Politik | 20.07.2020

Anfragen der CDU-Abgeordneten des AW-Kreises Guido Ernst und Horst Gies

Ultranet: Antwort der Landesregierung

(v.l.) Karl-Heinz Sundheimer, Horst Gies und Guido Ernst. Foto: privat

Keis Ahrweiler. Auf die beiden Anfragen der Abgeordneten des AW-Kreises Guido Ernst und Horst Gies, sowie ihrer Kollegin aus dem Umweltausschuss des Landtags Stephanie Lohr, gibt es nun eine erste Antwort von Ministerin Ulrike Höfken. Hierbei betont sie vorweg, dass das Vorhaben auf Grundlage der „Vorgaben der Bundesregierung“ erfolge und die Zuständigkeit bei der Bundesnetzagentur liege. Ihr Ministerium habe nach Einleitung der Bundesfachplanung frühzeitig auf Fachebene und politischer Ebene sich mit Landkreisen; Bürgerinitiativen und der Antragstellerin bezüglich einer bürgerfreundlichen Trassenwahl ausgetauscht. Im Abschnitt D seien dann „signifikante Verbesserungen“ erzielt worden. Sie beruhigt aber auch, dass das Verfahren über den Verlauf des Trassenkorridors ja noch nicht abgeschlossen sei. Für die Anfrage stellenden CDU-Politiker ist fraglich, ob die Bürgerinnen und Bürger dies alles auch so sehen.

Keine Alternative für Rheinland-Pfalz geplant?

Nach der Festlegung auf die Bestandstrasse hatten sie zum Beispiel gefragt. Hier sieht die Landesregierung in der „Bündelung von Infrastrukturen“ einen „konfliktarmen Ansatz“, wodurch aber die „Prüfung bündelungsfreier Planungsräume“ nicht ausgeschlossen werden dürfe.

Die Frage 2 der Abgeordneten, warum in Baden-Württemberg und Bayern nur Erdkabel geplant werde und in Rheinland-Pfalz diese Alternative nicht vorgesehen ist, beantwortet die Ministerin lediglich mit dem Verweis auf Beratungsdokumente des Bundestags. Die Planungen zur Ultranettrasse seien zum Zeitpunkt der Neufassung des Bundesbedarfsplangesetzes im Dezember 2015 bereits fortgeschritten gewesen und es habe die Möglichkeit bestanden auf ein bestehendes System von Freileitungen zurückzugreifen. Auch diese Antwort ist für Guido Ernst und Horst Gies wenig überzeugend.

Noch enttäuschter sind sie über die Antwort auf ihre Frage, was die Landesregierung plane, um der Ungleichbehandlung der Bürgerinnen und Bürger bzw. Kommunen entgegenzuwirken. Hier verweist das Ministerium nur auf den bereits erwähnten engen Austausch mit den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern und die formellen Beteiligungsinstrumente. Auch die Gemeinden könnten hier für die Interessen der Bürger eintreten.

„Ja, aber was ist mit der konkreten Hilfe der Landesregierung“, fragen die Abgeordneten Gies und Ernst.

Auch die Frage nach dem Eingriff in die Planungshoheit der Kommunen wird mit dem Hinweis beantwortet: „ Die Kommunen haben in den einzelnen Verfahren der Netzbauplanung die Möglichkeit auf drohende Konflikte gegenüber der gemeindlichen Planung hinzuweisen. Letztlich ist die Bundesnetzagentur aber nicht an die gemeindlichen Festsetzungen gebunden. Vielmehr können jene Belange in die Abwägung der Trassenentscheidung eingebacht, im Ergebnis allerdings auch überwunden werden.“

Bei den Fragen zu den Gesundheitsrisiken der Hybridleitung gibt es allerdings Aktivitäten. Das Ministerium hat die „Erstellung eines Gutachtens bei der ETH Zürich beauftragt, in dem der wissenschaftliche Erkenntnistand bezüglich gesundheitlicher Wirkungen von Hybridleitungen dargestellt wird.“

Das Gutachten sei aber noch nicht abgeschlossen. Außerdem weist die Ministerin auf ein „ausbaubegleitendes Forschungsprogramm“ des zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz hin, das Auswirkungen auf die Gesundheit untersucht. Ob das die Bürgerinnen und Bürgern beruhigt, scheint den Abgeordneten aus dem Ahrkreis eher fraglich.

Pressemitteilung

Horst Gies MdL

Guido Ernst MdL

(v.l.) Karl-Heinz Sundheimer, Horst Gies und Guido Ernst. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Angebotsanzeige (April)
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
58

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
14

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Imageanzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Doppelseite PR/Anzeigen
SB Standesamt
Dauerauftrag 2026
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Koblenzer Kneipengeschichten
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Sachbearbeiter (m/w/d)
Anzeige KW 15