Leserbrief
Wegfall der Bushaltestelle Mühlenstraße
Bendorf. Am Montag, 12. Dezember 2016 ist der Schulbus an der Haltestelle Mühlenstraße trotz Rufen der üblicherweise dort aussteigenden Hort-Kinder vorbei gefahren. Auf Nachfrage der Kinder beim Busfahrer der Fa. Zickenheimer sagte dieser, dass die Haltestelle nach aktualisierter Fahrtroute nicht mehr angefahren wird. Im Ergebnis sind die erschrockenen Kinder an unterschiedlichen Haltestellen aus dem Bus ausgestiegen. Ein Kind, welches den Weg zum Hort zu Fuß bestreitet, sah im Vorbeikommen die Kinder und übernahm die Führung. Einige waren zutiefst verschreckt und mit der plötzlichen Situation völlig überfordert. Glücklicherweise sind alle wohlbehalten im Haus des Kindes, Mühlenstraße, auch durch bereits eingeleitetes Suchen der Erzieher angekommen. Frau Fuchs, Leiterin der Kindertagesstätte hat sich sofort mit der Stadtverwaltung Bendorf in Verbindung gesetzt. Die Aussage: Das Verkehrsgutachten für die neue Kita Lohweg wurde umgesetzt.
Ohne vorherige Info
Empörte Eltern erhielten zwar eine Entschuldigung, aber den Schuh, wer den Fehler gemacht hat, zieht sich seitens des Trägers keiner an. Nach Kenntnisnahme der Situation habe ich ebenfalls bei Hr. Berhausen, Stadtverwaltung Bendorf angerufen. Frau Schmitt übernahm das Gespräch und sagte mir, dass sie verschärft an einer Lösung arbeiten. Aber Geschehenesseigeschehen. Der Bauhof hätte den Auftrag von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz erhalten und die Stadt Bendorf wusste angeblich von nichts. Daraufhin habe ich mit Fr. Schüssler von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz telefoniert. Diese meinte, dass die Fahrpläne immer im Dezember und Juli eines Jahres geändert werden. Dass dies ab 12. Dezember 2016 in Kraft getreten ist, mussten die Kinder allein feststellen. Frau Schüssler meinte, dass eventuell alle Familien, die Fahrtkosten für den Bus erstattet bekommen, ein Infoschreiben hätten erhalten müssen. Mehrere befragte Familien verneinten dies jedoch. Auch die Grundschule Bendorf wurde im Vorfeld nicht informiert. Erst im Schreiben vom 14. Dezember 2016 hat die Grundschule mitgeteilt, dass die Änderung der Haltestellensituation auf Anregung der Stadt Bendorf durch die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz umgesetzt wurde und bedauerte die Unannehmlichkeit.
Jetzt frage ich mich: Wie kann das sein?
Des weiteren erläuterte Fr. Schüssler, dass ein „Zurück ändern“ der Fahrtroute unmöglich sei. Die Kinder müssen an der Haltestelle im Andorf gegenüber dem Kaufland aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Da einige Kinder nicht ortskundig sind, wurde die Gruppe von einem Erzieher am Dienstag an der Haltestelle abgeholt. Jedoch hielt der Busfahrer erneut nicht an. Erst als ein Kind schrie, „da steht der Erzieher Stopp anhalten“, hielt der Bus an. Die Kinder waren wiederholt total verunsichert.
Muss das sein?
Die übliche Haltestelle war bis vor der Umstellung der Fahrtroute übrigens am Rondell im tatsächlichen Andorf. Auch dieser Haltepunkt wurde wohl abmontiert. Zeitlich entstehen den Kindern keine Nachteile und durch die verkehrsberuhigte Zone der Straße Am Andorf ist der Weg durch den Park zu bewältigen. Jedoch muss man sich vor Augen halten, dass hier Kinder betroffen sind, wo die Jüngsten gerade mal sechs Jahre alt sind und seit drei Monaten die Schule besuchen. Ein geänderter Ablauf muss mit Kindern geübt werden! Einige betroffene Eltern trauen ihrem Kind den Fußweg nicht zu und überlegen nach Alternativen.
Aber wer ist verantwortlich?
Was wäre passiert, wenn etwas passiert wäre? Wer trägt die Verantwortung? Da hilft auch keine Entschuldigung. Warum konnte die Umstellung nicht angekündigt werden oder die Umsetzung erst im Juli 2017 erfolgen? Die neue Kita Lohweg existiert noch gar nicht. Das Bauvorhaben wurde erst kürzlich begonnen und frühestens im Sommer 2017, d.h. ab August bezugsfertiggestellt sein. Außerdem: Der Wegfall der Haltestelle Mühlenstraße betrifft nicht nur die Hort-Kinder vom Haus des Kindes. Was ist mit den dort wohnenden Schülern? Man sollte dieser Sache einmal nachgehen. Die Eltern der Hort-Gruppe stehen geschlossen und erwarten eine offizielle Entschuldigung.
A. Scheidweiler (Bendorf)
im Namen der
Eltern der Hort-Gruppe