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Verbandsgemeinde Montabaur

Verbandsgemeinderat verabschiedet Haushalt 2019 einstimmig

Hohe Einnahmen, hohe Rücklagen, hohe Investitionen und viele Pläne für die kommenden Jahre.

11.01.2019 - 15:13

Montabaur. Der Haushaltsplan der Verbandsgemeinde, VG, Montabaur für das laufende Jahr spiegelt nicht nur die starke Finanzkraft der Region wider. Er zeigt auch, dass Politik und Verwaltung den Blick in die Zukunft richten indem sie Investitionen und Ausgaben planen, die die Attraktivität der Verbandsgemeinde als Wohn- und Wirtschaftsstandort langfristig sichern. Einstimmig verabschiedete der Verbandsgemeinderat, VGR, den Haushalt.

Einmal mehr sind die Eckdaten des Haushaltsplans auf Höchstwerte geklettert. So rechnet die VG Montabaur für dieses Jahr mit einem Umlageaufkommen von 18,8 Millionen Euro, das sind 813.000 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Einnahmen werden erreicht, obwohl der Hebesatz für die VG-Umlage bei nur 28 Prozent liegt, dem niedrigsten Satz im ganzen Westerwaldkreis und einer der niedrigsten Sätze landesweit. Die Ortsgemeinden und die Stadt zahlen diese Umlage an die VG; sie berechnet sich wiederum aus deren Einnahmen aus der Grund- und Gewerbesteuer sowie anteilig aus der Einkommens- und Umsatzsteuer. Diese Umlagegrundlagen sind auf über 67 Millionen Euro gestiegen, erneut ein Rekord. „Das zeigt, wie groß die Leistungsfähigkeit der VG derzeit tatsächlich ist“, hob Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich in seiner Rede zum Haushalt hervor. Die VG habe sich bei den Umlagen „immer auf ein niedriges Maß beschränkt, damit die Ortsgemeinden und die Stadt möglichst große Handlungsspielräume haben.“ Solche Handlungsspielräume hat die VG auch für sich selbst geschaffen, in dem sie in den Vorjahren Rücklagen von rund 21 Millionen Euro gebildet hat. Die Rücklagen sollen in den kommenden Jahren zur Finanzierung der Bauvorhaben Verbandsgemeindehaus, den Schulen und den Feuerwehren herangezogen werden, sodass bis einschließlich 2021 voraussichtlich keine neuen Investitionskredite aufgenommen werden müssen. Die noch laufenden Kredite werden regulär bedient, so sinkt der Schuldenstand bis zum Jahresende auf 8,6 Millionen Euro.


Einwohnerzahl steigt stetig


Ein weiterer Höchstwert hat Auswirkungen auf den Haushaltsplan: Die Einwohnerzahl der VG ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und liegt seit Anfang letzten Jahres deutlich über 40.000, Tendenz weiter steigend. Das führt zu wachsenden Steuereinnahmen, zumal die Arbeitslosenquote gleichzeitig sehr niedrig ist, bedeutet aber bei VG, Stadt und Ortsgemeinden einen höheren Aufwand, denn es müssen Kitas, Schulen, Straßen, Wasserversorgung, Feuerwehren usw. an die wachsende Bevölkerung angepasst werden. Vor diesem Hintergrund werden in der Verwaltung 3,2 neue Planstellen geschaffen. „Die gute Haushaltslage ist ein Privileg, das sich die Menschen, die hier leben und arbeiten, erwirtschaftet haben. Es ist unsere Aufgabe, aus den hohen Erträgen Investitionen in die Zukunft zu tätigen“, fasste Richter-Hopprich seine Ziele zusammen.

