Tierschutz wird kostengünstig ausgelagert
Stellungnahme zur Pressemitteilung der Kreisverwaltung „Tierschutz braucht Menschen“ im BLICK aktuell
Vorweg: jeder Verein, der sich um das Wohl von Tieren bemüht, hat jede auch noch so kleine Unterstützung verdient. Das steht für mich außerhalb jeglicher Diskussion. Gerade deshalb habe ich den oben genannten Artikel mit großer Verwunderung gelesen, insbesondere die Worte von Landrat Dr. Pföhler, der der Meinung ist: „Die Tierschutzvereine ... seien stets auf finanzielle Unterstützung angewiesen...“ Zitat Ende. Und diese Worte aus dem Munde genau des Landrats, der im letzten Jahr noch die Erhöhung des Haushaltsansatzes für den Tierschutz in Höhe von 3.000 Euro, welche die SPD im Kreis dem Remagener Tierheim zukommen lassen wollte, verweigerte, mit der Begründung, es gäbe keine Gegenfinanzierung! Und überhaupt. Da erhalten insgesamt sieben Vereine, die sich um das Wohl von Tieren kümmern, einen Gesamtzuschuss in Höhe von 1.850 Euro. Macht also pro Verein ca. 265 Euro ! Das entspricht in etwa den Futter- und Tierarztkosten des Tierheims und Tierschutzverein Kreis Ahrweiler für einen Tag, bzw. ungefähr der Höhe einer Spende von ein paar Grundschülern, die einen privaten Garagenflohmarkt veranstalten. Sehr großzügig! Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Aufbewahrung von Fundsachen – und um solche handelt es sich rein rechtlich leider bei Tieren – eigentlich Aufgabe der Kommune ist und von dieser an den Tierschutzverein Kreis Ahrweiler „ausgelagert“ wird. Des Weiteren erhält mit dem Eifelhof Frankenau auch ein Verein, nämlich der Tierschutzverein Bonn, einen Zuschuss, der nicht verpflichtet ist Fundtiere des Kreises aufzunehmen und dies in der Regel auch nicht macht. Hierzu muss man noch anmerken, dass der Tierschutzverein Kreis Ahrweiler e.V. den gesamten Kreis Ahrweiler zwischen Rheinufer und Adenau betreut. Ein nicht gerade kleines Gebiet.
Axel Niesen
