Dia Katharina Kasper ViaSalus GmbH mit Sitz in Dernbach ist insolvent – was bedeutet das für die Region?
Verbandsgemeinde unterstützt den Erhalt des Standortes Dernbach
Herz-Jesu-Krankenhaus und Seniorenheime sollen auf keinen Fall geschlossen werden – Jeder Standort muss etwas zur Sanierung der ViaSalus GmbH beitragen – Überstunden sollen nicht verfallen – Mitarbeiter und Patienten sind angehalten, den Standort Dernbach zuversichtlich weiterzutragen
Wirges. Eine Sondersitzung im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde in Wirges befasste sich mit dem Thema, welches zurzeit alles andere verdrängt: Wie positioniert sich die VG Wirges zur Insolvenz der ViaSalus GmbH? Besondere Ereignisse erfordern auch besondere Maßnahmen. Aus diesem Grund hatte VG-Bürgermeister Michael Ortseifen zu einer gemeinsamen Ortsbürgermeisterkonferenz und Sitzung des VG-Rates eingeladen. Wichtig war für die erschienenen Ratsmitglieder, sowie die Bürgermeister und Besucher, dass die unmittelbar Beteiligten Rede und Antwort stehen sollten, und Klartext gesprochen wurde.
Gemeinsam stark für die medizinische Versorgung vor Ort
Michael Ortseifen kam in seiner kurzen Begrüßung sofort auf den Punkt, er meinte, dass die Insolvenz der ViaSalus GmbH von immenser Bedeutung für die Region, aber auch für alle ländlichen Räume in Deutschland sei, deshalb müsse eine nachhaltige medizinische Versorgung gewährleistet werden. „Ohne Wenn und Aber stehen wir zum Herz-Jesu-Krankenhaus (HJK), und den Seniorenheimen, die durch Qualität und engagierte Mitarbeiter sich einen hervorragenden Ruf erworben haben“, so Ortseifen.
Zu seiner Rechten nahmen Platz: Elisabeth Disteldorf, die Geschäftsführerin der ViaSalus GmbH, Nicolai Förster von der WMC Healthcare als Sanierer, Friedemann Schade von der Kanzlei BRL als Fachanwalt für Insolvenzrecht und Dr. Eike Happe aus der Kanzlei des Sachwalters Eckert. Zur Linken befanden sich Beate Pohl, Mike Gerlach und Melanie Sado als Vertreter der Mitarbeiter und Annika Belgrath – sie ist Einrichtungsleiterin von St. Agnes und St. Josef.
Das Unternehmen soll mit aller Kraft erhalten werden
Elisabeth Disteldorf bedankte sich eingangs für die allerorten spürbare Unterstützung zur Erhaltung des HJK. Friedemann Schade erläuterte nochmals den Ablauf eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung: Dieses Verfahren sei nur bei Unternehmen möglich, die sehr früh Insolvenz anmelden und dabei das Interesse der Gläubiger im Auge haben, nicht das der Gesellschaft. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll dem Unternehmen eine Atempause verschaffen, um der Gesellschaft zu ermöglichen, in Zukunft Verbindlichkeiten selbst zu tilgen. Dabei soll kein Gläubiger bevorzugt werden und das Unternehmen inhaltlich verändert werden.
Das große Ziel ist auf jeden Fall die Fortführung des Unternehmens. Friedemann Schade: „Wir drehen alle Standorte von links nach rechts und sind guten Mutes, bis Ende März 2019 ein stabiles Sanierungskonzept präsentieren zu können. Am Gläubigerausschuss führt kein Weg vorbei, er erhält als erster Kenntnis vom Sanierungskonzept. Der Insolvenzplan wird beim Amtsgericht Montabaur eingereicht, danach dürfte das Unternehmen wieder auf gesunden Füßen stehen.“ Schade erklärte weiter, dass es auf keinen Fall Schließungen geben werde, es werde aber für jeden Standort Veränderungen geben. Politik und die Krankenkassen müssten bei der Sanierung der Standorte helfen.
