Politik | 05.11.2018

Arbeitsintegrierte Flüchtlinge sind eine Chance für heimische Unternehmen

„Volkswirtschaftlicher und humanitärer Unsinn“

„Westerwald-Dialog sozial“des Forums Soziale Gerechtigkeit am 13. November unter dem Titel „Gelingende Arbeitsmarktintegration im Westerwald – vom Flüchtling zur begehrten Arbeitskraft“

„Bäcker-Ali“ will arbeiten und sein Arbeitgeber braucht ihn dringend – er darf aber nicht, da er abgeschoben werden soll. Privat

Montabaur. Es ist volkswirtschaftlich wie humanitär widersinnig, wenn Flüchtlinge mit viel Aufwand zunächst ausgebildet oder an ihrem Arbeitsplatz als Angelernte fest integriert werden, um sie dann abzuschieben. Zumal sie oft in ihrem Unternehmen mangels personeller Alternativen dringend gebraucht werden. Darüber wächst auch im Westerwald der Unmut, fühlen sich viele meist kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe im Stich gelassen.

Das Forum Soziale Gerechtigkeit lädt deshalb alle betroffenen Unternehmen, Flüchtlingshelfer, Kommunen und weitere Interessenten zu einem „Westerwald-Dialog sozial“ ein, um über die Situation im Westerwaldkreis zu diskutieren. Dazu sind am Dienstag, 13. November in der Event-Lounge der MÜNZ GmbH, Rudolf-Diesel-Str. 6, 56410 Montabaur (Gewerbegebiet alter Galgen) alle Interessenten herzlich willkommen. Beginn ist um 18 Uhr und Ende gegen 20.15 Uhr. Thema des Abends: „Gelingende Arbeitsmarktintegration im Westerwald – vom Flüchtling zur begehrten Arbeitskraft“.

Nach der Begrüßung von Gastgeber Bernhard Münz als Geschäftsführer der Firma Münz, wird Uli Schmidt als Sprecher des Forums in das Thema einleiten und die weitere Moderation des Abends übernehmen. Vertreter von Wohlfahrts- sowie Wirtschaftsverbänden, von den Kommunen und aus der Politik berichten in kurzen Statements über ihre Erfahrungen mit der Arbeitsmarktintegration. Danach kommen Unternehmer mit bei ihnen beschäftigten Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern ins Gespräch und stellen Beispiele gelungener Arbeitsmarktintegration vor. Bevor die Diskussion für alle geöffnet wird, können weitere Teilnehmende ihre Erfahrungen schildern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos gerne unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Ein aktuelles Fallbeispiel aus dem Handwerk

Die große Leidenschaft des 39-jährigen Ali N. ist das Backen. Er hat in dem Beruf ohne Ausbildung bereits viele Jahre in der Heimat Pakistan gearbeitet. In einer Bäckerei in der VG Montabaur ist er als fleißiger, zuverlässiger und immer gut gelaunter Mitarbeiter beliebt. „Was sollen wir nur ohne ihn machen?“, fragt sich der Bäckermeister, der sein Familienunternehmen gefährdet sieht, da er keine gleichwertige deutsche Arbeitskraft und auch keinen Auszubildenden findet.

Gerade dieser Fall von „Bäcker-Ali“ sorgt immer mehr für Kopfschütteln und macht die Tücken unseres Asylrechts beziehungsweise deren Auslegung deutlich. Der Bäckereimitarbeiter ist im Betrieb und im Dorf bestens integriert und überall beliebt, sein Aufenthalt soll aber nach abgeschlossenem Asylverfahren beendet werden. Rechtlich nicht zu beanstanden, aber: Die Bäckerei braucht ihn unbedingt und will ihn behalten! Der Pakistani ohne Chance zur Schulbildung im Heimatland will noch zwei oder drei Jahre hier Geld verdienen, damit er seinen fünf Kindern Schule und Ausbildung finanzieren kann. Kinder, die dann hoffentlich später nicht als Armutsflüchtlinge zu uns kommen müssen! Gibt es eine bessere Entwicklungshilfe?

Aktuell wurde seine Duldung verlängert, aber nicht seine Arbeitserlaubnis – er sitzt also 100 Meter entfernt von der Bäckerei, die ihn so dringend braucht, und dreht Däumchen! Und kassiert dafür noch Sozialleistungen, die er eigentlich gar nicht benötigt und nicht will, da er ja arbeiten kann und will!

Dies zeigt den ganzen Irrsinn der derzeitigen Regelung. Denn niemandem würde ein Schaden entstehen, wenn der immer fleißige Flüchtling noch arbeiten dürfte. Im Gegenteil: Er und die Bäckerei wären froh und der Staat würde Sozialleistungen sparen!

Pressemitteilung des

Forums Soziale Gerechtigkeit

„Bäcker-Ali“ will arbeiten und sein Arbeitgeber braucht ihn dringend – er darf aber nicht, da er abgeschoben werden soll. Foto: Privat

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