Politik | 09.05.2018

Stadtentwicklungsausschuss Meckenheim diskutierte über Neuansiedlungen

Wie geht es mit dem Marktplatz weiter?

Meckenheim. Nachdem im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts für die Altstadt die Hauptstraße aufwendig saniert wurde und demnächst in der Klostergasse die Bagger anrücken werden, stellt sich immer drängender die Frage: Was passiert mit dem Marktplatz? Zurzeit wird der ja überwiegend als Parkplatz genutzt. Schon seit Langem gibt es Überlegungen, dort Einzelhandel anzusiedeln. Angedacht sind ein Vollsortimenter sowie ein Drogeriemarkt.

Doch dies hat Auswirkungen auf die bisherige Struktur des Einzelhandels nicht nur in Meckenheim selbst, sondern auch auf die umliegenden Kommunen. Aus diesem Grund wurde die Firma Imtargis beauftragt, diese Auswirkungen zu untersuchen. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses war dies dann auch das beherrschende Thema. Die Gutachter gingen dabei von der Prämisse aus, dass insgesamt eine Fläche von 2200 Quadratmeter bebaut werden soll. Davon entfallen 1200 Quadratmeter auf den Bereich Nahrungs- und Genussmittel sowie 600 Quadratmeter auf den Bereich Gesundheit und Körperpflege. Die restlichen 400 Quadratmeter entfallen auf Peripheriebereiche wie Büroartikel, Zeitschriften oder Bekleidung. Wie Fachbereichsleiterin Waltraud Leersch erläuterte, ist es ebenfalls ein Ziel dieser Maßnahmen, weitere Besucherströme in die Altstadt zu lenken.

Für die Gutachter ging es zunächst einmal darum, Basisdaten zu erheben. Dabei stellte sich schnell heraus, dass in Meckenheim zwar eine sehr hohe Kaufkraft vorhanden ist, diese jedoch nicht am Ort verbleibt. Die spannende Frage war nun, wie sich die Umsätze verändern würden durch die Ansiedlung eines entsprechenden Markts auf dem Meckenheimer Marktplatz. Diese Umsatzumverteilungsaspekte sind insoweit unbedenklich, wenn diese weniger als zehn Prozent betragen. Dabei darf dann nicht nur die Meckenheimer Altstadt in die Planung mit einbezogen werden. Es wird geschaut, wer diese neuen Geschäfte innerhalb von fünf Minuten erreichen kann. Dabei liegt die Größenordnung bei 32.400 Einwohnern. Auf einen Radius von zehn Kilometern betrachtet, liegt das Potenzial bei insgesamt 69.404 Einwohnern, das es zu berücksichtigen gilt. Insgesamt wird beim Bereich Lebensmittel der Wert von zehn Prozent nirgendwo überschritten, wobei hier auch Rheinbach und die Grafschaft mit in die Betrachtung einflossen, nicht aber das Einkaufszentrum in Wachtberg, was Reinhard Diefenbach von der BfM-Fraktion auch monierte.

Frenetischer Jubel

Insgesamt kommen die Gutachter zu dem Fazit, dass durch die Ansiedlung keine negativen städtebaulichen Auswirkungen zu befürchten sein. Dies führte bei Hans-Erich Jonen von der UWG-Fraktion schon zu fast frenetischem Jubel, meinte er doch, dass durch die Ansiedlung eine Versorgungslücke in der Altstadt geschlossen würde, die seit der Schließung von Kaisers-Kaffee bestehen würde. Dies war vor rund 20 Jahren. Er zeigte sich wörtlich „heilfroh“ über diese Analyse. Auswirkungen auf andere Betriebe sind irrelevant, die heutigen Dienstleister tun, was sie können, aber das ist nicht das, was der Bürger verdient.

Ganz so viel Euphorie konnte bei den anderen Fraktionen nicht aufkommen, auch wenn grundsätzlich alle die Auffassung der Gutachter teilen. Der Vertreter der Grünen, Stephan von Orti von Havranek, gab zu bedenken, dass die Frage der Verkehrsführung noch längst nicht geklärt sei. Außerdem würde bei heutigen Märkten gern die Parkzeit reguliert, weil sie zwar die Kunden in den Märkten haben möchte, aber danach sollen die auch wieder Platz machen für neue Kunden. Mit bewirtschafteter Parkplatzfläche könnte das mit dem anschließenden Verweilen in der Stadt problematisch werden. Wenn diese Ansiedlung auch für die Lebensmittelbranche unproblematisch ist, so gilt das keineswegs für den Bereich der Drogeriemärkte, denn hier wird auch - gutachterlich ausgewiesen - gerade für den Bereich von Alt-Meckenheim der Wert von zehn Prozent überschritten. Das sah Barbara Heymann für die SPD durchaus kritisch. Martin Hörnig für die CDU sah in der Ansiedlung ebenfalls nur positive Faktoren, so dass bei einer Gegenstimme des Grünen-Vertreters die Stadt die weitere Planung vornehmen kann.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde einstimmig die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzepts durchgewunken. Die Vertreter des Erftverbandes konnten hier mit eindrucksvollen Zahlen aufwarten, mehr als 178 Kilometer Kanallänge werden in Meckenheim kontrolliert und regelmäßig gewartet. Dies inzwischen mit modernster TV-Technik. Ebenfalls beschäftigte sich die Politik mit dem Ausbau der Bonner Straße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts.

Hier wurde die Entwurfsplanung zum Ausbau der Bonner Straßen durchgewunken, freilich mit dem Auftrag an die Verwaltung, nochmals bis zur Ratssitzung das Thema Querungshilfe zu überarbeiten. Dies wurde vom Technischen Beigeordenten Heinz-Peter Witt zugesagt. STF

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