Politik | 04.09.2017

Gemeinderat prüft die Möglichkeit, weitere Neubaugebiete auszuweisen

Volkesfeld braucht mehr Wohnraum

Die Ortsgemeinde Volkesfeld benötigt dringend mehr Wohnraum. -FRE-

Volkesfeld. Der Gemeinderat Volkesfeld hat die Absicht, weitere Neubaugebiete auszuweisen. Voraussetzung hierfür ist in erster Linie die Bereitschaft einiger Grundstückseigentümer, ihren Besitz an die Gemeinde zu verkaufen. In seiner Sitzung am Mittwoch, dem 30. August ermächtigte der Rat Ortsbürgermeister Rudolf Wingender, im Rahmen einer entsprechenden Vorprüfung Gespräche mit den betreffenden Grundstückseigentümern zu führen und den Auftrag zur Durchführung der artenschutzrechtlichen Vorprüfung zu erteilen.

Bevor der Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Mendig, Andreas Loeb die aktuellen Möglichkeiten für die evtl. Ausweisung eines Neubaugebietes darstellte, gab Ortsbürgermeister Rudolf Wingender einen Überblick über die Gesamtlage. Demnach konnte die Gemeinde Volkesfeld 2004 das Neubaugebiet Am Langenweg auf den Weg bringen. „Die letzten Grundstücke wurden vor drei Jahren verkauft. In der Folge wurden die gemeindeeigenen Grundstücke in der Verlängerung der Bergstraße verkauft. Hier kann die Gemeinde derzeit noch ein bis zwei Grundstücke vorhalten – je nach gewünschtem Zuschnitt der potentiellen Käufer. Im Ortskern verfügt die Gemeinde über ein weiteres Grundstück“, so Ortsbürger Wingender, der hinzufügte, dass in ein bis zwei Jahren kein Bauland mehr in Volkesfeld angeboten werden könne. Wingender unterstrich: „Das Vorhalten von Bauland ist jedoch gerade für unsere Gemeinde von großer Wichtigkeit. Schließlich wollen wir Volkesfeld zukunftsfähig halten. Derzeit ist unser Kindergarten ausgelastet. Ein Dorf, das die eigenen Entwicklungspotenziale nicht ausschöpft, läuft Gefahr, mittelfristig aufs Abstellgleis zu kommen. Die Bereithaltung von Wohnbauflächen ist sicherlich ein entscheidender Punkt. Die Landesplanung hat jedoch in ihrem ‚Entwicklungsplan‘ für Rheinland-Pfalz vorgesehen, Ober- und Mittelzentren zu stärken und den ländlichen Raum – sagen wir es mit einfachen Worten – zu vergessen. Das heißt, dass für den ländlichen Raum Flächenentwicklungen hinsichtlich einer Wohnbebauung zurückzufahren sind. Frei werdende Flächen werden dann den Ober- und Mittelzentren zugeschlagen, die damit dann weitere Flächen für ihre Wohnbebauung ausweisen können. So weit so schlecht der LEP IV für die Eifel.“ Zur aktuellen Entwicklung sagte Rudolf Wingender: „Im Frühjahr 2017 zeichnete sich eine Gesetzesnovelle im Baugesetzbuch ab. Hintergrund ist die anhaltend angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt. Kurzfassung: Der Bundesgesetzgeber hat im Mai 2017 im Baugesetzbuch durch die Einführung des § 13b die Möglichkeit geschaffen, in einem engen zeitlichen Fenster Bauland auszuweisen - unter gewissen Voraussetzungen und ohne Änderung des Flächennutzungsplans und letztendlich entgegen des LEP IV.“

Dies nahm der Gemeinderat Volkesfeld, zusammen mit der Verwaltung im Mai zum Anlass – noch vor in Kraft treten der Änderung – eine Ortsbegehung zu unternehmen und nach möglichen Baugebieten Ausschau zu halten. Die seitens der Ratsmitglieder aufgezeigten Möglichkeiten wurden im Nachgang durch die Verwaltung geprüft und einer ersten Bewertung unterzogen.

Warum die freien Flächen nördlich der Straße Zur Heide sowie oberhalb der Bergstraße nicht erschlossen werden können, erklärte Bauamtsleiter Andreas Loeb. In beiden Gebieten sei der Wasserdruck zu niedrig, wobei außerdem noch bei einem Gebiet der Abstand zu den Windkraftanlagen zu gering sei. Allerdings befinden sich südlich der Talstraße, im Osten an die Kirchstraße angrenzend, weitere freie Flächen. Hier kann die Ortsgemeinde jedoch nur planen, wenn die Grundstückseigentümer verkaufen. Hierzu bemerkte Ortsbürgermeister Wingender jedoch, dass die Gemeinde alle infrage kommenden Grundstücke mittelfristig ohnehin nicht aufkaufen könne, da hierfür die finanziellen Mittel fehlten. Ein weiteres Problem könnte -wie so oft- auch das Ergebnis eines noch in Auftrag zu gebenden Artenschutzgutachtens sein.

Anschaffung von Tablets

Anschließend sprach der Gemeinderat sich einstimmig für die Einführung von Tablets aus, um die Gremienarbeit zu erleichtern. Außerdem votierte der Rat einstimmig für die Erneuerung der in die Jahre gekommene Thekenanlage im Dorfgemeinschaftshaus. Der Ortsbürgermeister wurde beauftragt, Ausstattungsmöglichkeiten und Preisermittlungen durchzuführen bzw. durch die Verwaltung durchführen zu lassen. Entsprechende Haushaltsmittel sollen 2018 eingeplant werden.

Termine und Infos zur „Fuchsräude“

Im Rahmen seiner Mitteilungen teilte Ortsbürgermeister Wingender Details zur bevorstehenden Kirmes (8. bis 11. September) mit. Außerdem gab er bekannt, dass das Ziel der diesjährigen Seniorentour am 27. September der Regierungsbunker in Ahrweiler sein werde und der Abschluss im Forsthaus stattfinde. Zum Thema „Fuchsräude“ gab Wingender bekannt, dass diese sich auch in der Gemarkung Volkesfeld ausgebreitet hab. „Die Krankheit ist unter Füchsen hoch ansteckend und führt in der Regel nach drei Monaten zum Tod der Tiere. Auch eine Übertragung auf Haustiere ist möglich. Aus diesem Grund sollten Hunde derzeit an der Leine geführt werden“, so Ortsbürgermeister Rudolf Wingender Im Rahmen der Einwohnerfragestunde beantwortete VG-Bürgermeister Jörg Lempertz die Fragen der Bürger zur Anschaffung der Tabletts. Ortsbürgermeister Rudolf Wingender antwortete auf die entsprechende Frage eines Bürgers zum Zustand der Kaulstraße, dass in absehbarer Zeit keine Sanierung der Kaulstraße beabsichtigt sei. Die Bauverwaltung werde sich jedoch die Schachtdeckel sowie die Bodenwelle an der Einfahrt zur Kaulstraße ansehen und sich um eine Mängelbehebung bemühen. FRE

Die Ortsgemeinde Volkesfeld benötigt dringend mehr Wohnraum. Foto: -FRE-

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