Politik | 09.12.2015

Rhein-Sieg-Kreis - Projekte zur Förderung der Sprachkompetenz

Umfangreiches Paket zur Sprachförderung

450.000 Euro aus Mitteln des Bildungs- und Teil- habepakets fließen in Projekte für Kitas, Schulen, Flüchtlinge

Rhein-Sieg-Kreis. Insgesamt 450.000 Euro fließen in Projekte zur Förderung der Sprachkompetenz von Kindern, Jugendlichen, heranwachsenden und erwachsenen Flüchtlingen im Rhein-Sieg-Kreis. Außerdem sollen die ehrenamtlich Tätigen in der Flüchtlingsarbeit unterstützt werden. Dieses umfangreiche Maßnahmenpaket beschlossen jetzt die Mitglieder des Kreisausschusses in ihrer Sitzung. Es finanziert sich aus zurückgezahlten Geldern des Bundes für das Bildungs-und Teilhabepaket. „Ich freue mich über diesen Beschluss. Damit werden erprobte Programme zur Sprachförderung unterstützt. Auch neue regionale Initiativen und Projekte vor Ort, wie beispielsweise Sprachcamps, werden nachhaltig gefördert“, betont Landrat Sebastian Schuster. Dabei liegt ihm auch gerade die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit am Herzen, deren Einsatz mit dem beschlossenen Paket gestärkt wird. „Viele Ehrenamtliche setzen sich bei Sprachkursen, Sprachfördermaßnahmen und Maßnahmen zur sozialen Integration von Flüchtlingen ein. Daher ist es notwendig, die Arbeit in der Flüchtlingshilfe aktiv zu unterstützen“, erläutert Landrat Sebastian Schuster das beschlossene Maßnahmenpaket. In die Sprachförderung an Kindertagesstätten und Schulen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund fließen 300.000 Euro. Die ehrenamtlich Tätigen erhalten für ihre Flüchtlingsarbeit 150.000 Euro.

Sprachförderprogramme

„Griffbereit“, „Rucksack KiTa“, „Rucksack Schule“ lauten die erprobten Sprachförderprogramme für Kinder und Jugendliche. Sie werden um weitere Projekte, wie den verstärkten Einsatz von Lese- und Schülerpaten, ergänzt. Besuche von außerschulischen Lernorten, die Teilnahme an kulturellen Bildungsangeboten oder an sprachbildenden Projekten an Schulen, wie beispielsweise Theater, sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entfaltung fördern. Ein weiterer besonderer Baustein für die (sprachliche) Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sind Sprachcamps während der Schulferienzeiten. Hier werden Selbstvertrauen und Sprachkompetenz durch Sprachkurse, Musik, Theater, Sport und das Erstellen einer Campzeitung gefördert. Für heranwachsende und erwachsene Flüchtlinge, aus nicht sicheren Drittländern - ausgenommen diejenigen aus Iran, Irak, Syrien und Eritrea, deren Kurse vom Bundesamt für Integration und Flüchtlinge gefördert werden - sollen Alphabetisierungskurse, Elternkurse mit Kinderbetreuung, berufsbezogene Sprachkurse unbürokratisch angeboten werden. Mit Fortbildungen, interkulturellen Trainings, Übernahme von Materialkosten, Dolmetscherkosten, Aufwandsentschädigungen sollen die ehrenamtlich Tätigen in ihrer Arbeit für Flüchtlinge praktisch unterstützt werden. Für die soziale und kulturelle Integration der Flüchtlinge in ihr neues Umfeld können beispielsweise Eintritte in Museen oder andere kulturelle Veranstaltungen nach Bedarf subventioniert werden.

Dieses gesamte Maßnahmenpaket kann voraussichtlich schon in 2016 um weitere rund 130.000 bis 150.000 Euro aufgestockt werden. Auf Beschluss des Kreisausschusses vom 16. November sollen 20 Prozent der Gelder, die Landrat a.D. Frithjof Kühn aus seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat der RWE erhalten hat, zur Sprachförderung verwendet werden, wenn Landrat a.D. Frithjof Kühn auf seinen bisher in diesem Zusammenhang geltend gemachten Vorbehalt verzichtet hat. Das jetzt beschlossene Konzept sieht vor, damit Sprachcamps für Kinder und Jugendliche sowie die Sprachförderung für heranwachsende und erwachsene Flüchtlinge zu bezahlen. Die Umsetzung des gesamten Maßnahmenpakets und die bedarfsgerechte Verwendung der Gelder erfolgen in Abstimmung des Kommunalen Integrationszentrums (KI) des Rhein-Sieg-Kreises mit den Kooperationspartnern vor Ort in den Städten und Gemeinden.

Informationen rund um das beschlossene Konzept und Projekte zur Förderung der Sprachkompetenz und zur Unterstützung des Ehrenamts in der Flüchtlingsarbeit gibt es beim KI - Kommunales Integrationszentrum - des Rhein-Sieg-Kreises, - Der Landrat-, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, Tel. (0 22 41) 13 - 30 66, E-Mail: integration@rhein-sieg-kreis.de.

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