Politik | 21.03.2026

Verbandsgemeinderat Unkel informiert

Verbandsgemeinde Unkel: Wärmeplanung, Klimaschutz und Sondervermögen 2026

Volle Agenda, voller Saal. Die Sitzung des Verbandsgemeinderates Unkel fand im Bürgersaal Erpel statt.

Die erste Sitzung 2026 des Verbandsgemeinderates Unkel im Bürgersaal Erpel beschäftigte sich intensiv mit der kommunalen Wärmeplanung, einem fundierten Klimaschutzkonzept und der Anmeldung von Maßnahmen für das Sondervermögen Rheinland-Pfalz. Wichtig waren Förderbedingungen, Maßnahmenprioritäten und Diskussionen zur Barrierefreiheit des Rathauses.

Unkel. Die erste Sitzung im Jahr 2026 des Verbandsgemeinderats Unkel fand im Bürgersaal Erpel statt. Sie dauerte über 3 Stunden. Blick Aktuell beleuchtet einige Schwerpunkte, gesamtheitliche Informationen finden sich im Ratsinformationssystem, das über die Website der Verbandsgemeinde aufgerufen werden kann.

Die Vorstellung des Abschlussberichtes der kommunalen Wärmeplanung durch die Bad Honnef AG und die Beratungsgesellschaft bbh Consulting lies beim Rat noch Fragen offen, so vermisste man beispielsweise konkrete Kostenschätzungen. Der Antrag einer Vertagung, und damit, den kommunalen Wärmeplan noch nicht zu beschließen, wurde mit 17 Gegenstimmen nicht gefolgt. Dies auch deshalb, weil dann Fördergelder für die Erstellung des kommunalen Wärmeplans zurückzuzahlen wären. Die kommunale Wärmeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie beschreibt die Ist-Situation hinsichtlich der Gebäude- und Leitungsstruktur sowie die derzeit verwendeten Energieformen zur Wärmegewinnung und analysiert die Möglichkeiten und Umfänge künftig fossilfreier Energiegewinnung. Konkrete Umsetzungsverpflichtungen ergeben sich daraus nicht. Auch ist die Wärmeplanung mindestens alle 5 Jahre den sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Ziel bleibt, 2045 den Wärmebedarf CO2-neutral zu produzieren.

Der Rat hat die Wärmeplanung einstimmig beschlossen, ausdrücklich eine Leistungsabnahme der BHAG und bbh-Consulting damit nicht verbunden.

Die Verbandsgemeinde Unkel war im März 2023 die erste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, die dem kommunalen Klimapakt beigetreten ist. Im Oktober 2023 wurde Alexandra Pril als Klimaschutzmanagerin (Teilzeit) eingestellt. Pril stellte die erarbeiteten Ergebnisse des Klimaschutzkonzeptes vor. Dieses Konzept hat das Ziel, eine Strategie für die Verbandsgemeinde zu entwickeln, bis zum Jahr 2045 ganzheitlich klimaneutral zu werden.

Übersicht zum Klimaschutzkonzept und den Zielen bis 2045

Das fundierte Konzept erinnerte vom grundsätzlichen Aufbau und der inhaltlichen Struktur durchaus an Umweltmanagementkonzepte großer Konzerne mit gleichem Ziel. Datengrundlegenden Ausgangspunkt bildeten Energieverbräuche (rund 322 GWh/Jahr) und ausgestoßene CO2-Äquivalente (rund 100 T/Jahr) im Jahr 2019. Wobei CO2-Äquivalente die Maßeinheit ist, die die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase, also auch anderer als Kohlendioxid, zum Beispiel Methan, einbezieht. Zur Erreichung der Klimaneutralität sind diese weitestgehend zu reduzieren.

Das Konzept identifizierte 56 Maßnahmen. 11 davon wurden priorisiert. Darunter beispielsweise E-Mobilitätsförderung, Dach-PV-Ausbau auf Dächern und Sanierung kommunaler Liegenschaften, oder Beleuchtungsumstellung auf Straßen und in öffentlichen Gebäuden auf LED.

Der Rat hat das Konzept zur Kenntnis genommen. Es bildet künftig einen Orientierungsrahmen für kommunalpolitische Entscheidungen in Bezug auf verantwortungsvolle Klimaschutzpolitik in der Verbandsgemeinde.

Aus dem für das ganze Land beschlossenen Sondervermögen „Rheinland-Pfalz Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ erhält die Verbandsgemeinde Unkel rund 7,5 Millionen Euro für die nächsten 12 Jahre. In Vorgesprächen mit den Ortsgemeinden wurden 8 Maßnahmen festgelegt, die zunächst angemeldet werden sollen. Änderungen von Planungen in den 12 Jahren sind möglich.

