Politik | 05.02.2021

Videokonferenz mit der CDU-Landtagsabgeordneten Jenny Groß

Unsere Kitas heute, morgen und übermorgen

Landtagsabgeordnete Jenny Groß. Foto: privat

Region. Die aktuellen Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten und Perspektiven für die Zukunft waren Thema einer Videokonferenz der CDU-Landtagsabgeordneten Jenny Groß mit der Vorsitzenden des Kita-Fachkräfteverbands Rheinland-Pfalz, Claudia Theobald, sowie weiteren Erzieherinnen und Erziehern. Im Gespräch wurde harte Kritik am Umgang des Landes während der Corona-Pandemie mit den Erzieher/innen geübt. Auch die Perspektiven mit dem „neuen“ Kita-Gesetz sind von großer Skepsis geprägt.

In ihrer Begrüßung machte MdL Jenny Groß bereits deutlich, dass das Thema Kinderbetreuung in Rheinland-Pfalz ein Dauerbrenner kontroverser Diskussionen ist. „Es beschäftigt nicht nur die Elternschaft und die Träger der Kindertagesstätten. Erzieherinnen und Erzieher klagen über die An- und Überforderungen der ab Sommer 2021 geltenden Regelungen. Sorgen und Unverständnis bereitet seit Wochen darüber hinaus die unklare Haltung der Landesregierung bei den Corona-Regeln für die Kindertagesstätten.“

Die Vorsitzende des Kita-Fachkräfteverbands Rheinland-Pfalz, Claudia Theobald, gab zunächst einen historischen Überblick über die Entwicklung der Betreuung bzw. frühkindlichen Bildung in den Kindertagesstätten. Aus Sicht der Fachkräfte werden mit dem ab Sommer geltenden gesetzlichen Neuregelungen nicht kindgerechte Rahmenbedingungen in den Kindertagessstätten fortgeschrieben. So seien Fragen der Mittagsessenversorgung sowie der jeweilige Umfang von Betreuung und Bildung weiterhin unklar. Theobald fordert eine Debatte in der Gesellschaft, wie ein kindgerechter Alltag in den Kitas ermöglicht werden kann.

Erzieher haben keine Plansicherheit

Die zugeschalteten Fachkräfte bewegt momentan vor allem der Umgang mit der Corona-Pandemie. Sie kritisieren die mangelnde Wertschätzung der Landesregierung gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern. Statt klarer Vorgaben werden das Fachpersonal und die Träger dem Druck von außen ausgesetzt. Eltern und Arbeitgeber werden durch die Äußerungen der Landesregierung zum Umgang mit der Corona-Pandemie eher verunsichert. „Wir bekommen keine Planungssicherheit, erfahren erst im Nachgang, was man von uns erwartet und dann erhalten wir keinerlei Unterstützung von Seiten des Landes,“ so äußert sich eine Erzieherin. Weitgehende Unterstützung erfährt das Fachpersonal durch die Träger der Kitas. Hier werde jeweils gemeinsam nach Lösungen gesucht. Eine klar geregelte „Notbetreuung“ sei vorteilhaft für das Kindeswohl und könne von allen Beteiligten besser gehandhabt werden. Manuel Hein, der Ende letzten Jahres eine Petition startete und darin den Notbetrieb für die Kitas im Land forderte, war ebenso in der Schalte dabei. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass sie als Erzieherinnen und Erzieher keinen ausreichenden Gesundheitsschutz von Seiten des Landes erhalten und tagtäglich mit den Kindern in den Kitas arbeiten müssen. „Wir können weder Abstand halten noch tragen die Kinder Masken, unser Privatleben haben wir alle lange eingestellt, damit wir keinerlei weitere Kontakte haben und den Betrieb aufrechterhalten. Auch Kinder übertragen Viren und der mutierte Virus, der auch in Kitas jüngst auftauchte, ist für uns alle eine Gefahr, dennoch sollen wir den Betrieb aufrechterhalten, das geht nicht,“ erklärt Manuel Hein und erhält von allen große Unterstützung.

Es müssen klare Regeln geben

„Ein Appell an die Eltern, sie mögen im besten Fall ihr Kind zuhause betreuen, reicht nicht. Für Eltern wie für die Einrichtungen muss es klare Regeln geben, die gibt das Land nicht und lässt die Erzieherinnen und Erzieher alleine. In manchen Kitas in der Region sind mehr als 60 Kinder derzeit in der Betreuung, das ist schlicht in der aktuell pandemischen Lage hochprekär,“ so die Landtagsabgeordnete Jenny Groß, die häufig mit den Themen konfrontiert wird.

Das neue Kita-Gesetz und die vom Landesjugendamt verkündeten Regelungen ab dem Sommer 2021 berücksichtigten zu wenig die Praxis vor Ort. Es sei zu erwarten, dass Personal fehlt. Dies treibe auch den Trägern der Einrichtungen einige Sorgenfalten auf die Stirn. Starr handzuhabende Betreuungszeiten erschwerten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern. Schlussendlich beschweren sich Träger insbesondere über die mangelhafte finanzielle Ausstattung und Förderung des Kita-Ausbaus. Das neue Kita-Gesetz verschärfe die Anforderungen, den Raum- und Personalbedarf und somit die finanzielle Situation für Träger und Kommunen zunehmend.

