Das Handwerk als stabiler Partner in Krisenzeiten

Was können wir gemeinsam bewegen?

Runder Tisch Handwerk im Landkreis Cochem-Zell

16.09.2020 - 09:40

Kreis Cochem - Zell. Das Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftspartner im Landkreis Cochem-Zell. „Auch in Krisenzeiten hat sich das Handwerk als ein stabiler und leistungsfähiger Partner erwiesen“, so Landrat Manfred Schnur in seiner Begrüßung. Das regionale Handwerk liegt dem Landkreis besonders am Herzen. Und nicht umsonst pflegt der Landrat seit Jahren einen kommunikativen und offenen Dialog zu den Vertretern der Handwerksinnungen. Gerade auch die immer noch aktuelle Corona-Pandemie stellt die Betriebe vor eine besondere Herausforderung. Und deshalb lud der Kreischef auch in diesem Jahr zu einem „Runden Tisch“ ins Kreishaus ein, um sich untereinander auszutauschen. Der ländliche Bereich erfährt gerade auch in der Corona-Krise eine Art Aufwertung. „Der ländliche Bereich verzeichnet eine stetig wachsende Attraktivität, und der Landkreis Cochem-Zell hat in der Krise eine ganz neue Perspektive gewonnen“, so Bernd Hammes - Geschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz. „Wir müssen es jetzt schaffen, die Infrastruktur zu nutzen. Während der Corona-Krise wurde das Geschäft nicht eingestampft. Chancen, die wir durch die Pandemie haben, sollen genutzt werden“, ergänzte Landrat Manfred Schnur. Der Bau- und Ausbaubereich hat eine gute Saison hinter sich; auch die Lehrlingszahlen verzeichnen ein kleines Plus. Die heimischen Betriebe haben diese besondere Zeit für sich genutzt. „Größere Probleme könnte das Handwerk im Landkreis im Frühjahr 2021 bekommen, wenn Aufträge aus der von der Corona-Krise stark betroffenen Hotellerie- und Gastronomiebranche ausbleiben“, führte Hammes an. Die weitere Entwicklung bleibt tatsächlich abzuwarten. So wäre es seitens der HWK Koblenz wünschenswert, wenn die Politik mit einem Konjunkturpaket für den KMU-Sektor ab dem kommenden Frühjahr nachsteuern würde. Denkbar wäre beispielsweise ein Zuschuss für Bürgerinnen und Bürger, die kleine Aufträge an das Handwerk vergeben.

Im Rahmen des Austausches mit den Vertreterinnen und Vertretern der Innungen wurde deutlich, dass es nicht in allen Branchen so gut lief wie im Baugewerbe. Der Nahrungsmittelbereich verzeichnete gerade in den vergangenen Monaten gravierende Umsatzeinbrüche, die kaum zu kompensieren sein werden. Der Wegfall von Feierlichkeiten und die damit einhergehenden rückläufigen Buchungen von Partyservices sind spürbar. Auch dem Elektrogewerbe fehlen derzeit die Mieteinahmen von Anlagen- und Beschallungstechnik. Die oft vergessenen Gesundheitshandwerker, zu denen neben Friseuren auch Akustiker und Optiker zählen, stehen durch teilweise ausbleibende Kundschaft ebenfalls vor Problemen. Der Kfz-Bereich und der Metallbau kämpfen zudem mit nicht funktionierenden Lieferketten. Darüber hinaus stellt die Corona-Krise auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Branchen hinsichtlich Zeitmanagement und Arbeitsorganisation vor große Herausforderungen. Anlässlich dieses Austauschs wurde noch einmal deutlich, wie wichtig die menschliche Komponente in den Betrieben ist. Auch im Handwerk wird es in diesem Jahr „Corona-Schulabgänger“ geben. Kreishandwerksmeister Rainer Angsten unterstrich, dass in der Meisterausbildung kein Bonbon wegen Corona verteilt wird. „Wir haben Verantwortung gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern und die jungen Meister und Auszubildenden müssen das leisten, was die Jahre zuvor auch gefordert wurde“. Abschließend untermauert auch Landrat Manfred Schnur die Ansicht, dass das Handwerk in seiner Wertigkeit steigt und auch weiterhin steigen muss. „Arbeit zu haben und zu behalten, wird immer wichtiger. Das Handwerk ist eine echte Alternative, und wir müssen zeigen, dass es attraktiv ist“, so der Kreischef. Der Landrat betont, dass er jedem Kind zum Handwerk raten würde. Gemeinsam kam man auf den Nenner, dass der regelmäßige Austausch fortgesetzt werden soll. Unabhängig vom fest etablierten „Runden Tisch“ soll es darüber hinaus zum Thema „Schulen und Ausbildung“ ein gemeinsames Gespräch mit den Schulen geben.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Cochem-Zell

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Mit Panikmache und Drohungen kommt niemand weiter. Diese Berichte sind weder sinnvoll, noch bringen sie etwas.
Jean Seligmann:
Eine Expertengruppe von enommierten Medizinern und Gesundheits-Fachleuten warnt Bund und Länder davor die Bevölkerung mit immer neuen Drohungen darunter einen Lockdown zur Disziplin zwingen zu wollen. Sie fordern einen Kurswechsel. Es überwiege der Eindruck, „dass die Verantwortlichen auf den immergleichen Vorgehensweisen beharren und Maßnahmen sogar noch verstärken, an deren Wirksamkeit und Akzeptanz es aus wissenschaftlicher Sicht größte Zweifel geben muss“. Das führe zur „Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen bzw. angeordneten Maßnahmen“.
Karsten Kocher:
Eine hochnotpeinliche Pressemitteilung der AfD.
Stefan Knoll:
Wieder eine dieser lächerlichen Pressemitteilungen von Jan Bollinger. Wieviele Schulklassen gibt es in der Stadt Neuwied und wieviele Schulklassen im Landkreis Neuwied? Und wieviele Kino- und Theatersääle gibt es in Neuwied und Ungebung?
S. Schmidt:
Ihr "Superhelden", gegen die demokratische USA könnt ihr demonstrieren, aber wo ist eure Stimme für die vielen, Frauen und Männer, die im Namen der Religion im Iran hingerichtet werden? Wo eure Stimme für die, zumeist männlichen, Uiguren, die in chinesischen Lagern (Konzentrationslager) ihr Dasein fristen müssen? Wo für all die Hingerichteten, angeblichen Kollaborateure, im Gazastreifen oder "sonstigen" palästinensischen Gebieten?
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