Es wird an jedem Standort schmerzhafte Veränderung geben
Nicolai Förster schilderte, dass man bei WMC mit Hochdruck Tag und Nacht an der Fertigstellung des Sanierungsplanes arbeite, denn „jeder Tag der Unsicherheit ist ein schlechter Tag.“ Es gäbe keine Verschnaufpausen: „Sicher ist, dass es an jedem Standort schmerzhafte Veränderungen und Einschnitte geben wird. Kündigungen werden auf jeden Fall sozialverträglich gestaltet. Nur: Wann, wo und wie – das kann zurzeit nicht gesagt werden. Zudem werden wir nicht nur die Personalkosten prüfen, sondern auch die Sachkosten. Die hohen Überstundenkontingente bleiben unberührt, obwohl es sich bei den Rückstellungen dafür um Millionenbeträge handelt. Die Überstunden sollten im Rahmen von neuen Dienstplänen reduziert werden, wobei die Ansprüche nicht gekürzt werden, da Überstunden nicht in die Insolvenzmasse fallen. Die Versorgungsfelder in der VG Wirges bleiben bezüglich des HJK auf jeden Fall erhalten. Die Lichter im HJK werden nicht ausgehen, die medizinische Versorgung ist weiterhin garantiert.“
Es liege auch an den Patienten und der Belegschaft, weiterhin Vertrauen und Optimismus zu verbreiten, das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Rettung des Standortes Dernbach. Die Verträge der Mitarbeiter sind durch die Insolvenz nicht berührt, ein neuer Träger würde die Verträge übernehmen.
Große Sorgen treiben die Belegschaft um
Sehr emotional waren die Schilderungen der Mitarbeitervertreter, die ihren Gefühlen freien Lauf ließen und von der Angst der Mitarbeiter, aber auch deren ungebrochener Motivation berichteten. Beate Pohl vom HJK meinte: „Es muss endlich Ruhe einkehren, der Sozialplan schürt natürlich Ängste. Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit erfährt, dass die Lichter im HJK nicht ausgehen.“ Mike Gerlach stimmte dem vollumfänglich zu: „Die Mitarbeiter im Seniorenzentrum St. Josef gehen jeden Weg mit, der dem Erhalt der Arbeitsplätze dient. Trotzdem sind große Ängste vorhanden, weil jeder eine andere Vita hat – Familie gegründet, Haus gebaut, oder kurz vor der Rente.“
VG-Bürgermeister Ortseifen hielt ein flammendes Plädoyer für den Erhalt des Standortes Dernbach. Er wies darauf hin, dass das HJK in der VG Wirges der größte Arbeitgeber und Auftraggeber ist, dazu für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum der VG Wirges geradezu unverzichtbar sei. Ortseifen wörtlich: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht abgehängt werden.“ Für die Sanierungsexperten fand Ortseifen nicht nur nette Worte: „Ich verstehe nicht, wie bei der jetzt schon vorhandenen dünnen Personaldeckung die Sanierung durch Streichung von Arbeitsplätzen gelingen soll. Wir stehen geschlossen zu unseren Einrichtungen.“
Dr. Eike Happe vom Büro des Sachwalters Eckert betonte, dass es keine Standortschließung geben solle. Das Verfahren befinde sich zurzeit in der schwierigsten Phase, es werde noch Wochen dauern, bis konkrete Angaben getätigt werden können.
Andreas Quirmbach, Ortsbürgermeister von Dernbach, warb ebenfalls vehement für den Erhalt des Standortes Dernbach. Eine Schließung des HJK und der Seniorenheime St. Agnes und St. Josef, mit ihren rund 770 Mitarbeitern würde Dernbach besonders hart treffen, es müsse alles Erdenkliche getan werden den Standort zu erhalten, zumal auch wegen der hervorragenden Infrastruktur geradezu ideale Voraussetzungen vorhanden sind. Quirmbach richtete einen eindringlichen Appell an alle Entscheidungsträger, die Resolution des VG-Rates und der Ortsbürgermeister zu unterstützen.
Nachdem keine Wortmeldungen mehr erfolgten, stellte VG-BM Michael Ortseifen die vorher ausgearbeitete Resolution der VG Wirges zum Erhalt des Standortes Dernbach zur Abstimmung. Einstimmig wurde die Resolution angenommen.
Als Resümee der sehr emotional geführten Diskussion kann festgehalten werden, dass der Standort Dernbach weiter bestehen bleiben soll, diese Tatsache jedoch leider um den Preis eines nicht vermeidbaren Stellenabbaus einhergeht, der aber sozialverträglich erfolgen soll.
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