Römerthermen sind zu teuer - Bad Breisig lädt zum Waldbaden ein
Wie Zukunftsträume an der Realität scheitern
Ich möchte den Leserbrief von Herrn Janta in der Ausgabe 23/2020 gerne um ein paar Gedanken ergänzen: Die angedachte Einrichtung eines Kur- und Heilwaldes erfordert die Erfüllung zahlreicher Kriterien. Mit ein paar Schildern, wie man Parkbänke für Fitnessübungen zweckentfremdet, ist es bei weitem nicht getan. Zu einem der zahlreichen Mindestkriterien für diese Art von Wald zählt „emissionsarme Waldluft“. Aufgrund der letzten beiden vom Deutschen Wetterdienst für Bad Breisig durchgeführten Luftqualitätsgutachten, kann man leider auch auf der Mönchsheide, im Gutachten als „Kurgebiet“ gekennzeichnet, nicht von emissionsarmer Waldluft sprechen. Zur Belastung mit Stickoxiden wird im Gutachten ausgeführt: „Nur knapp fünf Prozent aller Kurorte in der Repräsentanz „Kurgebiet“ weisen eine noch höhere Hintergrundbelastung auf als Bad Breisig." und „Im KG liegt die Belastung durch Stickstoffdioxid im leicht erhöhten...Bereich“. Ob das eine gute bzw. gesunde Ausgangsbasis für eine entsprechende Zertifizierung ist? Bereits zu den „Optimalkriterien“ eines Kur- und Heilwaldes gehört der vorgeschlagene Outdoor-Fitness-Park. Wie bereits Herr Janta treffend geschrieben hat, ist der in den 70er Jahren errichtete Pfad verfallen. Dieser reiht sich damit leider in eine Vielzahl von Aktionen und Aktivitäten ein, die einmal mit viel Enthusiasmus oder aufgrund gut gemeinter Ideen eingerichtet wurden, mangels Einbindung in ein Gesamtkonzept oder schlicht fehlender Pflege dann gescheitert sind. Breisiger Bürger kennen die Beispiele zur Genüge. Angesichts leerer Kassen kann sich Bad Breisig eigentlich nichts leisten, was nicht in ein gut und gründlich durchdachtes, sowie von einer Mehrheit der Bürger mitgetragenes Rahmenkonzept eingebunden ist und dementsprechend auch nachhaltig gepflegt wird. Gibt es so etwas? Falls ja, hat man es bisher gut versteckt. Aktuell ist man aber scheinbar schon mit der Pflege der städtischen Grünflächen überfordert und sucht derzeit „Bürgerpaten“ für diese. Wie will man dann künftig solche Dinge wie einen für Einheimische und Gäste attraktiven Kur- und Heilwald pflegen und unterhalten? Vielleicht mittels der geplanten „Parkraumbewirtschaftung“, mit der man demnächst Pendler und Gäste zur Kasse bitten möchte? Steht dann vielleicht der erste Parkscheinautomat auf der Mönchsheide? Mit Blick auf die „Erfolgsbilanz“ der Römerthermen, wird mir Angst und Bange, wenn man sich jetzt um das Naherholungsgebiet Mönchsheide „kümmern“ will.
Michael Daum, Bad Breisig
