Politik | 22.08.2016

Staatssekretär Dr. Thomas Griese übergab Förderbescheid für Wasserversorgungszweckverband Maifeld-Eifel

Wasserversorgung fit für die Zukunft machen

Land unterstützt Investitionen ins Trinkwassernetz

Staatssekretär Dr. Thomas Griese (2.v.l.) vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten überreicht im Wasserwerk Kruft die Förderbescheide. UBU

Kruft/Region. Rund 800.000 Euro investiert der Wasserversorgungszweckverband (WVZ) Maifeld-Eifel 2016 in verschiedene Maßnahmen, um innerhalb seines 600 Quadratkilometer großen Versorgungsgebietes die Trinkwasserversorgung im Hinblick auf Qualität und Quantität sicherzustellen. Finanzielle Unterstützung gibt es dafür vom Landesministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten. Vor wenigen Tagen überreichte Staatssekretär Dr. Thomas Griese im Wasserwerk Kruft die Bescheide. An mehreren Gewinnungsanlagen, Hochbehältern und Druckerhöhungsanlagen sind verschiedene Erneuerungs-, Erweiterungs-, Umbau und Verbesserungsarbeiten erforderlich. Die Gesamtkosten der Projekte betragen rund 800.000 Euro. 680.000 Euro (85 Prozent) bekommt der Zweckverband vom Land. Davon 440.000 Euro (55 Prozent) als zinsfreies Darlehen und 240.000 Euro (30 Prozent) als Zuschuss“, so WVZ-Bauleiter Helmut Schmitt.

Eines dieser Projekte ist das Wasserwerk Kruft. Die Elektro- und Steuerungstechnik sowie die Rohrinstallation, die überwiegend noch aus den 70er-Jahren stammen müssen erneuert und an den Stand der Technik angepasst werden. Diese Maßnahme sichere für die nächsten Jahrzehnte die Wasserversorgung im Bereich der Verbandsgemeinde Pellenz und Teile der Verbandsgemeinden Maifeld und Rhein-Mosel. Die Gesamtkosten für das Projekt, das im Januar 2017 fertiggestellt sein soll, belaufen sich auf 270.000 Euro.

Energiemanagement kommt dem Verbraucher zugute

Rund 160.000 Euro sollen in Energieeffizienzmaßnahmen investiert werden, um den steigenden Stromkosten entgegenzuwirken. Der WVZ „Maifeld-Eifel“ benötigt jährlich rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Energie aus unterschiedlichen Energieträgern, um Bevölkerung, Industrie und Gewerbe im Versorgungsgebiet mit Trinkwasser zu versorgen. Der Strombedarf ergibt sich insbesondere durch hohe Pumpleistungen. 4 Milliarden Liter Wasser liefert der WVZ jährlich bis an die Wasserhähne der Kunden.. Dabei müssen oft weite Strecken und große Höhenunterschiede überwunden werden. Inzwischen hat der Zweckverband ein Energiemanagementsystem eingeführt. Seit 2015 wird im Wasserwerk Kruft auch eine Turbine zur Energierückgewinnung betrieben. Griese lobt die Eigenproduktion von Strom, die nicht nur dafür sorge, dass kein teurer Storm eingekauft werden müsse, sondern letztendlich auch dem Verbraucher zu Gute käme. Die überalterte Pumpstation, mit der das Wasser von Kruft nach Nickenich gepumpt wird, zählt ebenfalls zu der Maßnahme. „Diese wird komplett erneuert und mit energieeffizienten Motoren ausgestattet“, sagt Stefan Friedsam, stellvertretender Werkleiter der WVZ.

Neue Ausweisung der Wasserschutzgebiete

Für rund 160.000 Euro soll das Wasserschutzgebiet Glees neu ausgewiesen werden. Rund 215.000 Euro werden in das Wasserschutzgebiet Kruft investiert. Das sehr ergiebige Wasservorkommen in Kruft sei für das WVZ „Maifeld-Eifel“ von besonderer Bedeutung und müsse dauerhaft geschützt werden. Die Wasserschutzgebietsrechtsverordnung aus dem Jahr 1988 genüge nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem müssen die Schutzzonen aufgrund neuerer hydrogeologischer Erkenntnisse angepasst werden. Damit das Rohrwasservorkommen langfristig geschützt werden könne, müsse das Wasserschutzgebiet überarbeitet und neu ausgewiesen werden.