Für das aktuelle Haushaltsjahr sind Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 8,6 Millionen Euro vorgesehen, zusätzlich hohe Ausgaben für Unterhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen vor allem bei den Schulen. Für das größte Bauvorhaben Verbandsgemeindehaus wird mit Gesamtkosten von 33,5 Millionen Euro kalkuliert, davon sollen in diesem Jahr „nur“ rund 1 Million Euro für Planungsleistungen ausgegeben werden. Seit Sommer letzten Jahres wird die Waldschule in Montabaur-Horressen neu gebaut, inzwischen steht der Rohbau. Die Maßnahme hat einen Kostenrahmen von 6,13 Millionen Euro; davon stehen 1,7 Millionen Euro für dieses Jahr im Plan. Zusätzlich wird in der dazugehörigen Sporthalle der Fußboden erneuert und eine Deckenheizung eingebaut für zusammen 167.000 Euro. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Grundschule am Ahrbach in Ruppach-Goldhausen. Hier stehen Investitionen und Ausgaben für über 1,2 Millionen Euro für verbesserten Brandschutz und für die Sanierung der Turnhalle sowie für einen Anbau an; im Folgejahr werden Schulhof und Außengelände erneuert. An der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur wird ab diesem Jahr die Mensa vergrößert und das Schulgebäude insgesamt erweitert, damit die Schule künftig dreizügig und mit Schwerpunkt Ganztagsschule geführt werden kann. Dafür sind insgesamt 3,4 Millionen Euro vorgesehen, 1,4 Millionen Euro davon in diesem Jahr. Außerdem stehen weitere 200.000 Euro für kleinere Projekte und einen Glasfaserhausanschluss für schnelles Internet bereit. Insgesamt stehen an allen elf Schulen in der Trägerschaft der VG Baumaßnahmen an; dafür werden zusammen rund 5 Millionen Euro bereitgestellt, 3,8 Millionen Euro Investitionen plus 1,2 Millionen Euro laufende Aufwendungen.


Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren


Im Herbst 2017 hatte der VGR den Feuerwehrbedarfsplan verabschiedet und damit die Weichen für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren gestellt – auch in puncto Ausstattung und Fahrzeuge sowie Gebäude und Standorte. Daraus resultieren die nun anstehenden Ausgaben und Investitionen. So wurden für neue Feuerwachen in Montabaur 1,08 Millionen Euro sowie im Bereich der Stadtteile Elgendorf und Horressen 150.000 Euro und auch in Niederelbert 408.000 Euro für Planung und Grunderwerb bereitgestellt. Allerdings stehen die Standorte noch nicht endgültig fest, sodass die Haushaltsansätze vorsorglich erstellt wurden, ebenso die daraus resultierenden Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre. Für die Generalsanierung des Gerätehauses in Nomborn sind 245.000 Euro eingeplant. Auf der Liste stehen außerdem 390.000 Euro für neue Fahrzeuge sowie 140.000 Euro für Ausrüstung, 73.000 Euro für Schutzkleidung und 77.000 Euro für Gebäudeunterhalt an anderen Standorten. „Die Feuerwehren schützen unser Leben und unser Eigentum. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass sie angemessen ausgestattet sind um gut arbeiten zu können“, kommentierte der Bürgermeister diese Ausgaben.

Im Vergleich zu den großen Zahlen bei den Schulen und Feuerwehren sehen die Ausgaben im Bereich der Regionalentwicklung und für freiwillige Leistungen eher bescheiden aus, aber sie sind ebenso zukunftsorientiert, denn sie tragen zur Sicherung und Aufwertung des Wohn- und Wirtschaftsstandortes VG Montabaur bei. So soll das Verkehrskonzept gerade in Bezug auf Radwege und E-Mobilität verbessert, der Zustand der Straßen systematisch erfasst, ein Klimaschutzkonzept erstellt und ein Gewässerpflegeplan erarbeitet werden. In der Gewässerpflege sind Baumaßnahmen zur Renaturierung von Gackenbach für 139.000 Euro und von Stelzenbach, 285.000 Euro, vorgesehen. Im Zuge der Kommunalwahl werden EDV-Anschaffungen in Höhe von gut 70.000 Euro erforderlich sein. Die freiwilligen Leistungen schlagen mit insgesamt 1,68 Millionen Euro zu Buche, davon entfallen 316.000 Euro auf die Tourist-Information, 220.000 Euro auf die Schulsozialarbeit, 180.000 Euro auf das Integrationszentrum, 160.000 Euro gehen als Zuschuss an das Haus der Jugend, für den VG-Anteil bei der Dorferneuerung stehen 140.000 Euro zur Verfügung und rund 130.000 Euro sind für Maßnahmen der Wirtschaftsförderung vorgesehen. Das Mons-Tabor-Bad ist als Sport- und Freizeitstätte und als Bildungsort für den Schulsport ein wichtiger Standortfaktor; es erhält einen Betriebskostenzuschuss von etwa 750.000 Euro zum Defizitausgleich aus dem VG-Haushalt, obwohl das Bad als Eigenbetrieb ansonsten wirtschaftlich selbstständig ist.

