Politik | 14.03.2016

Landtagswahl im Wahlkreis 8

Westlicher Rhein-Lahn-Kreis bleibt rot

CDU verliert stark – Start-Ziel-Sieg-Lewentz – Achtungserfolg für Lennart Siefert

Grund zur Freude hat Direktkandidat und Innenminister Roger Lewentz. -WW- Willi Willig

Region. Die SPD und ihre Anhänger hatten am vergangenen Sonntagabend allen Grund zum Jubel: Der Wahlkreis 8 – zu dem die Verbandsgemeinden Bad Ems und Loreley, die Stadt Lahnstein und auch die rechtsrheinischen Stadtteile von Koblenz zählen, bleibt eindeutig rot gefärbt. Bei den Landesstimmen liegt die SPD in allen Verbandsgemeinden und auch in der Stadt Lahnstein klar vorn. Der amtierende Innenminister Roger Lewentz (SPD/ Kamp-Bornhofen) distanziert seinen engagierten Herausforderer Dennis Maxeiner (CDU/ Dahlheim) deutlich. Lewentz kam auf 44,4 Prozent der Direktstimmen, Maxeiner konnte lediglich 29,6 Prozent der Wähler überzeugen. Einen erstaunlichen Achtungserfolg erzielte der Lahnsteiner Direktkandidat Lennart Siefert für die Freien Wähler – aus dem Stand erreichte er das drittbeste Ergebnis mit 8,3 Prozent der Stimmen. Allerdings ohne direkte landespolitische Auswirkungen – seine Freien Wähler verpassten den Einzug ins Landesparlament insgesamt. Im Landtag dagegen vertreten, wenn auch nur insgesamt knapp über der 5 Prozent-Hürde - sind nach wie vor die Grünen, deren Direktkandidat Leo Neydek im Wahlkreis lediglich 4,6 Prozent der Stimmen erhielt. Auch die FDP ist nach längerer „Enthaltsamkeit“ wieder im Mainzer Landtag – Direktkandidat Prof Martin Kaschny vereinigte 6,3 Prozent der Stimmen im Wahlkreis auf sich und erreichte damit das viertbeste Ergebnis der Direktkandidaten.

Bei der Landestimme kam die SPD im Wahlkreis 8 insgesamt auf 38,5 Prozent. Fast schon trendmäßig stimmten dabei die Lahnsteiner ab (38,5 Prozent), in Bad Ems war der Anteil der SPD-Wähler höher (40,2 Prozent), am höchsten an der Loreley (43,6 Prozent) – in Kamp-Bornhofen machten sogar über 56 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten.

Die CDU erreichte ohne nennenswerte Ausreißer nach oben oder unten 31,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis 8 und bleib damit etwas mehr als zwei Prozent unter dem Ergebnis von 2011. Ginge es ausschließlich nach dem Wahlkreis 8, dann hätten die Grünen eine Punktlandung bei der 5-Prozent-Hürde hingelegt – bleiben auch „vor der Haustüre“ so um satte 10 Prozent hinter dem guten Ergebnis aus 2011.

Die FDP erreicht in Bad Ems, an der Loreley, in Lahnstein und im rechtsrheinischen Koblenz 6,1 Prozent der Landesstimmen und bleibt damit nur einen Hauch hinter dem Landesergebnis mit dem Wiedereinzug ins Parlament. Die Linke erreicht gerade einmal 2,6, die Freien Wähler (trotz des beachtlichen Direktergebnisses von Lennart Siefert) nur 3,3 und alle weiteren schaffen es zusammen nochmal auf 2,7 Prozent der Landesstimmen. Die AFD wird auch im Wahlkreis 8 aus dem Stand drittstärkste Kraft – 9,9 Prozent der Menschen im Wahlkreis an Rhein und Lahn gaben dieser Partei ihre Stimme. In Miellen erreichte die AFD das mit 16,2 Prozent höchste Ergebnis im Wahlkreis 8, die wenigsten Menschen (2,6 Prozent) gaben in Reichenberg in der VG Loreley der AFD ihre Stimme. In Lahnstein votierten 11,3 Prozent pro AFD.

Insgesamt ist die Region im neuen Landesparlament besser vertreten als in der vergangenen Legislaturperiode. Neben Roger Lewentz ziehen aus dem benachbarten Wahlkreis 7 (Diez-Nassau) auch Gewinner Jörg Denninghoff (SPD) und Matthias Lammert (CDU) über einen Listenplatz ins Parlament ein. Auch mit der Windenerin Monika Becker (FDP) dürfte auf Listenplatz 3 der Liberalen eine weitere Abgeordnete ins Landesparlament einziehen. Damit hat der Rhein-Lahn-Kreis, der ja nur für die Wahl in zwei Teile gespalten ist, nun mindestens vier Vertreter im Parlament und damit deutlich an Gewicht zugelegt. Ob dazu eventuell ein weiterer Kandidat der AFD kommt und was dies bedeuten könnte, ist noch offen.

Die Wahlbeteiligung war deutlich höher als 2011. Im Wahlkreis 8 ( Koblenz-Lahnstein) gingen 71,1 Prozent (2011: 62,6 Prozent) der Wahlberechtigten an die Urnen. Wie viele davon bisherige Nichtwähler mit „Protestkreuzchen“ waren, bleibt offen. Willi Willig

Grund zur Freude hat Direktkandidat und Innenminister Roger Lewentz. Foto: -WW- Willi Willig

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