Abordnung aus sieben Mitgliedern von Wershofen Aktiv reiste nach Mainz
Übergabe der Unterschriftenliste L74
Wershofen/Mainz. Eine Abordnung aus sieben Mitgliedern von Wershofen Aktiv hat kürzlich im Verkehrsministerium in Mainz 1.331 Unterschriften übergeben.
Wershofen Aktiv und die Unterzeichner/-innen der Unterschriftenliste fordern damit den Ausbau der Landesstraße 74. Die Abordnung wurde von Herrn Dr. Greulich, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Koblenz, Udo Seifen, 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde Adenau und Robert Müller unterstützt und begleitet.
Weitere Unterstützer aus der Politik konnten leider den Übergabetermin, entschuldigt, nicht wahrnehmen. Horst Gies, MdL befand sich auf einer Klausurtagung, der Verbandsbürgermeister von Adenau, Guido Nisius, konnte urlaubsbedingt nicht teilnehmen sowie Ortsbürgermeister von Wershofen, Robert Zawada, aus beruflichen Gründen. Der 1. Vorsitzende von Wershofen Aktiv, Mario Kaspers, war leider gesundheitlich verhindert.
Im Ministerium wurden die Teilnehmer des Übergabetermins „Ausbau der L74“ von Staatssekretär Andy Becht, als Stellvertreter für den Verkehrsminister Dr. Volker Wissing und Marco Weber, MdL empfangen und begrüßt.
Staatssekretär Andy Becht erörterte den Anwesenden das Verfahren für die Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) der Landesstraßen in Rheinland-Pfalz. Seit der letzten Bewertung hat sich der Zustand der L 74 zwischen der Einmündung L73 und Ortseingang Wershofen weiter verschlechtert. Es sei im Verkehrsministerium bekannt, dass die L74 in einem sehr schlechten Zustand ist. Das gelte aber auch für viele andere Straßenabschnitte im Land. Deshalb werde in einem objektiven und landesweit einheitlichen Verfahren die Dringlichkeit anstehender Baumaßnahmen bewertet. Hierzu werden neben dem Zustand auch weitere Faktoren wie Verkehrsbelastung, Unfallsituation und Baukosten berücksichtigt.
Umdenken erforderlich
Die sehr geringe Frequentierung der L74 liegt bei nur circa 1.200 Fahrzeugen in 24 Stunden und die Unfallstatistik sei unauffällig. Würden zum Beispiel wesentlich mehr Fahrzeuge die L74 täglich passieren und es läge eine deutlich höhere Unfallquote vor, würde sich das auf die Bewertung auswirken. Von daher führte Andy Becht an, dass es für die Ortsgemeinde Wershofen schwierig sei, nach dem jetzigen Bewertungsverfahren die für eine Berücksichtigung im Investitionsplan nötige Punktzahl zu erreichen.
Hier sei künftig ein Umdenken für den standortbenachteiligten Raum erforderlich, das heißt, es müssten überarbeitete Bewertungskriterien für die Zustandserfassung und -bewertung der Landesstraßen (ZEB) angewendet werden.
Andy Becht hat die Problematik der Zustandserfassung und -bewertung erkannt und die Überprüfung der Bewertungskriterien in Aussicht gestellt, damit der ländliche Raum beziehungsweise Ortsgemeinden wie Wershofen mit topografisch benachteiligtem Standort bessere Chancen haben, in künftige Landesstraßenbauprogramme aufgenommen zu werden.
Weiterhin teilte er den Teilnehmern des Übergabetermins mit, dass der Teilabschnitt L74 von Wershofen in Richtung Hümmel im bisherigen Investitionsplan 2014/2018 grundsätzlich bereits vorgesehen war. Da der Bauabschnitt aber noch nicht in ein Bauprogramm aufgenommen werden konnte, sei er für den nächsten, bis zum Jahr 2023 reichenden Investitionsplan vorgemerkt.
Der 2. Beigeordnete der Ortsgemeinde Wershofen und 2. Vorsitzende von Wershofen Aktiv, Andreas Brenner und die Mitglieder von Wershofen Aktiv dokumentierten anhand von Bild- und Videomaterial den desolaten Zustand der Straße, die Schwierigkeiten und Gefahren bei Begegnungsverkehr, insbesondere mit Bussen und LKW.
Durch topografische Höhenlage standortbenachteiligt
Weiterhin trugen die Mitglieder von Wershofen Aktiv vor, dass die Ortsgemeinde Wershofen, bedingt durch ihre topografische Höhenlage, sehr standortbenachteiligt ist. Der Ausbau der Landesstraße 74 wäre für die Infrastruktur dringend erforderlich. Weiterhin wurde darauf hingewiesen, dass es in Wershofen etliche Gewerbebetriebe mit weit über 100 Arbeitsplätzen gibt. Ein besonderes Augenmerk sei auch der jüngeren Generation zu schenken, welche die Landesstraße 74 als Schüler beziehungsweise als Fahranfänger passieren.
Es geht in der Forderung von Wershofen Aktiv und den Unterzeichnern der Unterschriftenliste um Menschen und nicht um Zahlen, daher wird die Änderung der Bewertungskriterien, wie von Andy Becht in Aussicht gestellt, dringend gefordert und mit der Übergabe der Unterschriftenliste L74 untermauert.
Ausbau der „Nabelschnur“ dringend notwendig
Herr Dr. Greulich von der Industrie- und Handelskammer, der die Ortsgemeinde Wershofen in den letzten Jahren mehrfach besucht hat und sich dabei über den Wirtschaftsstandort informierte, betonte ausdrücklich die Notwendigkeit des Ausbaus der L74 von der Einmündung L73 bis Ortseingang Wershofen, da es sich hier um die „Nabelschnur“ von und nach Wershofen handle.
Es sei derzeit die einzige Anbindung für Schwerlastverkehr. Ohne die gewünschten Forderungen von Wershofen Aktiv und den Unterzeichnern und Unterzeichnerinnen stagniere die Infrastruktur, beziehungsweise es sei mit einem Rückgang zu rechnen. Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen wären in Gefahr.
Marco Weber, MdL (FDP), der sich auch vor Ort in Wershofen über die Standortsituation informierte, schloss sich den Vorträgen von Wershofen Aktiv und Herrn Dr. Greulich (IHK) an und sprach sich auch für die dringende Notwendigkeit des Ausbaus der Landesstraße 74 aus. Er sagte im Übergabetermin, in Zusammenarbeit mit Horst Gies, MdL (CDU) weitere Fürsprache und Unterstützung zu.
Mit der Übergabe der Unterschriftenliste „Forderung zum Ausbau der Landesstraße 74“ forderten die Teilnehmer von Wershofen Aktiv und ihre Unterstützer ausdrücklich die Aufnahme in das Landesstraßenbauprogramm 2021, beziehungsweise bei frei werdenden Finanzmitteln zu einem früheren Zeitpunkt.
Pressemitteilung Wershofen Aktiv
