Einmal im Jahr gibt Meckenheims Dirk Schwindenhammer vor dem Ausschuss seinen Bericht ab
Was macht ein Wirtschaftsförderer?
Meckenheim. Der Wirtschaftsförderer einer Kommune ist zumeist jemand, über den die Menschen nicht viel wissen und über den gern geredet wird, vor allem dann, wenn etwas nicht klappt. Fehlen Arbeitsplätze oder stehen Geschäfte leer, dann ist er der Ansprechpartner, ob zuständig oder nicht. Dabei ist der Geschäftsbereich alles andere als klein und als Querschnittsaufgabe überaus interessant. Einmal im Jahr gibt Meckenheims Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer daher vor dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung seinen Jahresbericht ab und erläutert seine Aufgaben.
Dazu gehört an erster Stelle der Unternehmerservice. So werden Existenzgründer beraten, er kümmert sich um Breitbandversorgung und Personalentwicklung, berät und begleitet bei Genehmigungsverfahren und ist einheitlicher Ansprechpartner für alle Unternehmen. 2015 hatte Schwindenhammer allein 60 persönliche Unternehmergespräche im Rahmen der Bestandsentwicklung. Das sind aber zum Glück auch viele angenehme Gespräche wie das 15-jährige Betriebsjubiläum der Metzgerei Effert. Aber die Gespräche mit den hier ansässigen Betrieben sind wichtig, wollen diese denn auch in Meckenheim gehalten werden.
Aus diesem Grund wird großen Wert auf das Thema Personalentwicklung gelegt. So ist er intensiv in das Projekt MEGA (Meckenheimer Garantie für Ausbildung) eingebunden und hat im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal einen Berufsfelderkundungstag am Schulcampus organisiert. Kooperiert wird hier natürlich sehr intensiv auch mit den Industrie- und Handelskammern und auch den benachbarten Kommunen.
Für 2016 soll dieser Weg weitergeführt werden, das Ziel ist dabei, dass kein Schüler nach der Schule auf der Straße steht, getreu dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“.
Netz ausgebaut
Im Rahmen des Unternehmensservice steht die Versorgung von Breitbandnetzen im Mittelpunkt aller Bemühungen. Ohne schnelles Internet keine wirtschaftliche Entwicklung. So hat die Firma bn:t das Netz im Bereich Heidestraße und Werner-von-Siemens-Straße ausgebaut, der Rhein-Sieg-Kreis hat die Planung zum flächendeckenden Ausbau aufgenommen und Fördergelder beantragt. In diesem Jahr will bn:t das Breitbandnetz im Bereich Mühlgrabenstraße ausbauen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewerbeflächenvermarktung. So konnten zwei weitere Grundstücke an der Werner-von-Siemens-Straße an Interessenten veräußert werden, damit ist dieses Areal dann vollständig verwertet, wobei weitere Anfragen vorhanden sind. Ebenso ist er damit beschäftigt, den Bahnhof Meckenheim zu veräußern, auch hier laufen gerade die Gespräche, ein Investor ist gefunden.
Auch konnte die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr zahlreiche Büro- und Ladenlokale sowie Hallenfläche erfolgreich vermitteln. Dass gerade in der Hauptstraße noch immer Leerstände zu verzeichnen sind, liegt teilweise auch an illusorischen Vorstellungen der Immobilieneigentümer. Im Industriepark Kottenforst wird kräftig gebaut, die erfolgreiche Versteigerung des Marktcenters am Neuen Markt in diesen Tagen gibt auch hier viel Anlass zur Hoffnung.
„Tue Gutes und rede darüber“, so lautet ein altes Sprichwort. Das hat sich die Stadt in Form eines gezielten Stadtmarketings auf die Fahnen geschrieben. So ist die Stadt seit September 2015 auf Facebook mit einer eigenen Seite präsent. Sie hat sich sehr positiv auf der Baumesse im März 2015 präsentiert.
Das erfolgreiche Baustellenmarketing anlässlich der Umgestaltung der Hauptstraße soll auf jeden Fall fortgeführt und die schon gute Zusammenarbeit mit dem Meckenheimer Verbund soll auf jeden Fall weiter intensiviert uns ausgebaut werden.
Unter anderem soll die Aktion „Heimat shoppen“ von IHK und Einzelhandelsverband fortgeführt werden - und auch das Projekt „Gießen und Genießen“ am Neuen Markt hat viele Fans.
Überhaupt hat die Umgestaltung der Hauptstraße für viele neue Anstöße gesorgt, so gab es im vergangenen Jahr erstmals zwei Servicewochen, die in die Culinaria sowie in das Oktoberfest übergingen und mehr als nur sehr gut besucht waren. Für das Jahr 2016 sind sowohl für Juni als auch für Oktober 2016 entsprechende Servicewochen geplant. Am 21. Mai soll ein Tag der Städtebauförderung begangen werden. Darüber hinaus gehört auch die Netzwerkarbeit zu den wichtigsten Stellschrauben, denn diese will koordiniert sein. Die Stadt ist in vielen lokalen und überregionalen
Initiativen vertreten. Auch der bio innovation Park fällt in den Kompetenzbereich des Wirtschaftsförderers. Dazu gehört auch die Tourismusförderung. Meckenheim als Apfelstadt will sich an der Apfelroute mit mehr als 100 Kilometern Länge beteiligen. Manchmal kommt auch der Zufall zu Hilfe, wie Anfang Januar.
Gelungene Story
Da hatte der WDR für seine Lokalzeit die „Sieben“ gezogen, der Reporter sollte daraus eine Story in Meckenheim machen. Dies gelang dann mit der neuen Blütenkönigin Lara Wiegershaus, die die Stadt und ihre Äpfel bestens vermarktete. So hatte Schwindenhammer bei den anwesenden Kommunalpolitikern einen leichten Stand und musste sich nur die Frage gefallen lassen, warum er zur Sitzung nicht jedem einen Apfel mitgebracht hatte.
