Politik | 11.07.2022

Initiative Lebenswertes Weitersburg

Überraschung beim neuen Gewerbegebiet

Weitersburg. Gibt es bei der Sitzung des Gemeinderates am 21. Juli eine Überraschung zum geplanten Gewerbegebiet in Weitersburg? Das fragen sich die Besucher der vergangenen Sitzung des Bauausschusses. Was war geschehen?

Im Bauausschuss wurden die 60 Stellungnahmen der Bürger zur Planung vorgestellt und es sollte darüber beraten werden. So haben sich 58 Bürger in ihrer Stellungnahme gegen das Gewerbegebiet ausgesprochen. Eine Stellungnahme war für das Gewerbegebiet. Und ein Bürger hat sogar zwei Stellungnahmen abgeben: In der ersten hat er gegen die Planung und in einer zweiten Stellungnahme „nach einer Beratung“ dann für die Planung Position bezogen.

Der von der Gemeinde beauftragte Stadtplaner hat mitgeteilt, dass für die Planung besonders viele Gutachten erstellt werden müssen. Und zwar ein Artenschutzgutachten, Konzept für den naturschutzrechtlichen Ausgleich, Geruchsgutachten, Schallschutzgutachten, Planung Linksabbieger zur Kreisstraße, Entwässerungsplanung unter Berücksichtigung von Starkregenereignissen, Baugrunduntersuchung, Geophysikalische Prospektion und eine Verkehrsuntersuchung. Geht man von 10.000 Euro je Gutachten aus, summiert sich dies auf fast 100.000 Euro Kosten für die bereits hoch verschuldete Gemeinde.

Der Vertreter des Planungsbüros gab zu bedenken, dass es keinen Sinn macht, ein Gewerbegebiet zu entwickeln, bei dem die meisten Grundeigentümer ihre Flächen nicht für eine gewerbliche Bebauung verkaufen wollen. Das ist bekanntermaßen bei der Gewerbeplanung Weitersburg der Fall. Viele Kosten, die die Schuldenlast der Gemeinde steigern, wenig Einnahmen.

Ein besonderer Kostenpunkt ist der Bau einer Linksabbiegespur auf der Kreisstraße, der vom Landesbetrieb Mobilität gefordert wird.

Der Stadtplaner wies noch auf einen weiteren relevanten Punkt hin. Die angestrebte Regelung bestehender und beantragter Nutzungen ist durch den Bebauungsplan nicht möglich, da diese in einem eingeschränkten Gewerbegebiet nicht zulässig wären.

Unter dem Eindruck des enormen Widerspruchs der Weitersburger, der Kosten und Probleme wurde seitens der CDU angeregt, die Planung einzustellen. Vertreter der FWG haben sich in der Sitzung leider nicht zu der Sache geäußert. Es bleibt daher offen, wie die FWG, die mit ihrer absoluten Mehrheit im Gemeinderat allein über die Einstellung oder Fortführung des Verfahrens bestimmen kann, in der Sitzung am 21. Juli entscheiden wird.

Pressemitteilung der Initiative

Lebenswertes Weitersburg

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