50 Jahre Verbandsgemeinde Brohltal

Verbandsgemeinde Brohltal blickt auch im Jubiläumsjahr nach vorne

21.01.2020 - 10:54

Oberdürenbach. In diesem Jahr blickt die Verbandsgemeinde Brohltal auf ein rundes Jubiläum zurück. Vor 50 Jahren schlossen sich Gemeinden des Brohltals zu einer Verwaltungseinheit mit Sitz in Niederzissen zusammen. Anfangs nicht von allen begrüßt, entwickelte sich der Zusammenschluss von 17 Kommunen zu einer Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann. Gefeiert wird das Jubiläum allerdings nicht mit einer zentralen Veranstaltung, sondern dezentral in den Gemeinden vor Ort. Den Anfang machte am 13. Januar Oberdürenbach. In der dortigen Königsseehalle trafen sich auf Einladung von VG-Bürgermeister Johannes Bell Bürgermeister und Gemeinderäte aus den Kommunen der Verbandsgemeinde, um gemeinsam einen kurzen Rückblick in die Vergangenheit zu werfen und Entwicklungsperspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Vor Ort auch Experten und Entscheider auf VG-, Kreis- und Landesebene. Damit das Feiern trotzdem nicht zu kurz kommt, sind Beteiligungen an Dorffesten und damit direkt vor Ort geplant.


Für VG-Bürgermeister Johannes Bell ist die 50-jährige Geschichte der Verbandsgemeinde, die aus dem Zusammenschluss der drei Ämter Burgbrohl, Kempenich und Niederzissen 1970 entstand, eine Erfolgsgeschichte, die sich nicht nur am stattlichen Zuwachs der Einwohnerzahlen festmachen lässt. Innerhalb von 50 Jahren gab es einen Zuwachs um 4000 Einwohner. Jetzt leben 18.902 Menschen in den Gemeinden des Brohltals. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Leben in der Region lebenswert ist. Attraktiv aber nicht nur als Erholungsregion. Auch wirtschaftlich ist das Brohltal auf einem guten Weg, denn rechtzeitig wurden die Weichen für die Ansiedlung moderner Unternehmen gestellt, die gut ausgebildete Mitarbeiter anziehen und heimische Arbeitskräfte darin bestärken, ihren Gemeinden treu zu bleiben. Schulen wurden saniert, attraktive Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen und erschlossen. Trotzdem, so Bell, bleibt noch viel zu tun. Was das sein kann, das wurde mit Vorträgen der anwesenden Experten zum Thema „Unser Dorf hat Zukunft“, Nachfolger des früheren Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden.“ Die Gemeinden des Brohltals, so Bell noch ergänzend, haben in den Wettbewerben in jüngster Vergangenheit richtig gut abgeschnitten und sind mit Fördergeldern belohnt worden. Weiter so also. Zumal sich, eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung, in Niederzissen kompetente Ansprechpartner für die Dorfentwicklung zu finden sind.

Wie das auf Dorfebene aussehen könnte, dazu gab es in den folgenden Beiträgen der bereitstehenden Experten viele Informationen und Tipps für die Kommunalpolitiker. Julia Kaiser vom Büro Stadtgespräche in Kaiserslautern stellte ihre Arbeit vor und gab den Zuhörern viele Informationen rund um den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit auf den Weg. Dabei, so Kaiser, sei es gar nicht unbedingt nötig, der zuständigen Kommission fertige Projekte zu präsentieren. Eine Idee, die aus anderen heraussticht, kann manchmal auch den Weg zum Erfolg ebnen. Jede Gemeinde, und sei sie noch so klein, könne ganz weit vorne landen und Prämien erhalten.

Christiane Hicking vom Planungsbüro Hicking gab ebenfalls einen wichtigen Überblick über Bewerbungsdetails und Fördermöglichkeiten. Oberdürenbachs Bürgermeisterin Elisabeth Dahr konkretisierte Bedingungen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Dorferneuerung anhand von Projekten in ihrer Gemeinde. Sie betonte, dass es dazu unbedingt einer aktiven Dorfgemeinschaft bedarf, die Ideen entwickelt und Projekte anschiebt bzw. auch durchführt.


Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule der Dorfgemeinschaft


Als eine tragende Säule der Dorfgemeinschaft bezeichnete sie das ehrenamtliche Engagement der Bewohner, die sich in zahlreichen Vereinen und Gruppierungen für das Dorfleben einsetzen. Ein besonders gutes Beispiel sind die „Dienstagsworker“, die seit Jahren jeden Dienstag in Oberdürenbach, Schelborn und Büschhöfe im Einsatz sind. Auch die Alten Herren, die Freiwilligen der Feuerwehr, Königsseemöhnen und –kids, das Tambourcorps, die Strickgruppe, Senioren und Minikids haben zum Gelingen der Dorferneuerung beigetragen. Durch gemeinschaftliches Engagement konnte u.a. die Königsseehalle in Etappen erneuert werden, Spielplätze hergerichtet werden. Schelborns Kapelle erhielt einen barrierefreien Zugang.

Angelika Petrart ist Dorferneuerungsbeauftragte der Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Kreis leistet sich, ganz vorbildlich, als einziger im Land diese Position. Aber das lohnt sich, wie Petrard betonte. Auch aus Mitteln europäischer Fördermittel kann der Kreis Summen bis max. 30.000 Euro bereitstellen. Sie verwies auch darauf, dass auch private Antragsteller Finanzmittel für private Dorferneuerung beantragen können. Die, so Petrard, sei auch auf dem Vormarsch. Anträge, z.B. für die Erneuerung und den Erhalt typischer Fachwerkhäuser, müssen an die Kreisverwaltung Ahrweiler gerichtet werden.

Die anwesenden Bürgermeister und Gemeinderäte nahmen von diesem Abend viele interessante Informationen und Anregungen mit nach Hause. Bei einem gemütlichen Beisammensein wurde vielfach auch die Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch genutzt, denn einige Gemeinden des Brohltals haben im Laufe der Jahre bereits erfolgreich am Wettbewerbe teilgenommen. Im Laufe des Jahres folgen weitere Veranstaltungen zum Thema Dorfentwicklung. Darauf darf man gespannt sein.

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Tempo 30 für Andernach?

Katie:
Aufgrund des desolaten Zustandes sämtlicher Straßen im Innenstadtbereich kann man sowieso vielerorts keine 50 km/h fahren, weil man sich dann sein Fahrzeug auf Dauer "zerschießt". Ich als mitten in der Stadt lebende Anwohnerin hoffe seit über 25 Jahren (!!!), dass hier mal was passiert und zum Beispiel...
juergen mueller:
Ist immer wieder eine Freude zu lesen, mit welchem Einfallsreichtum man sich mit dem Ausschmücken der deutschen Sprache bedient, anstatt ein Problem einfach, kurz u. bündig, auf den Punkt zu bringen. Nadeln im Heuhaufen. Darauf muss man erst einmal kommen. Da werden sich diejenigen aber freuen, deren...
Hans-Joachim Schneider:
Es ist schön, dass Optimismus im Ahrtal wieder Platz hat. Das ist wohl die wichtige Botschaft dieses Artikels. Die genannten Ideen sind ja alle nicht neu, sondern waren auch schon vor der Flut in den Köpfen derer, denen das Ahrtal und seine touristische Zukunft am Herzen liegt. Allerdings sind Hängeseilbrücken...
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