Politik | 22.02.2022

Verkehrsbericht der Polizeiinspektion Remagen

Trend beim Rückgang der Verkehrsunfälle mit Verletzten setzt sich weiter fort

Mehr Unfälle als im ersten Pandemiejahr, aber deutlich weniger Unfälle als im Durchschnitt der letzten Jahre Aufklärungsquote bei den Verkehrsunfällen mit „Fahrerflucht“ stabilisiert sich auf hohem Niveau Mehr Unfälle unter Alkohol-/Drogeneinfluss - Polizei schaut hin - Junge Fahrer und Senioren bleiben Risikogruppen

Remagen. Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion (PI) Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig, sowie die Verbandsgemeinde Bad Breisig und einen Großteil der Verbandsgemeinde Brohltal. Somit ergibt sich eine zu betreuende Gesamtfläche von mehr als 250 Quadratkilometern mit über 60.000 Einwohnern. Das betreffende Straßennetz umfasst neben einer Vielzahl innerörtlicher Straßen auch ca. 60 Kilometer Bundesstraßen, über 105 Kilometer Landesstraßen und rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Unfallentwicklung

Im Jahr 2021 ereigneten sich auf dem oben aufgeführten Straßennetz insgesamt 1.807 Verkehrsunfälle. Im Vorjahr war der Wert auf ein Rekordtief von 1.638 gesunken. Dies könnte unter anderem den damaligen Lockdown-Maßnahmen im Rahmen der Corona Pandemie zuzuschreiben sein. Der Mittelwert aus den Jahren 2015 bis 2020 beziffert sich auf 1.860 Unfälle.

Von der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ereigneten sich 1.306 innerhalb geschlossener Ortschaften und 501 außerhalb geschlossener Ortschaften. Die daraus resultierenden Unfallhäufungsstellen werden statistisch herausgearbeitet und anschließend im Rahmen der jährlichen Unfallkommission (LBM, Kreisverwaltung, Kommune und Polizei) fortlaufend analysiert und in der Folge durch geeignete Maßnahmen optimiert.

Die Hauptunfallursachen lagen wie bereits in den Vorjahren in den Tatbeständen des zu geringen Abstands (ca. 43 Prozent), gefolgt von Fehlern beim Wenden oder Rückwärtsfahren (20,4 Prozent) und zu hoher bzw. nicht angepasster Geschwindigkeit (7,2 Prozent). Häufig treffen auch mehrere Ursachen zusammentreffen, aber die Hauptunfallursache ist fast ausschließlich menschlichem Fehlverhalten zuzuschreiben.

Nur sehr selten führt ein technischer Mangel oder Defekt zu einem Verkehrsunfall (0,7 Prozent).

Verletzte Personen im Straßenverkehr

Bei 1.645 Verkehrsunfällen blieb es 2021 in der Folge bei einem Sachschaden (ca. 91 Prozent der Unfälle), 162mal musste Personenschaden verzeichnet werden.

Mittelfristig betrachtet nimmt die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Dienstgebiet der PI Remagen erfreulicherweise kontinuierlich und vor allem deutlich ab: Im Vergleich zum errechneten Mittelwert der Jahre 2015 bis 2020 (= 225 Unfälle) ist deren Zahl in 2021 um ganze 28 Prozent rückläufig. Bei diesen 162 Unfällen mit Personenschäden in 2021 verletzten sich 219 Menschen, davon 180 leicht und 38 Personen schwer.

Ferner kam es im Dienstgebiet der PI Remagen im November 2021 zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang, bei dem eine 90-jährige Fußgängerin in Bad Breisig von einem Pkw erfasst wurde.

Verkehrsunfälle mit Flucht

In 405 Fällen entfernte sich der Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort. Positiv zu verzeichnen ist dabei die weiterhin hoch bleibende Aufklärungsquote. In 46,42 Prozent der Fälle konnte der Unfallverursacher durch die PolizeibeamtInnen ermittelt werden. Auch wenn dies im Durchschnitt ein hohes Niveau verzeichnet, bleibt leider jeder zweite Geschädigte auf seinem Sachschaden „sitzen“. Um die Aufklärungsquote weiterhin zu verbessern sind die BeamtInnen auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. In den meisten Fällen kann der Verursacher aufgrund von Zeugenmeldungen, insbesondere dem Ablesen von Kennzeichen, gestellt und zur Schadensregulierung herangezogen werden.

Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen

Einen merklichen Anstieg gab es im Bereich der Verkehrsunfälle mit Alkohol und Drogen. Die Polizei Remagen registrierte 48 Unfällen unter berauschenden Mitteln. Davon waren 33 FahrzeugführerInnen alkoholisiert und 15 standen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Dieser Wert lässt aufhorchen, da auch hier für 2020 noch ein Rekordtief (= 19 Unfälle) zu Buche stand. Auch im Vergleich zu den Vorjahren 2015 bis 2019 ist dies der bislang höchste Wert.

