Die neue Citymanagerin von Koblenz Miriam Schuff im Interview
Tradition erleben und Neues entdecken
Koblenz/Sinzig. Seit Februar hat die Koblenz-Stadtmarketing GmbH eine neue Citymanagerin. BLICK aktuell sprach mit Miriam Schuff über ihre Aufgabe als Citymanagerin und Geschäftsführerin, die Herausforderungen in der Schängelstadt und ihre Ideen für die Zukunft.
Die 28-jährige Miriam Schuff, in Winningen und Brodenbach an der Mosel aufgewachsen, begann ihre berufliche Karriere in einer Softwareagentur. Die Netzwerkerin, die sich bereits im Studium stark für Vertrieb und Marketing interessierte, erkannte jedoch schnell, dass diese Aufgabe nicht zu ihr passte. Durch Zufall las sie im Urlaub die Stellenausschreibung CitymanagerIn in Koblenz gesucht. Hier sollte sie, die auch anderen empfiehlt „sich nicht irgendwo reinquetschen zu lassen“, ihren „Traumjob“ finden.
Doch was macht eine Citymanagerin eigentlich? Laut Beschreibung sei dies die Attraktivität der Innenstadt zu bewahren und innovativ zu fördern. In Wahrheit ist es natürlich viel mehr, woraus sich eine große Freiheit, immer in Zusammenarbeit mit einem tollen Team, ergebe. Traditionelles, wie der Schängelmarkt, solle weitergeführt und neue Konzepte, wie z.B. das Koblenzer Ufer Kino, entwickelt werden. Darüber hinaus gehöre die Unterstützung der Einzelhändler zu ihrem Aufgabenbereich. Wichtig ist es der gebürtigen Koblenzerin, die Stadt mit guten Konzepten zukunftssicher zu machen, da natürlich jede Stadt einem kontinuierlichen Wandel unterliege. Sie und ihr Team könnten Koblenz nicht revolutionieren, aber das schöne, wie tolle Geschäfte, abwechslungsreiche Veranstaltungen etc., müsse sichtbarer werden. „Koblenz hat so viel Potential, aber viel zu wenige kriegen es mit“, so Schuff.
Angesprochen auf die Herausforderungen sprach die Citymanagerin vom weitverbreiteten „Sterben vieler Innenstädte“, dem entgegengewirkt werden müsse. Attraktivität bedeute Leben im Stadtkern, wozu neben Einzelhandel und Gastronomie auch Wohnen sowie Arbeiten gehöre. „Digitalisierung darf hierbei nicht nur als Konkurrenz, sondern auch als Möglichkeit gesehen werden“, meint Miriam Schuff. Die Strahlkraft der Stadt müsse erhöht werden: „die Leute sollen über Koblenz sprechen und wissen, wie viel Schönes es hier gibt.“ Ein weiteres Ziel sei es, die Menschen wieder „zurückzugewinnen“. Viele kehrten den Städten während der Coranapandemie den Rücken und kämen nur schleppend zurück. Hierzu die Citymanagerin energisch: „Man kann sich in Koblenz beim Bummeln oder Feiern wieder sicher fühlen und dabei gleichzeitig die Stadt unterstützen.“ Hierzu wolle man Anreize schaffen und die Menschen überraschen.
Für die Zukunft ist Miriam Schuff im regen Austausch mit Einzelhandel, Gastronomie, der Stadt und vielen weiteren Akteuren, um im Team eine gemeinsame Vision für Koblenz zu entwickeln. Welche Vorstellungen für die Stadt gibt es und wie kann man diese vereinen. Es solle ein neuer Mix für die Schängelstadt gefunden werden.
Nach einem knappen halben Jahr im Amt soll nun aber erst mal ihr Team bei der Koblenz-Stadtmarketing GmbH weiter zusammenwachsen und den vorhandenen Konzepten ein Feinschliff verpasst werden, um wie z.B beim Koblenzer Ufer Kino oder beim Schängelmarkt Orte zu schaffen, wo Menschen gerne hingehen und ihre Zeit mit viel Freude verbringen.
Miriam Schuff empfiehlt allen, sich Koblenz doch einmal genauer anzuschauen: „es passiert gerade so viel. Kommen Sie vorbei und überzeugen Sie sich selbst, wie schön es hier an Rhein und Mosel ist.“AP
