Stadtrat beschließt Öffnung des Freizeitbades TWIN
Wasserratten können wieder ihre Bahnen ziehen
Maximal 100 Personen gleichzeitig können eingelassen werden
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Wasserratten in der Kreisstadt dürfen sich freuen: Ab Mittwoch, 10. Juni, öffnet das Freizeitbad TWIN in Bad Neuenahr wieder seine Pforten, wenn auch nur eingeschränkt.
Das beschloss der Stadtrat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Auch die Ahr-Thermen wollen wieder den Betrieb aufnehmen, allerdings ist der Zeitpunkt noch unklar, so Geschäftsführer Maternus Fiedler. Das hänge von den Vorgaben der Landesregierung ab. Das Freibad in Ahrweiler plane ebenfalls die Wiedereröffnung – aber darauf habe die Stadt keinen Einfluss, das sei Sache des Pächters Elmar Scholzen, so der Erste Beigeordnete Peter Diewald.
Verweildauer wird auf höchstens drei Stunden am Tag begrenzt
Diewald stellte die Pläne der Stadt zur stufenweisen Öffnung eines eingeschränkten Freibadbereiches im TWIN vor. Die Mitarbeiter hätten die Zeit seit der Schließung am 14. März dazu genutzt, die sonst zum 1. September geplante Grundreinigung des Hallenbades vorzuziehen und notwendige Wartungs- und Unterhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Seit Anfang Mai befänden sich die Mitarbeiter in Kurzarbeit, dennoch hätten einzelne Beschäftigte bereits mit der Vorbereitung der Freibadsaison begonnen. Das Freibadbecken sei seit dem Wochenende gefüllt, so dass eine eingeschränkte Freibadöffnung ab dem 10. Juni möglich wäre. Wobei die Stadt neben dem verständlichen Wunsch der Bürger nach Badevergnügen auch den ohnehin bereits bestehenden hohen Zuschussbedarf des TWIN im Blick haben müsse.
Mindestabstand muss auch im Becken eingehalten werden
In einer ersten Stufe soll ab dem 10. Juni ausschließlich der Freibad-Bereich für maximal 100 Besucher gleichzeitig geöffnet werden. Theoretisch könnten bis zu 420 Personen das Freibad einschließlich der Liegewiese besuchen, wovon allerdings bei einem Mindestabstand von 1,50 Meter, der auch in den Becken eingehalten werden müsse, nur insgesamt 50 Personen gleichzeitig das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken nutzen dürften. Deshalb habe man sich entschlossen, zunächst nur höchstens 100 Personen gleichzeitig Einlass zu gewähren. Um aber unter diesen Einschränkungen möglichst vielen Gästen die Freibadnutzung zu ermöglichen, werde man die Verweildauer auf höchstens drei Stunden am Tag begrenzen, so dass etwa 350 Besucher am Tag ihre Bahnen ziehen könnten. Geöffnet werden soll das Freibad von Dienstag bis Sonntag jeweils von 9 bis 19 Uhr. Der Eintrittspreis soll von bisher 6 auf 4,50 Euro für Erwachsene und von 3,50 auf 2 Euro für Kinder und Jugendliche gesenkt werden – allerdings zeitlich begrenzt auf drei Stunden und nicht wie bisher für den ganzen Tag.
Besucherzahl soll sukzessive erhöht werden
Je nach der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und der im laufenden Betrieb gewonnenen Erkenntnisse könne man später die Besucherzahl sukzessive erhöhen, erklärte Diewald. Dies plane man spätestens für die Sommerferien. Voraussichtlich ab September werde der Freibadbereich geschlossen und das Hallenbad geöffnet, falls die Vorgaben dies erlaubten. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dann auch die Sauna des TWIN wieder geöffnet werden.
Eine Nutzung des Freibades durch Schulklassen entfalle bis zu den Sommerferien ohnehin, so Diewald. Mit den örtlichen Schwimmsportvereinen solle jedoch eine Schwimmbadnutzung in eigener Regie und in Kleingruppen an den Montagen und, falls gewünscht, Dienstag bis Freitag nach der Badezeit besprochen werden. Auch werde man die Schwimmsportvereine bitten, das Personal wieder ehrenamtlich beim Aufsichtsdienst zu unterstützen. Schwimmkurse könnten jedoch bis auf weiteres wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen nicht angeboten werden.
Wiedereröffnung der Ahr-Thermen
Auch die Ahr-Thermen planten die Wiedereröffnung zum 10. Juni, berichtete deren Geschäftsführer Maternus Fiedler. Ob dieser Termin aber auch umgesetzt werden könne, hänge letztlich davon ab, ob das angekündigte „Hygienekonzept des Landes Rheinland-Pfalz für Thermen“ rechtzeitig vorliege. Die technischen Anlagen seien zwar so weit wie möglich heruntergefahren worden, befänden sich jedoch in einem Zustand, der grundsätzlich eine kurzfristige Wiederaufnahme des Betriebs ermögliche. In diesem Fall solle in einer ersten Phase nur der Bereich des Thermalbads geöffnet und die Öffnungszeit auf 10 bis 20 Uhr beschränkt werden. Die Saunen blieben also zunächst geschlossen, ebenso die Whirlpools und andere Attraktionen. Die Gastronomie werde sich zunächst auf den Verkauf von Getränken in Flaschen beschränken.
Wenn bei gutem Wetter die Liegewiese im Außenbereich genutzt werden könne, dürften maximal 80 Gäste eingelassen werden. Bei schlechtem Wetter reduzierte sich die Kapazität auf 50 Gäste. In einem zweiten Schritt könnten an den Wochenenden die Wiederaufnahme der Wassergymnastik, die Inbetriebnahme der Wellnessabteilung, eine kleine Speisekarte in der Gastronomie und Öffnung der Außengastronomie erfolgen, hofft Fiedler.In einem dritten Schritt könnten die normalen Öffnungszeiten wieder eingeführt sowie die Öffnung der Sauna – mit reduzierter Nutzung und ohne Aufguss und Wedeln – vorgenommen werden. Wenn allerdings die Besucherzahl zu gering und der Personalaufwand zu hoch werde, müsse man die Frage der Wiedereröffnung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten neu beurteilen.
JOST
