Politik | 26.11.2019

Landwirte aus Remagen und Wachtberg trafen sich am Friedensmuseum

Und dann ging’s gemeinsam zur Demo nach Berlin

Übergabe des Staffelstabes von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen

Etwa 5.000 Traktoren machten sich auf den Weg nach Berlin, darunter auch Landwirte aus Remagen und Wachtberg. Fotos: AB

Remagen. Ein wohl eher seltenes Bild gab es am Sonntagnachmittag am Remagener Friedensmuseum. Landwirte aus Remagen und Umgebung sowie Wachtberg und Umgebung trafen sich mit ihren Treckern vor den Toren des Friedensmuseums. Vor Ort waren die Organisatoren Erwin Langen aus Remagen und Albert Schmitz aus Villip. Grund für die Aktion ist wohl die größte Kundgebung von Landwirten in der deutschen Geschichte am Dienstag in Berlin. Die Kundgebung wird organisiert von „Land schafft Verbindung“. Die Organisation ist noch recht jung und hat sich innerhalb kürzester Zeit über soziale Medien zusammengefunden. Mittlerweile gehören ihr weit über 100 000 Landwirte an. „Unser Ziel ist der Dialog zwischen Politik und Gesellschaft über aktuelle Herausforderungen innerhalb der Landwirtschaft“, so Albert Schmitz und Erwin Langen. Es könne nicht sein, dass den Landwirten die Gesetze einfach übergestülpt würden. Zahlreiche Landwirte seien sonst in ihrer Existenz direkt bedroht. Die Staffelfahrt, mit der die Landwirte ihre Briefe weiterreichen, bis sie in Berlin landen, ging am Montag weiter durch NRW, wo in mehreren Städten an historischen Stätten Halt gemacht wurde, um den Staffelstab weiterzugeben. Vom Bonner Landwirtschaftsministerium ging es am Montag weiter nach Köln auf den Domplatz, nach Düsseldorf, nach Dortmund, nach Hamm und nach Bielefeld.

In Berlin findet am Dienstag die Veranstaltung am Brandenburger Tor ihren Höhepunkt. Dort werden rund 20 000 Teilnehmer mit rund 5000 Traktoren zur Kundgebung, aus allen Bundesländern in Deutschland, erwartet.

„Das von den Ministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze präsentierte „Agrarpaket“ wurde überstürzt mit heißer Nadel gestrickt. Es gefährdet nicht nur unsere landwirtschaftlichen Betriebe, sondern ist auch eine Gefahr für die regionale Lebensmittelproduktion und für den Erhalt der ländlichen Räume. Das möchten wir verhindern und deshalb gehen wir auf die Straße und fordern einen Dialog“, so die Initiative „Land schafft Verbindung“. Gefordert werden unter anderem die Aussetzung des Agrarpakets und ergebnisoffene Neuverhandlungen. „Lösungen müssen mit uns besprochen und Gesetze uns nicht einfach übergestülpt werden“, fordern die Landwirte. AB

Landwirte an der Friedensbrücke bei ihrer Staffelfahrt auf dem Weg nach Berlin.

Landwirte an der Friedensbrücke bei ihrer Staffelfahrt auf dem Weg nach Berlin.

Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau zur Großdemo

Tausende Landwirte und Traktoren befinden sich in Berlin auf der Großdemonstration am Brandenburger Tor, davon viele Bauern per Traktor oder Sonderzug aus Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig finden landesweit Mahnfeuer gegen die aktuelle Landwirtschaftspolitik des Bundes und der Länder statt.

„Die Bauern und Winzer sind es leid, dass nur noch der Populismus und der sogenannte Mainstream die Politik bestimmen und nicht mehr der Sachverstand“, kritisiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper. „Seit Jahren kämpft der bäuerliche Berufsstand gegen dieses Verhalten der politischen Entscheidungsträger an. Ebenso ist seit Jahren der Insekten- und Bienenschutz ein wichtiger Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Arbeit. Die bedarfsgerechte Ausbringung von Düngemitteln gehört zur guten fachlichen Praxis. Die Nitratgehalte des Grundwassers sind mittlerweile insgesamt rückläufig. Die Landwirtschaft arbeitet gemeinsam mit der staatlichen Beratung intensiv an der Optimierung der Umweltleistungen. Die Trendwende ist klar erkennbar und dennoch werden Auflagen eingeführt, bei dem jeder Mensch mit klarem Verstand nur den Kopf schütteln kann“, betont Horper.

Die Politik müsse endlich wieder zur Sacharbeit zurückkehren. Auch der immerwährende Hinweis auf mögliche Strafzahlungen seitens der EU helfe nicht weiter. Überzogene Auflagen würden landwirtschaftliche Existenzen zerstören und der Umwelt nicht einmal helfen: „Das Maß ist voll, die Landwirte spielen diese politischen Spielchen nicht mehr mit! Die Bauern wollen bei politischen Entscheidungen zu Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen eingebunden werden. Außerdem ist das Land Rheinland-Pfalz aufgefordert, die sogenannten Roten Gebiete räumlich anzupassen und Einschränkungen nur dort vorzunehmen, wo die Landwirtschaft tatsächlich der Verursacher ist. Es muss endlich Schluss damit sein, die Landwirtschaft insgesamt unter Generalverdacht zu stellen und sie mit immer schärferen Auflagen zu belegen“. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau setzt sich intensiv für die berechtigten Anliegen der Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz ein und unterstützt die deckungsgleichen Forderungen der Initiative „Land schafft Verbindung“.

Pressemitteilung Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Etwa 5.000 Traktoren machten sich auf den Weg nach Berlin, darunter auch Landwirte aus Remagen und Wachtberg. Fotos: AB

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