Freie Wähler-Stadtratsfraktion: Land darf Kommunen nicht mit Aufgabe alleine lassen

Verkehrswende funktioniert nicht mit falschen Flugblättern

Verkehrswende funktioniert
nicht mit falschen Flugblättern

V.li. Christian Altmaier und Stephan Wefelscheid.Foto: privat

20.10.2021 - 14:31

Koblenz. Vor Kurzem tauchten in einigen Stadtteilen gefälschte Flugblätter im Stil einer öffentlichen Bekanntmachung der Stadtverwaltung Koblenz auf. Im Inhalt wurde eine Woche gratis Busfahren angekündigt, der offizielle Anstrich vermag unbedarfte Bürger bei einer Busbenutzung zu enttäuschen. Die Freie Wähler-Stadtratsfraktion kritisiert die bislang unbekannten Urheber, wenngleich die Forderung richtig sei.


Das Ziel einen besseren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Koblenz anzubieten ist ein einmütiger Beschluss des Stadtrates. Nicht zuletzt die Rekommunalisierung der Verkehrsbetriebe sei ein starkes Signal des Stadtrates gewesen. Hierüber habe der Stadtrat nun Einflussmöglichkeiten auf das Angebot an Buslinien und die Modernisierung der Busflotte. Gleichwohl limitieren die Kosten des ÖPNV die Möglichkeiten, auch wenn die „koveb“ als 100 Prozent-Tochter der Stadtwerke Koblenz GmbH, die wiederum zu 100 Prozent der Stadt Koblenz gehört, finanziell solide ausgestattet worden ist.

Der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat und Landtagsabgeordnete Stephan Wefelscheid führt aus: „Das Land darf die Kommunen mit der Aufgabe eines besseren ÖPNV nicht alleine lassen, Mobilitätsministerin Anne Spiegel (Grüne) hat aber leider außer Absichtserklärungen bislang nicht geliefert.“ Wefelscheid sitzt für die Freie Wähler-Landtagsfraktion auch im Verkehrsausschuss in Mainz und kann darüber berichten, dass die Landesregierung zunächst Gutachten in Auftrag gegeben habe, um die Einführung eines 365 Euro-Tickets zu prüfen.

„Wir in Koblenz haben hier schon vergeblich einen Antrag auf Bundesförderung als 365 Euro-Ticket-Modellregion gestellt“, erläutert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Altmaier, der für Freie Wähler auch in der Gesellschafterversammlung der „koveb“ sitzt und von Anfang an die Umstellung des ÖPNV begleitet hat. „Wir haben die Ticket-Preise gesenkt, um attraktiver zu werden, doch auch das Defizit der Verkehrsbetriebe darf nicht ins Uferlose steigen. Daher kann die Stadt alleine niemals Nulltarif-Fahrscheine anbieten, da uns dann die Aufsichtsdirektion ADD auf das Dach steigen wird.“

Scharf kritisieren Freie Wähler aber die bislang unbekannten Urheber des Flugblattes, welches Nulltarif-Busfahren für die zweite Herbstferienwoche ankündigt. „Mich wundert nicht, dass zeitgleich auch eine wohlmeinende Presseerklärung von Aktivisten herausgegeben wird. Vielleicht ist dies ein Anhaltspunkt für die Ermittlungsbehörden“, kommentiert Altmaier den Vorgang. Er hoffe darauf, dass die nichtahnende Bevölkerung keine unschönen Erlebnisse haben wird und vom Busfahren zukünftig durch diese gefälschte Flugblattaktion abgehalten werden. „Auf die Aktion hätten diese Pfeifen pfeifen sollen“, klagt Altmaier an. Pressemitteilung der

Freie Wähler-Stadtratsfraktion

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21.10.2021 18:04 Uhr
juergen mueller

Ich lese immer Verkehrswende, einen besseren, öffentlichen und attraktiven ÖPNV.
Haben wir nicht.
Egal, ob meine Frau u. ich mit der Koveb oder den Roten z.B. in die Stadt fahren. Die Attraktivität bei beiden fängt bereits beim Einstieg an. Ein/e Busfahrer*in als personifizierte Unfreundlichkeit u. Schlechte-Laune-Verbreiter, das sich im Fahrstil widerspiegelt, ein Fahrpreis, der die vermeintlich attraktive Preis-Politik der Freien Wähler Lügen straft, offensichtliche Koordinationsprobleme beim erforderlichen Einsatz von mehr Bussen im Bedarfsfall usw.
Diese angebliche Verkehrswende funktioniert sicherlich nicht mit falschen Flugblättern, aber erst recht nicht mit falschem Enthusiasmus nach Sandmännchenart.
Koblenz hat ausser einem finanziellen Problem u. seiner finanziellen Abhängigkeit von Land u. Bund noch ein Problem, das einer deplazierten Politik, etwas auf nicht vorhandenem Großstadtniveau erreichen zu wollen, was woanders Normalität ist u. funktioniert, in Koblenz jedoch nicht.



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Kommentare

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Gabriele Friedrich:
Da meldet sich doch kein Mensch. Vor allem wenn so einer vor Gericht kommt und man als Zeuge aussagen muss, dann wird man nach Name und Wohnort gefragt- öffentlich. Während der Zeuge nicht erfährt, wo der Angeklagte wohnt, evtl. nicht mal den Namen erfährt. Findet den Fehler. .... !...
Gabriele Friedrich:
Unfassbar, wie dämlich die Leute sind. Alkohol riecht man und wenn die 82 jährige nüchtern war, hätte sie nicht einsteigen sollen. Verantwortung liegt auch beim andern, das er einen gar nicht erst fahren lässt. Ich habe in solchen Fällen, wenn einer betrunken fahren wollte, den Schlüssel weggenommen....
 

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