Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum Kapuzinerkloster zum Thema Hochwasser und Starkregen
Vorsorgekonzept wurde gestartet
Cochem. Die Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes in den kommenden Jahren fand auf Einladung der Verbandsgemeinde Cochem im Pater-Martin-Saal des Kulturzentrums Kapuzinerkloster statt. Dazu fanden sich gut 100 Zuhörer, in erster Linie Ortsbürgermeister und Gemeinderatsmitglieder ein. Im Anschluss an seine Begrüßungsworte übergab Bürgermeister Wolfgang Lambertz als Veranstaltungsmoderator das Wort an Dr. Sonja Eichentopf, die als Fachingenieurin im Dienst der u.a. auf den Gebieten Klimaschutz, Geotechnik, Regenwassermanagement, Grundwasser- und Bodenschutz, Landschaftsplanung und Ökologie erfahrenen Björnsen Beratende Ingenieure GmbH Koblenz, die Vorgehensweise bei der Planung des beabsichtigten Konzeptes detailliert vorstellte. Diesbezüglich wurden nach Rücksprache mit dem Land die Moselgemeinden je nach dem Grad der Betroffenheit in drei Gruppen eingeteilt, von denen zunächst Ellenz-Poltersdorf, Bruttig-Fankel, Cochem, Klotten, Pommern, Treis-Karden, Müden und Moselkern berücksichtigt werden, bevor die anderen Ortsgemeinden folgen. Nach Erörterung der regional bestehenden Gefahren durch Hochwasser und Starkregen, sprach die Referentin über die angestrebten Ziele des Konzeptes und wie diese erreicht werden können. „Hierfür braucht die Sache einen einheitlichen Rahmen und eine gute Basis als Grundlage“, so Eichentopf. Dazu tauchen Fragen auf: „Wie hoch ist das Starkregen- oder Hochwasserrisiko, ist eine kritische Infrastruktur gefährdet, zu welchem Zeitpunkt bin ich selbst betroffen, was kann ich in Eigenverantwortung tun, wie lassen sich Schäden vermeiden oder verringern, wie kann ich bei Maßnahmen eine Gefährdung der Natur ausschließen, soll ich eine Elementarschadenversicherung abschließen, welche Gefahren bestehen konkret und was muss künftig geändert werden?“ Hier will man die Erfahrungswerte und bestehende Alarm- und Einsatzunterlagen der Feuerwehren und des THW in eine wegweisende Planung mit einfließen lassen. „Von der topografischen Fließweganalyse des Wassers bis hin zu Vorsorgemaßnahmen und Absicherungsmöglichkeiten gilt es, dafür Informationen zu sammeln und für das beabsichtigte Konzept zusammenzutragen“, so Eichentopf, die in der Folge die Herangehensweise und den Ablauf des ganzheitlichen, zeitgemäßen und wirtschaftlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorge-Konzeptes in vier Phasen einteilt. Im Anschluss an die Grundlagenermittlung bei der aktuellen Auftaktveranstaltung sollen in der zweiten Phase Ortsbegehungen mit Dokumentation der Ergebnisse und neuen Erkenntnisse inklusive der Anregungen vonseiten der Bürger und Fachbehörden, sowie eine Analyse in ersten Bürger- und Fachworkshops erfolgen. In den Fachworkshops werden neben der Alarm- und Einsatzplanung mit externen Sachverständigen die Gas-, Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung, sowie Telekommunikation und Land- und Forstwirtschaft mit Ermittlung erosionsgefährdeter Flächen thematisiert. Auch hier stehen die Durchführung einer Defizitanalyse sowie die Ermittlung des Handlungsbedarfs auf der Agenda. Dem schließt sich ein vorläufiger Entwurf des angestrebten Konzeptes mit Darstellung der Risikobereiche und einer Maßnahmenliste an, bevor in der letzten Phase bei zweiten Bürgerworkshops, dessen Festschreibung anstehen soll. Bis zu diesen ist überdies eine Beteiligung für jedermann in Form einer durchgängigen Web-Anwendung zu ortspezifischen kritischen Problemstellen und Maßnahmen möglich. Eine einfache Bedienung mit geringem Zeitaufwand wird hier garantiert, bei der man eigene Erfahrungen und Anmerkungen einbringen kann. Nähere Informationen unter: www.tinyurl.com/hwvk-cochem-1 . Der Projektzeitrahmen für die ersten Ortsgemeinden wird von offizieller Seite mit ca. einem Jahr angegeben, wobei man mit den ersten Ortsbegehungen voraussichtlich noch in diesem November starten will. TE
Wie können sich die Moselgemeinden in der VG Cochem künftig gegen Hochwasser und Starkregen besser schützen?
Das neue Vorsorgekonzept soll diese Fragen in den kommenden Monaten beantworten.
