FDP verurteilt „Haustürenanschlag“ in Heimerzheim
„Undenkbar im christlichen Abendland des 21. Jahrhunderts“
Heimerzheim. Der „Haustürenanschlag“ mit Bauschaum gegen den Ortsvorsteher von Heimerzheim, Hermann Leuning, und die Bürgerin Ulrike Koch ist schier unglaublich - „ob Karneval oder nicht: Wir sind doch nicht im wilden Westen, wo jeder zur Waffe seiner Wahl greift, wenn ihm was nicht passt“, empört sich Monika Wolf-Umhauer, Fraktionsvorsitzende der FDP. Das sei kein „Scherz“ mehr, sondern grobe Sachbeschädigung, also eine Straftat.
„Das Teuflische daran“ sei die zu vermutende Verbindung zu der Entscheidung im Gemeinderat, das „Kammerfeld“ verkehrsmäßig auch weiterhin ausschließlich über den Kreisel an den Märkten anzuschließen (fußläufig gebe es ja mehrere Alternativen).
„Ich empfinde das daher als einen unerhörten Einschüchterungsversuch unbescholtener Bürger und eines seit Jahren für sein Dorf engagierten Ortsvorstehers, den wir nicht hinnehmen können. Ich hoffe sehr, dass die eingeschaltete Polizei - vielleicht mit Hilfe der Beobachtung von Bürgern - den Täter schnell fasst und dann auch alle Schadenskosten tragen lässt“, so die Freidemokratin.
Schon die vorherige mehrfache Entfernung der Poller sei ein „selbstherrlicher Eingriff“ in den öffentlichen Raum gewesen: „Aber der persönliche Angriff auf Andersdenkende ist so dreist, dass es für mich im christlichen Abendland des 21. Jahrhunderts einfach unvorstellbar war.“
Demokratie lebe von Rede und Gegenrede, Diskussion und dem Austausch von Argumenten. Die bauliche Situation des „Kammerfelds“ müsse jedem, der dort hinziehe, bekannt sein. Jeder, der mit diesen Gegebenheiten nicht einverstanden sei, könne dies - wie bei den zeitgleichen gegenläufigen Anträgen „Öffnen“ bzw. „Schließen“ des Mirgelwegs geschehen - öffentlich kundtun und für eine Änderung werben. „Aber er muss es hinnehmen, dass Andere andere Argumente haben und vielleicht sogar eine Mehrheit es anders sieht.“
Auch dieses Mal wurde die Entscheidung - trotz veränderter Verhältnisse im Rat - wieder einstimmig getroffen. Dass nun ausgerechnet der Ortsvorsteher angegriffen wurde, zeuge von besonderer Blindwut. „Nach den bisherigen Reaktionen der Politiker-Kollegen bin ich mir aber sicher, dass dieser Anschlag auf unsere Courage und Arbeit für die Allgemeinheit sein Ziel verfehlt: Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern uns weiter gemeinsam - wenn auch teilweise auf parteipolitisch unterschiedlichen Wegen - für Swisttal und seine Bürger einsetzen“, ist Wolf-Umhauer überzeugt.
Hintergrund
Um die Entscheidung, „das Kammerfeld“ verkehrsmäßig ausschließlich über den Kreisel an den Märkten anzuschließen, wurde in der Planungsphase schon jahrelang gerungen, und nach einem Sachverständigengutachten vor Jahren wurde sie über alle Fraktionen hinweg einstimmig getroffen. Auch Monika Wolf-Umhauer brauchte lange, sich dem Votum anzuschließen: Es sei zurzeit keine optimale Lösung, aber aufgrund der gegebenen Verhältnisse gerade am Mirgelweg nicht anders möglich.
Pressemitteilung
der FDP Swisttal