In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft soll im Wasserschutzgebiet Münstermaifeld–Metternich langfristig eine Reduzierung der Nitratwerte erreicht werden. Die Kooperation mit den Landwirten unterstützt das Land mit 12.600 Euro. Die Fachberatung erfolgt über das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR). Für den einwandfreien Wassertransport müssen die Leitungen bereichsweise an veränderte Versorgungssituationen und an den Stand der Technik angepasst werden. Zudem ist ein überörtlicher Verbund zu angrenzenden Versorgungsträgern, wie beispielsweise mit den Nachbarn Mayen und Mendig für den Aufbau einer Ersatz- und Notwasserversorgung vorgesehen, um sicherzustellen , das auch im Notfall wie beispielsweise bei Starkregen oder Störungen an Gewinnungsanlagen, die Trinkwasserversorgung gewährleistet ist.

80.000 Menschen werden mit Trinkwasser versorgt

„Der Erhalt der Infrastruktur sei gerade in dieser Region eine Daueraufgabe“, sagt Griese. So gewährte das Land dem WVZ Maifeld-Eifel hierfür bereits im vergangenen Jahr ein Darlehen in Höhe von 885.700 Euro, wovon jetzt 312.000 aus dem Fördertopf in einen Zuschuss umgewandelt werden konnten. Das Versorgungsgebiet des Wasserversorgungs-Zweckverbandes „Maifeld-Eifel“ umfasst mit rund 600 Quadratkilometer die Verbandsgemeinden Brohltal, Maifeld, Pellenz und Vordereifel, sowie Teile der Verbandsgemeinden Rhein-Mosel und Kelberg. Nahezu 80 000 Einwohner sowie alle Unternehmen und öffentliche Einrichtungen werden rund um die Uhr mit Trinkwasser versorgt. Die Wassergewinnung mit teilweise anschließender Wasseraufbereitung erfolgt über 37 Brunnen und Quellen. Die Versorgung der 140 Ortschaften und Ortsteile, die über etwa 30 000 Hausanschlüsse verfügen, erfolgt über rund 500 Kilometer Transportleitungen und rund 500 Kilometer Ortsrohrleitungen. Der notwendige Wasserdruck und die ausreichende Wassermenge werden durch 40 Trinkwasserbehälter und eine Vielzahl von Pumpstationen sichergestellt.

Seit 2015 verfügt das Wasserwerk Kruft über eine Turbine zur Energierückgewinnung.

Seit 2015 verfügt das Wasserwerk Kruft über eine Turbine zur Energierückgewinnung.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese (2.v.l.) vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten überreicht im Wasserwerk Kruft die Förderbescheide. Fotos: UBU

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
Anzeige "Rund ums Haus"
Image
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
55

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
70

Junger Mann war von seinen Großeltern zur Hilfe gerufen worden und hinderte Betrüger an der Flucht

29.04.: Betrugsversuch in Köln: Enkel stellt falsche Polizisten und übergibt sie der richtigen Polizei

Köln. Ein 26 Jahre alter Mann hat am Mittwochabend (29. April) einen mutmaßlichen falschen Polizisten in Köln-Esch gestellt und der echten Polizei übergeben. Der Tatverdächtige und sein noch flüchtiger Komplize sollen kurz zuvor versucht haben, sich als angebliche Kripobeamte Zutritt zum Haus der Großeltern des 26-Jährigen in der Gartenstraße zu verschaffen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
176

Dillendorf (Hunsrück). Am 01.05.26 gegen 10:31 Uhr kam es im Kreuzungsbereich K1/K3 unmittelbar hinter dem Ortsausgang Dillendorf in Fahrtrichtung Dill zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand missachtete ein von Sohrschied kommender Kradfahrer im Kreuzungsbereich die Vorfahrt eines in Fahrtrichtung Dill fahrenden PKW. Das Motorrad samt Fahrer kam im Straßengraben zum Liegen.

Weiterlesen

Symbolbild Foto: pixabay.com
39

eCall-System lotste Einsatzkräfte nach Unfall ohne Zeugen zu verletzten Senioren

28.04.: Unfall auf der B327: Älteres Ehepaar landet unfreiwillig in Waldstück

Waldesch. Am 28. April kam es gegen 11:00 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Hunsrückhöhenstraße (B327) zwischen Waldesch und Dieblich/Nassheck. Ein älteres Ehepaar aus dem Lahn-Dill Kreis kam nach ersten Erkenntnissen aufgrund gesundheitlicher Probleme des Fahrzeugführers mit seinem PKW alleinbeteiligt nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet in unbefestigtes Gelände.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
AZ_Gelenk 2026
Door To Door Anzeige
Zukunft trifft Tradition KW 18
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Biergarteneröffnung
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre NoWi
10 Jahre Nowi
Innovatives rund um Andernach
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß