugleich eine Entschleunigung des Verkehrs geschaffen werden. Das will man erreichen, indem die Baumstandorte verändert und statt der alten Robinien kleinere, standortgerechtere Bäume gepflanzt werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit und Nutzbarkeit könne daher keiner der vorhandenen Bäume entlang der Straße erhalten bleiben, so Henninghaus.
Ohnehin seien die bestehenden Baumscheiben viel zu klein. Das Konzept sieht vor, die Baumscheiben rund zwei Meter in die Fahrbahn hinein zu verschieben, um damit den Verkehrsfluss ein wenig zu bremsen. Zwischen den Bäumen soll das Längs-Parken von Fahrzeugen ermöglicht und natürlich die Nutzung der Einfahrten zu den Grundstücken gewährleistet werden.
Risse und Setzungen auf der Straßenoberfläche
Der Kanal in der Dorfstraße von Morenhoven soll im kommenden Jahr erneuert werden, das beschloss das Gremium einstimmig. In den alten Betonrohren habe man bei einer Untersuchung jede Menge Korrosionsschäden vorgefunden, die wiederum zu Rissen und Setzungen auf der Straßenoberfläche geführt hätten, berichtete Diplom-Ingenieur Johannes Meyers. „Der Kanal ist statisch nicht mehr freitragend“, fasste er zusammen und ergänzte, dass die meisten der 23 Hausanschlüsse nicht fachgerecht angeschlossen und ebenfalls sanierungsbedürftig seien.
Deshalb solle auf einer Länge von 144 Metern der Mischwasserkanal in einer offenen Bauweise erneuert werden. Dabei werde der komplette Kanal ein Stück tiefer gelegt als bisher, sodass man besser an die Hausanschlüsse herankomme.
Meyers rechnet mit einer Bauzeit von zwei Monaten, anschließend soll auch die Straßendecke erneuert werden. Über die Kosten vermochte er noch nichts zu sagen, doch sein Büro, die Ingenieurgruppe Steen-Meyers-Schmiddem GmbH aus Bonn, wurde mit der Planung beauftragt.
Arbeiten in Heimerzheim sind erschließungsbeitragspflichtig
Die Firma soll sich nach dem Willen des Ausschusses auch um den Straßenneubau im Umfeld des Peter-Esser-Platzes in Heimerzheim kümmern. Auf die Anwohner kommen in diesem Zusammenhang einige Kosten zu, denn da es sich um eine erstmalige Herstellung der Straße handle, seien die Arbeiten erschließungsbeitragspflichtig, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.
Zwischen Brückenstraße und Bachstraße müssen die Verkehrsteilnehmer mit zahlreichen Rissen und Aufbrüchen leben, beschrieb Meyers die derzeitige Situation. Zudem sei auch die Entwässerung unbefriedigend, der Untergrund nicht mehr zeitgemäß, und das Wasser sammle sich an mehreren Stellen.
Anwohner sollen über Ausbau mitreden dürfen
Für das 170 Meter lange Teilstück der Straße stellte er drei Planvarianten vor, die sich in Details unterschieden. Er strebe jedenfalls eine beidseitige Entwässerung an und wolle zudem mehr Straßenlampen aufstellen, erläuterte er. Zudem plädierte er dafür, die Fahrbahnoberfläche künftig mit Pflastersteinen zu gestalten, denn das erleichtere eventuell notwendige Reparaturen im Vergleich zu einer Teerdecke. Die Abrollgeräusche seien jedoch höher. Die Kosten schätzte der Planer bei allen drei Varianten auf knapp unter 200.000 Euro.
Welche der drei Varianten zum Zuge kommen soll, das will der Ausschuss allerdings erst dann entscheiden, wenn die Anwohner sich dazu geäußert haben. Denen soll die Planung in einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden, das beschloss der Ausschuss auf Anregung der SPD.
JOST