Die zahlreich anwesenden Erzieherinnen und Erzieher bedankten sich und Claudia Theobald fasste zusammen: „Wir brauchen klare Betreuungsregelungen und eine Verbesserung des Infektionsschutzes in den Einrichtungen.“ Manuel Hein sagte: „Mit Jenny Groß haben wir eine Politikerin auf Augenhöhe, das ist gut. Solche Gesprächsrunden muss es öfters geben, die Raum für Diskussion lassen.“

Abschließend ergänzte Jenny Groß, MdL, auch unbequeme Fragen in die politische Diskussion einzubringen. „Nur eine transparente und ehrliche Kommunikation hilft den Kindern, Eltern, den Beschäftigten und den Trägern weiter.“

Pressemitteilung des Büros der

Landtagsabgeordneten

Jenny Groß (CDU), MdL

Landtagsabgeordnete Jenny Groß. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Franz Stengel: Mich wundert das es in unserer Langendorfer Straße in Neuwied nicht zu mehr Gefahren kommt denn die meisten Autofahrer denken anscheinend es wäre eine Auffahrt zum Nürburgring so wird hier gerast, aber...
  • Boomerang : Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eigentlich ein gutes Ziel. "Feministischer Kampftag" dagegen mutet an wie eine Kriegserklärung. Der moderne Feminismus ist pervertiert zu einem Anspruch die...
  • Günther: Es stellt sich nicht unbedingt die Frage der Beteiligung, sondern auch die Höhe der festgelegten Beteiligung. Soweit ich onformiert liegt der Anteil der Stadt bei 25% und die der Bürger bei 75%. Mindestens...
Holz Loth-Entsorgung
Image Anzeige // Närrische Preise 50%
Wahlanzeige 2 von 6
Jubiläums-Anzeige
Fachkraft für Wasserversorgung
Gesundheit im Blick
Werbeplan 2026
Best. Nr. DECPO-00017501 - Stellenanzeige Maschinenführer
Empfohlene Artikel

Neuwied. Lana Horstmann und Susanne Müller besuchten das HTZ Neuwied, um sich über die Arbeit des HTZs, aber auch der, der Kita Unkel zu informieren, die mit dem renommierten Deutschen Kita-Preis ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt des Treffens stand der fachliche Austausch mit Herrn Thomas Voß und Frau Claudia Gries, bei den erfolgreiche pädagogische Konzepte, Qualitätsentwicklung und die Bedeutung von guter frühkindlicher Bildung thematisiert wurden.

Weiterlesen

Neuwied. Angesichts des aktuellen Brandbriefs einer Förderschule aus Bad Kreuznach mahnt CDU-Landtagskandidat Jan Petry rasches Handeln an. „Die Situation an vielen Förderschulen in Rheinland-Pfalz ist alarmierend. Es fehlt an Personal, die Gebäude sind oft viel zu klein und die Bürokratie belastet den Schulalltag“, so Petry nach Gesprächen mit Lehrerinnen, Lehrern und Eltern.

Weiterlesen

Neuwied. Neuwied treibt die Digitalisierung seiner Schulen weiter voran. Mit dem Medienentwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2030 stellt die Stadt in den kommenden fünf Jahren rund 2,4 Millionen Euro für die digitale Ausstattung und Betreuung aller 14 städtischen Grundschulen bereit.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Redaktionsgespräch im Krupp-Medienzentrum

Drei Kandidaten – Remagen wählt neuen Bürgermeister

Remagen. Remagen wählt am 22. März einen neuen Bürgermeister – oder eine neue Bürgermeisterin, denn neben Amtsinhaber Björn Ingendahl (parteilos) tritt auch seine derzeitige Beigeordnete Rita Schäfer (Freie Bürgerliste, FBL) an. Der dritte Kandidat ist Matteo Pedicillo (AfD). Im Redaktionsgespräch mit Krupp-Geschäftsführerin Susanne Tack sollten die Politiker darlegen, wie sie als Chefs im Rathaus die kommenden acht Jahre agieren wollen.

Weiterlesen

Tradition der Kirmes fortsetzen

Engerser Jahrgang 2008/2009 gesucht

Engers. Dringend gesucht werden Personen der Jahrgänge 2008 und 2009, die die Kunostein-Grundschule in Engers besucht haben oder neu in die Region gezogen sind. Diese Jahrgänge werden im Jahr 2029 in Engers eine zentrale Rolle spielen und in den kommenden Jahren als Vorvor- und Vorjahrgang an der Kirmes teilnehmen.

Weiterlesen

Koblenz. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) startet jetzt die Bauphase für das Wohnungsbauprojekt „Pfaffendorfer Höhe“ in Koblenz. An der Ludwig-Beck-Straße (Bauabschnitt 1) haben bereits die ersten vorbereitenden Maßnahmen begonnen. Das Projekt liegt somit genau im vorgesehenen Zeitplan: Im Sommer 2027 sollen die ersten sanierten Wohnungen bezugsfertig sein.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag Imageanzeige
Image Anzeige
Stellenanzeige Produktionsmitarbeiter
Närrische Preise 2026 - Bestellung Nr.: 0033084107
Image Anzeige
Gesundheit im Blick
Stellenanzeige Produktionsmitarbeiter
Gesundheit im Blick
Anzeige KW 8
Imageanzeige Radiologie & Nuklearmedizin