Das Zahlenwerk Haushalt 2019 stieß auf breite Zustimmung im VGR, die Sprecher der Fraktionen zeigten sich überaus zufrieden mit der finanziellen Situation. Für die CDU-Fraktion wies ihr Sprecher Dr. Wolfgang Neutz darauf hin, dass der Haushaltsplan weit über das aktuelle Jahr wirken wird: „Der vorgesehene Einsatz finanzieller Mittel wird Spuren im Haushalt der VG hinterlassen, nicht nur im laufenden Jahr, sondern auch in den weiteren Jahren.“ Neutz sprach von einem „zukunftsorientierten, soliden erstellten Haushaltsentwurf.“ Die SPD-Fraktion will vor allem die Kosten für den Bau des neuen Verbandsgemeindehauses im Blick behalten. Dazu der Fraktionssprecher Udo Schöfer „Es muss mit aller Intensität daran gearbeitet werde, dass es nach heutigem Kenntnisstand bei den bisher für diese bauliche Investition veranschlagten Kosten bleibt.“ Christof Frensch von der FWG-Fraktion sprach von einem „relativ erfreulichen Planwerk“ und ermahnte den Rat mit den „uns von den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellten Finanzmitteln schonend und verantwortungsbewusst umzugehen“, denn die guten Haushaltszahlen könnten sich „auch mal schnell umkehren“. Gar „paradiesische Zustände“ machte Grünen-Sprecher Michael Musil in der VG Montabaur aus. Allerdings warnte er: „Das aggressive Streben nach Wachstum spaltet die Gesellschaft, schafft wirtschaftliche Instabilität und untergräbt die Demokratie.“ Demokratisch stimmte der VGR über den Haushaltsentwurf ab, der einstimmig ohne Enthaltung angenommen wurde.Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Montabaur

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Kommentare
Uwe Klasen:
Dazu passend ein Bericht in der "Jüdischen Rundschau": Wieder auf gepackten Koffern - Wegen des zunehmenden Antisemitismus fürchten junge Juden um ihre Zukunft in Deutschland. [Link v. d. Redaktion entfernt]
juergen mueller:
Ob Konrad-Adenauer-Ufer oder Kornpfortstraße - alles ist - und noch mehr - sanierungsbedürftig.Sich immer wieder als Kümmerer darzustellen und auf seinen Spaziergängen Probleme, die wir zuhauf in Koblenz haben, aufzuzählen, sollte man mit offenen Karten spielen, was heisst, wer soll das bezahlen. Es hapert überall, dazu brauchen wir keine Spaziergänger, die anscheinend nichts anderes u tun haben, Defizite aufzudecken, die lange bekannt sind u.nur darauf bedacht sind,sich immer wieder selbst in den Fokus zu setzen, was keine löst.Wer Forderungen stellt u. selbst im Stadtrat sitzt (oder dahin will, gell Herr Blank) sollte sich bei seinen Forderungen erst einmal Gedanken darüber machen, wie das bezahlt werden soll. Diese immerwährende Selbstdarstellung ist scheinheilig und täuscht über den wahren Hintergrund hinweg.
juergen mueller:
Das ist ja in der Politik nichts neues u. gehört einfach zu der Mentalität eines jeden Politikers, Dinge für sich in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie nicht auf dem eigenen Mist gewachsen sind u.sich wohldurchdacht in den Vordergrund zu stellen. Das gehört neben Reden ohne wirklichen Inhalt einfach zum Handwerkszeug. Jeder Politiker sollte ein Präsent mit auf seinen Weg bekommen - ein LABER-Glas.Wenn ihm keiner zuhört: Deckel öffnen,reinlabern,Deckel schließen.Wenn keiner mit ihm spricht: Deckel öffnen,sein altes Gelaber anhören.Und das Ding mit den hygienischen Argumenten ist wirklich zweitrangig u.vorgeschoben.Da gibt es Beispiele,bei denen das Wort "Schwein" schon eine Beleidigung dieser Tiergattung darstellt.Und was die Grundwerte betrifft,so dürften gerade diejenigen,die sich damit gerne idendifizieren,erst einmal in Klausur gehen um zu verinnerlichen,was sie selbst damit verbindet.Denn Detailkenntnisse gehören ja nicht unbedingt zu einem Muss eines jeden Politikers.
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