Politik | 16.02.2021, 10:05 Uhr

Parents for Future setzen Klimaschutzimpulse in Wachtberg

Wachtberg soll bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden

Region. Die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels haben alle Menschen im letzten Sommer zu spüren bekommen. Hitze und Trockenheit waren in immer dichteren Folgen spürbar. Wer durch die Wälder um Wachtberg geht, kann sich selbst ein Bild von den Auswirkungen machen. Auch der Regen im Winter wird den Wassermangel nicht ausgleichen.

Deutschland und Mitteleuropa haben in den letzten 20 Jahren so viele sommerliche Hitzewellen und Dürreperioden erlebt wie selten zuvor. Schon 2003, 2010, 2013 und 2015 war es zu trocken und warm. Die beiden Sommer 2018 und 2019 erreichten dann noch einmal neue Rekordwerte in puncto Trockenheit und Hitze. Auf der Internetseite der Gemeinde Wachtberg heißt es besorgt: „Aufgrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen ist das gänzliche Absterben mancher Bäume schon jetzt absehbar.“ Aktuell seien 100 Bäume so stark geschädigt, dass sie gefällt werden müssen.

Der Klimawandel mit all seinen Folgen ist bereits heute in Wachtberg angekommen. Deswegen haben die Parents for Future jetzt in Wahrnehmung der Verantwortung für die nachfolgenden Generationen die Initiative ergriffen und einen „Kick-off Impulsantrag“ als Bürgerantrag gemäß § 6 der Hauptsatzung an den Rat der Gemeinde Wachtberg gestellt. Das beabsichtigte Ziel: Schnellstmöglich alle Schritte einzuleiten, damit Wachtberg bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein kann. Die Parents hoffen, so in einer Pressemitteilung, „bei den Koalitionsfraktionen offene Türen einzurennen“, haben doch CDU und Grüne im Wachtberger Gemeinderat in ihrer Präambel zum Koalitionsvertrag schon ähnliche Ziele angedeutet.

Allerdings vermissen die Parents seit Monaten konkrete Schritte. Man habe die übliche „100-Tage Schonfrist“ abgewartet und gehofft, dass hierzu der Öffentlichkeit, bereits entscheidende Impulse aus der Politik vorgestellt worden wären.

Mit Bürgerantrag Impulse setzen

Da hierzu bisher nichts erfolgt ist, möchten die Parents mit ihrem Bürgerantrag Impulse setzen und regen an, auch die Verwaltung und alle Bürger*innen mit einbeziehen. „Klimaschutz ist ein Thema, das alle angeht und zu dem jeder seine Ideen zur Bewältigung beitragen soll“, heißt es in der Mitteilung.

So wird vorgeschlagen, dass die Verwaltung per Videokonferenz, alle interessierten Bürger*innen zusammenschaltet, um sie über die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gemeinde und den Umsetzungsstand des interkommunalen Klimaschutzkonzeptes für die Region Rhein-Voreifel zu informieren. In Zeiten von Videokonferenzen dürfte das, was weltweit schon heute Stand der Technik ist, auch in Wachtberg möglich sein.

Dabei würde die Gemeindeverwaltung den Teilnehmern die Möglichkeit geben, gemeinsam Vorschläge zu entwickeln, wie die Klimaneutralität Wachtbergs zügig angegangen werden kann. Die Ansätze aus dem o.g. Klimaschutzkonzept sollten dafür der Ausgangspunkt sein – ergänzt durch lokale Ideen für Wachtberg.

Die vorgebrachten Ideen sollen nach dem Vorschlag der Parents for Future anschließend im Rat beraten und zu einem Wachtberger Klimaschutzkonzept 2035 zusammengefasst werden. Die Umsetzung dieses Konzeptes würde dann durch ein Gremium aus Politik, Wissenschaft, Bürgerinitiativen und Vereinen begleitet und unterstützt. Auch wenn der

Umsatzzeitraum von drei Ratsperioden lang erscheint, kann angesichts der eingangs geschilderten Lage kein Aufschub geduldet werden - zumal seit der Kommunalwahl im September 2020 schon fast ein halbes Jahr vertan worden ist.

Daher sei es entscheidend, so die Parents, dass das Projekt unverzüglich angegangen wird. Angesichts der Klimasituation ist jede verstrichene Zeit kaum mehr aufzuholen. Die Parents plädieren sogar dafür, per Dringlichkeitsentscheidung während der Coronapandemie den Antrag den Gremien positiv beschieden der Verwaltung zuzuleiten.

Pressemitteilung der

Parents for Future

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