Info-Veranstaltung zur neuen Sportstätte
Vage Vorstellungen statt Fakten
Bürgermeister Eckhard Maack lud betroffene Sportvereine und Anrainer ein
Ludendorf. Die Sitzreihen im Ratssaal waren gut gefüllt. Neben vielen Mitgliedern der Swisttaler Sportvereine, insbesondere von Hertha Buschhoven und dem SV Swisttal aus Morenhoven, waren auch einige Anrainer der künftigen Sportanlage gekommen. Sie alle wollten sich über den Stand der Planungen informieren und endlich mehr Einzelheiten erfahren. Diesem Anliegen konnten Bürgermeister Eckhard Maack und Detlef Naumann vom beauftragten Planungsbüro aber nur sehr eingeschränkt gerecht werden. „Das bunte Bildchen, was Sie hier sehen, muss noch nicht die Realität sein, in der einmal die Sportanlage bespielt werden soll“, schränkte der Bürgermeister die Verbindlichkeit der gezeigten Anlage gleich ein, und er erläuterte zunächst einmal ausführlich die prekäre Finanzlage der Gemeinde. „Swisttal befindet sich im Haushaltssicherungskonzept, und für 2013 haben wir noch keinen genehmigten Haushalt“, so Maack, „wir haben immer noch ein erhebliches Defizit, und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben.“ Der Stadtplaner Detlef Naumann erläuterte die Pläne im Einzelnen. Zwei Sportplätze sollen entstehen, ein kleinerer mit 98 mal 64 Metern, der größere, der Wettkampfplatz, mit 108 mal 68 Metern.
Von der Zuwegung her, von der Landesstraße 493 Buschhoven-Morenhoven aus gesehen, soll vor den Plätzen, die hintereinander angeordnet sind, das Sportlerheim kommen, davor noch ein Parkplatz mit rund 50 Stellplätzen. Zu Fuß oder per Fahrrad soll die Sportanlage auch über Verbindungswege erreichbar sein.
Kritische Fragen
Aus den Besucherreihen kamen nun zahlreiche Fragen zu der Anlage. Warum der kleinere Platz an das Sportlerheim angrenze, dies sei doch eine ungünstige Anordnung. Hier „vermutet“ der Bürgermeister, dies sei so erfolgt, damit bei den Punktspielen der Abstand zur Wohnbebauung größer sei. Eine Frage eines künftigen Anliegers zielte auf den Lärmschutz, in der Darstellung ist der Lärmschutzwall nur entlang der beiden Spielplätze vorgesehen, nicht aber entlang des Sportlerheimes und des Parkplatzes. Gerade vom Sportlerheim sei doch eine erhebliche Lärmbelästigung zu erwarten. Hier meinte der Bürgermeister, natürlich könne man den Lärmschutzwall auch weiterführen.
Auch die Größe des Parklatzes wurde als zu gering moniert, aber auch hier könne man „noch dazulegen“. Ralf Petzold von der Abteilung Boule des SV Hertha fragte nach den Spielmöglichkeiten der Boulespieler, wenn der Sportplatz am Wiedring Bauland wird und die Kunstrasenplätze der neuen Sportanlage für ihr Spiel gesperrt seien. Auch hier äußerte sich der Bürgermeister optimistisch, „ja, an die Boulespieler müsse man selbstverständlich auch denken“. Hinter vorgehaltener Hand meinte ein Besucher, da müsse die Gemeinde aber noch etliches Land ankaufen, wenn diese Zusagen alle eingehalten werden sollen.
Vorbehaltsflächen werden nicht angekauft
Die in der 29. Änderung des Flächennutzungsplanes östlich der neuen Sportanlage, hin zu der Wohnbebauung, aufgeführten „Vorbehaltsflächen“ werden nicht von der Gemeinde angekauft, dies wäre eine Option für die Zukunft und „ergebe sich aus der Planungsphilosophie“, so Detlef Naumann. An eine Verlegung der Schützen- und Tennisanlage sei nicht gedacht, „wir wollen ausschließlich das sogenannte T-Stück vermarkten“, so Maack. Auf Nachfragen versicherte der Bürgermeister, dass eine Verlängerung der Nutzung der Tennisanlage am Wiedring in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses behandelt werden soll. Demnächst will die Gemeinde weitere Gespräche mit den beteiligten Vereinen führen, sollen diese doch neben erheblichen finanziellen Eigenleistungen auch Hand- und Spanndienste erbringen. Bis zum 2. Juli ist der Vorentwurf noch im Rathaus Ludendorf einzusehen, ebenso unter www.swisttal.de unter dem Begriff „Bauleitplanung“.