Trotz dieser Daten kann nicht pauschal angenommen werden, dass generell mehr Personen im Straßenverkehr Alkohol und Drogen konsumieren und Verkehrsunfälle verursachen. Anzunehmen ist hier zumindest auch eine Aufhellung des Dunkelfeldes aufgrund des kontinuierlich steigenden Niveaus der Aus- und Fortbildung, der in diesem Bereich eingesetzten BeamtenInnen. Ferner könnte eine gesteigerte Hinweisbereitschaft aus der Bevölkerung eine Rolle spielen.

Junge Fahrer und Senioren

Für beide (Risiko-)Gruppen registrierte die PI Remagen in 2021 mit 400 bzw. 402 nahezu identische Unfallzahlen. Während dies im Seniorenbereich (-> älter als 65 Jahre) praktisch genau den mittelfristigen Trend widerspiegelt (Mittelwert 2015 bis 2020: 399 Unfälle), ist dies bei den jungen Fahrern (= 18 bis 24-Jährige) vor allem nach dem hoffnungsvoll stimmenden Jahr 2020 mit „nur“ 332 Unfällen leider wieder ein Rückfall auf das Niveau von 2018 und davor.

Wildunfälle

Mit genau 250 entfällt erneut eine erkleckliche Zahl an Unfällen auf Kollisionen mit Wild oder andern Tieren auf der Fahrbahn. Diese Zahl veränderte sich in den zurückliegenden Jahren kaum und pendelt sich in einem engen Korridor von +/- 10 Unfällen ein.

Straßenverkehrsüberwachung und präventive Maßnahmen

Die aktuelle Unfallentwicklung kann durch präventive Maßnahmen der Polizeiinspektionen positiv beeinflusst werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Präventivmaßnahmen ist die Verkehrserziehung innerhalb der Jugendverkehrsschule, sowie themenbezogene Veranstaltungen in Schulen. Trotz Corona-Pandemie konnte die Jugendverkehrsschule durch die dafür ausgebildeten Beamtinnen der PI Remagen durchgeführt werden. Im Jahr 2021 konnten beispielsweise 243 Grundschulkinder ihre Radfahrausbildung abschließen.

Von den Beamten der PI Remagen wurden im Jahr 2021 eigenständig insgesamt 99 Geschwindigkeitsmessungen mittels Laserpistole durchgeführt. Ergänzt wurden diese Messungen durch den Einsatz der Radarfahrzeuge und die semistationären Radaranhänger aus dem Pool der Verkehrsdirektion Koblenz. Diese Einsatzmittel standen der Polizei Remagen im abgelaufenen Jahr an 30 Terminen bzw. Messstellen zur Verfügung.

Neben den verschiedenen Methoden der Geschwindigkeitsmessung sind vor allem stationäre und mobile Verkehrskontrollen ein bewährtes und unverzichtbares Mittel der Polizei wenn es darum geht, sich ein Bild von der Verkehrstüchtigkeit und -tauglichkeit der Fahrzeugführer und dem technisch einwandfreien Zustand der Fahrzeuge zu verschaffen oder die Einhaltung von Verkehrsregeln z.B. im Umfeld von Kindergärten, Schulen oder anderen gefahrenträchtigen Stellen zu überwachen.

Im Rahmen aller Kontrollmaßnahmen wurden 6.287 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen und in 1.050 Fällen mussten Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Zusätzlich wurden 25 Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet. Weitere 9 Fahrer verstießen gegen die 0,5-Promille-Grenze. Insgesamt 40 Fahrten unter dem Einfluss von Betäubungsmittel konnten festgestellt werden.

Auch in diesen Fällen wurden entsprechende Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet. Weitere 269 Strafanzeigen wurden im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr erfasst, darunter fallen unter anderem das Fahren ohne Fahrerlaubnis oder die Nötigung im Straßenverkehr.

Die BeamtInnen der PI Remagen werden auch in 2022 ihr Bestes geben und vollen Einsatz zeigen, damit das in vielen Bereichen hohe Sicherheitsniveau im Straßenverkehr gehalten und in den wenigen Problemfeldern weiter verbessert werden kann. Hierbei ist sie auf die Mitwirkung und Aufmerksamkeit der Mitbürger angewiesen, vor allem als Ersthelfer Unfallstellen abzusichern oder die Bereitschaft, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen - damit alle jeden Tag gesund nach Hause kommen.

Pressemitteilung der

Polizeiinspektion Remagen

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