Diskussionen zur Reihenfolge und Inhalte der Maßnahmenanmeldung

Die Aufzählreihenfolge, die demnach nicht zwingend der Umsetzungsreihenfolge entsprechen muss, sorgte dennoch für Diskussionen. Die Nennung der Herstellung der Barrierefreiheit des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde Unkel mit Aufzug, Anbau und Klimatisierung der Büroräume an erster Stelle fand nicht die mehrheitliche Zustimmung der Ratsmitglieder.

Insbesondere von der DWG Unkel wurde die Herstellung der kompletten Barrierefreiheit durch Aufzug auch inhaltlich in Frage gestellt. Daniel Schmitz meinte „in einigen Tagen auch eine andere Planung erstellen“ zu können. Sein Fraktionskollege Felix Schleiden stellte die bereits vorhandene teilweise Barrierefreiheit heraus und regte unter anderem an, den Rest durch prozessuale oder organisatorische Maßnahmen herzustellen. Als Beispiel schlug er vor, dass Mitarbeiter der Verwaltung, die nicht barrierefrei erreicht werden können, zu den beeinträchtigten Bürgern im Bedarfsfall heruntergehen könnten. Das Erfordernis der Barrierefreiheit auch für eventuell eingeschränkte, auch potenziell künftige, Mitarbeiter, das Verbandsbürgermeister Karsten Fehr unter anderem in Erinnerung rief, überzeugte die Mehrheit der Ratsmitglieder am Sitzungsabend offenbar nicht.

Das Thema barrierefreies Rathaus wurde auf die vorletzte Stelle gesetzt. Der Satz, durch die Verwaltung die erforderlichen Schritte zur Umsetzung der Maßnahme „Barrierefreiheit Rathaus“ kurzfristig einzuleiten, wurde gestrichen.

(AWi)

Über die Herstellung der Barrierefreiheit des Rathauses Unkel wurde debattiert. Unser Foto zeigt die Rückseite

Über die Herstellung der Barrierefreiheit des Rathauses Unkel wurde debattiert. Unser Foto zeigt die Rückseite Foto: Andreas Winkelmann

Weitere Themen

Volle Agenda, voller Saal. Die Sitzung des Verbandsgemeinderates Unkel fand im Bürgersaal Erpel statt. Foto: Andreas Winkelmann

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • A. Abbasi : Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Ihnen eine wichtige Rückmeldung zu Ihrer Berichterstattung über die geplante Veranstaltung am Samstag in Bonn geben. In Ihrem Artikel wird die Zusammenkunft als Demonstration dargestellt.

Neulich vapend auf dem Schulhof

von Gregor Schürer

  • Ralf Peters: Super Rubrik und sehr lebensnahe Beiträge .... besonders der kürzliche Beitrag "Neulich auf der verwirrenden Brücke (in Bad Neuenahr". Einfach toll, das jemand den Spiegel 'unserer Gesellschaft in den Amtsstuben hoch- und vor Augen hält.
  • Rainer Hohn: Es wirkt ziemlich befremdlich, in einem sensiblen Beitrag über suchtkranke und psychisch belastete Kinder ausgerechnet eine Osterwerbung für ein Brauhaus zu platzieren.
Wahlanzeige 6 von 6
Verena Schütz- Unterstützeranzeige _Gross
Hannelore Knabe
Möbel May
Sinziger Frühlingserwachen
Sinziger Frühlingserwachen
Ostereierschießen Oberbreisig
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
9

Während sie am Grab beschäftigt war, entwendete ein unbekannter Täter ihre Handtasche samt Geldbörse

19.03.: Seniorin auf Friedhof in Euskirchen bestohlen

Euskirchen. Am Donnerstag, 19. März, gegen 13 Uhr, wurde einer 75-jährigen Frau auf dem Friedhof in der Frauenberger Straße in Euskirchen ihre Handtasche aus dem Pkw entwendet.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
11

Köln. Am Mittwochnachmittag (18. März) haben bislang unbekannte Betrüger einen 76-jährigen Kölner in der Neustadt-Nord um seine Ersparnisse gebracht. Die Täter mit hessischem Dialekt gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und brachten den Senior mit einer frei erfundenen Geschichte über eine Einbrecherbande dazu, Wertsachen in seinem Keller zu deponieren.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0187#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0187#
Stellenanzeige Berichtsabteilung
Rund ums Haus
Verena Schütz- Unterstützeranzeige _Demuth
Dr. Adi Weiland
Filiale Andernach
Mitarbeiter für Hallen- und Hofbereich
Osterangebote
Hans-Georg Hammes
Sinziger Frühlingserwachen
Sinziger Frühlingserwachen
Sinziger Frühlingserwachen
Ostereierschießen in Oberzissen