Politik | 11.07.2017

Leserbrief zum Thema Chlorung Trinkwasser

Transparente Intransparenz

Bürger werden beim Trinkwasser schlecht informiert

Eine Recherche im Internet fördert manchmal interessante Dinge zu Tage. So wurde ich vor einigen Tagen im Rats- und Bürgerinformationssystem der VG Bad Breisig fündig. Laut dessen Auskunft, hat am 27.06.2017 eine Sitzung des "Werksausschuss des Eigenbetriebes Wasserwerk" stattgefunden. Auf Punkt 4 der Tagesordnung stand der "Sachstandsbericht zur Chlorung des Trinkwassers". In der hierzu gehörigen Vorlage steht, dass die Chlorung wegen weiterhin unauffälliger Proben am 16.06.2017 eingestellt werden soll. Soweit so gut. Doch was darf man dann im darauf folgenden Satz lesen: "Eine Information der Öffentlichkeit erfolgt vorerst nicht, um bei einem Wiederaufkeimen schneller reagieren zu können. So wäre eine Wiederaufnahme der Chlorung ohne erneute Information der Öffentlichkeit möglich." Hier informiert also die Verwaltung nur diejenigen Bürger, die sich selbst informieren (können), dass sie und alle anderen Bürger erstmal nicht informiert werden sollen! Was für sich genommen einer gewissen Komik nicht entbehrt, ist natürlich bei näherer Betrachtung ein wirklich "starkes Stück". Sind wir Bürger es nicht wert, über Veränderungen des sog. "Lebensmittels Nr. 1" aktiv informiert zu werden? Die Informationen zu dieser Thematik in der Tages- und Wochenpresse sind ohnehin sehr spärlich. Ich frage mich wirklich, was hier im Kopf der Verantwortlichen vor sich geht. Dienstleistungsgedanke oder Transparenz sind immer noch Fremdworte und werden manchmal, wie hier, durch die "Hintertür" ad absurdum geführt. Ach ja, wer zu diesem Thema weiter recherchiert, wird herausfinden, dass laut Meldung auf den Internetseiten der Stadtwerke Sinzig, das Wasser nun doch weiter gechlort werden muss, da bei weiteren Proben Keime gefunden wurden.

Michael Daum, Bad Breisig

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