Politik | 03.12.2018

Öffentliche Personaldebatte auch vor Ort

Wer soll die CDU führen?

Unkel/Rheinbreitbach. Den Kandidaten nicht nur zuhören, wie es in den Regionalkonferenzen der CDU gegenwärtig geschieht. Sondern über sie kontrovers zu diskutieren, eine Personaldebatte zu führen - dazu hatten der Gemeindeverband Unkel der CDU und der Kreisverband Neuwied der Mittelstandsvereinigung nach Rheinbreitbach eingeladen.

In der mit modernster Technik ausgestatteten Villa von Sayn erhielten die Teilnehmer zunächst Gelegenheit, die Bewerbungsreden der drei Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn zu verfolgen - in der Wand-großen Projektion sogar näher d’ran an den Kandidaten als die Tausende CDU-Mitglieder in den Hallen. Anschließend plädierten drei CDU-Mitglieder für ihren Kandidaten.

Dr. Adrian Nitsche, Vorsitzender der MIT Koblenz: „Unser Land steht wirtschaftlich hervorragend da. Doch es gibt eine Reihe von Herausforderungen in der Weltwirtschaft. Da können wir uns keine Wohlfühldebatten leisten, sondern müssen für mögliche Krisen gewappnet sein. Dafür brauchen wir einen politischen Ansprechpartner, der die Wirtschaft nicht mit immer weiteren Begrenzungen und scheinbar sozialen Forderungen belastet und einengt, sondern für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft steht. Und der diese Grundsätze national und international überzeugend vertreten kann. Das ist Friedrich März.“

Markus Klein, MdB-Assistent aus Mainz: „Die CDU steht angesichts eines dramatischen Verlustes von Wählerzustimmung vor der Entscheidung: Wollen wir uns mit einem Weiter-So und Nostalgie begnügen? Oder wollen wir einen echten Neustart wagen? Das bedeutet erstens: Wir brauchen für zentrale Fragen deutscher Politik eine breite, offene Debatte in der Partei, und zwar vor Entscheidungen von Regierung und Parlament. Das bedeutet zweitens: Wir müssen den Menschen klar sagen, wohin die Reise unseres Landes gehen soll, wie wir uns unser Land im Jahr 2040 vorstellen. Derjenige, der genau das umsetzen will, ist Jens Spahn.“

Wolfgang Reeder, Landesvorsitzender des EAK: „Hängepartien und innere Gefährdungen in der Regierung wie in diesem Jahr darf es nicht wieder geben. Wenn für die Öffentlichkeit wirksames Regieren noch einmal gefährdet erscheint, werden sich für die CDU die Abwanderungen ihrer Wähler einerseits zur AfD, andererseits zu den Grünen fortsetzen. Annegret Kramp-Karrenbauer steht gleichermaßen für Stabilisierung der Bundesregierung wie für Eigenständigkeit, Profilierung und Mobilisierung der CDU. Das hat sie mit einer Zuhör-Tour durch alle CDU-Landesverbände bewiesen. Das hat sie mit klaren Wahlerfolgen für die CDU im Saarland bewiesen.“

Es blieb in Rheinbreitbach nicht bei Plädoyers und Diskussion. Zu Beginn, vor der Übertragung der Bewerbungsreden und am Ende konnten die Teilnehmer über die drei Kandidaten abstimmen. Das Ergebnis zeigte, wie sehr ein beeindruckender Auftritt von Jens Spahn Teilnehmer überzeugt hatte, und zwar zu Lasten von AKK: Merz erhielt 44 Prozent der Stimmen der Teilnehmer, AKK 31 Prozent, Spahn steigerte sich von anfangs 12 Prozent auf 25 Prozent.

Diskussionsleiter Dr. Heinz Schmitz, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes stellte fest: Einig waren sich alle Teilnehmer, dass diese einmal ganz andere Art einer Partei-Versammlung ein Gewinn politischer Diskussion ist. Und: Dass der Rückzug eines der drei Kandidaten von führenden Aufgaben in der Politik ein erheblicher Verlust wäre. Wolfgang Reeder, Mit-Veranstalter und Kreisvorsitzender der MIT schloss mit seinem Idealkonzept: Peter Altmeier Kommissar in Brüssel. Friedrich Merz Wirtschaftsminister. Jens Spahn Generalsekretär. Annegret Kramp-Karrenbauer CDU-Vorsitzende.

Mitteilung des

MIT-Kreisverbandes Neuwied

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