Politik | 14.07.2020

Haltestellensituation in Berkum

Wie könnte sich die Linienführung 856 ändern?

Wachtberg-Berkum. Im Rahmen der Auswertung des seit letzten Sommer erweiterten Bus-Angebots durch die Integration des Schülerspezialverkehrs in den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sowie die Fertigstellung der Umgehungsstraße Gimmersdorf und der damit jetzt einhergehenden möglichen Umwidmung des Berkumer Wegs in eine Fahrradstraße, muss die Linienführung der Busse in diesem Bereich von Berkum überprüft und neu konzipiert werden.

Noch am Anfang der Planung

Dies hat im Vorfeld zu Fragen insbesondere bei einigen Eltern geführt, deren Kinder die Schulen im Berkumer Schulzentrum besuchen. Die Gemeinde Wachtberg macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass Änderungen erst dann erfolgen, wenn sämtliche Unklarheiten geklärt, alle Stellungnahmen eingeholt und bewertet sowie gegebenenfalls erforderliche Sicherheitsmaßnahmen abgestimmt und geregelt sind. „Aktuell befinden wir uns am Anfang der Planung“, betont Beigeordneter Swen Christian, „Unser Ziel ist es, ein größtmögliches Maß an Sicherheit und eine deutliche Verbesserung gegenüber der heutigen Situation herbeizuführen.“

Berkumer Weg soll Fahrradstraße werden

Am 1. Januar ging durch die Inbetriebnahme der neuen Ortsumgehung K14n die Straßenbaulast des Berkumer Wegs an die Gemeinde Wachtberg über. Dies führt dazu, dass die Verkehrsverbindungen zwischen Gimmersdorf und Berkum neu zuzuordnen sind, nicht nur hinsichtlich der künftigen Nutzung des Berkumer Wegs, sondern auch hinsichtlich der zukünftigen Linienführung der Buslinie 856. Die Mitglieder des Ausschusses für Infrastruktur und Bau haben sich, nachdem die Ortsvertretung Gimmersdorf schon lange für eine Abbindung des Berkumer Wegs geworben hatte, nun dafür ausgesprochen, diese Straße von Gimmersdorf aus bis zur Einmündung in den Stumpebergweg in eine Fahrradstraße umzuwidmen. Eine Entscheidung, für die sich auch der ADFC stark gemacht hatte. Auf einer solchen Straße würde eine Höchstgeschwindigkeit von 30km/h gelten, der Radverkehr hätte Vorrang, Radler dürften sogar nebeneinander fahren. Der Kraftfahrzeugverkehr wäre abgebunden, einzig landwirtschaftlicher Verkehr, Einsatzfahrzeuge und ÖPNV könnten noch passieren.

Oberdorfstraße zu eng für regen Linienbusverkehr

Die Gemeinde Wachtberg befasst sich parallel dazu auch mit dem Linienverkehr auf der Oberdorfstraße. Erste Auswertungen des erweiterten ÖPNV-Angebotes, in denen auch die neue Linienführung über die Oberdorfstraße begutachtet wurde, ergaben, dass es hier regelmäßig zu gefährlichen Begegnungen kommt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zwei entgegenkommende Busse die Oberdorfstraße gleichzeitig befahren, da die Straße für Begegnungsverkehr mit Bussen nicht breit genug ist.

Auswirkungen auf die Buslinie 856

Die Buslinie 856 führt sowohl über den Berkumer Weg als auch über die Oberdorfstraße, somit ist eine Überarbeitung der Linienführung nur sinnvoll, wenn diese beiden Punkte mit einbezogen werden.

Laut Verkehrsplaner für den ÖPNV beim Rhein-Sieg-Kreis würde die Höchstgeschwindigkeit von 30km/h und das vorrangige Nebeneinanderherfahren der Radfahrer auf dem Berkumer Weg zu längeren Fahrzeiten der Busse führen. Dies wiederum hätte negative Auswirkunken auf die Anschlussverbindungen in Mehlem und muss, insbesondere mit Blick auf ÖPNV nutzende Fahrgäste auf dem Weg zur Arbeitsstelle, unbedingt vermieden werden. So laufen in enger Abstimmung der Gemeinde Wachtberg mit den Verkehrsplanern des Rhein-Sieg-Kreises und dem zuständigen Verkehrsunternehmen Regional Verkehr Köln (RVK) Überlegungen, die Linienführung 856 zu ändern.

Linie 856

Aus Oedingen kommend hält die Linie 856 jetzt wie folgt: … Berkum: EKZ - Rathaus - Schulzentrum - Gimmersdorf: Berkumer Weg - Hermesgarten - Ließem: Am Köllenhof ... Die neue Linienführung 856 könnte wie folgt aussehen: … Berkum: EKZ - Rathaus - Seniorenpark - Gimmersdorf: (alt: Berkumer Weg) neu: Kommunalweg - Hermesgarten - Ließem: Am Köllenhof … Die Verlegung der Linienführung würde bedeuten, dass künftig die Schulkinder nicht mehr direkt am Schulzentrum aussteigen, sondern einen kurzen Fußweg zur Schule gehen müssten: Entweder von der Haltestelle Rathaus oder von der Haltestelle Seniorenpark aus. Die Gemeinde Wachtberg prüft nun, welche baulichen sowie sicherheitsrelevanten Maßnahmen für den neuen Schulweg zu erfüllen wären. So wäre zum Beispiel dann an der Haltestelle Seniorenpark eine Fußgängerampel vorgesehen, damit die Kinder sicher die Straße überqueren könnten. Auch Lotsendienste zu den Schulanfangs- und -endzeiten sind denkbar.

Ausbau der Haltestellen

Zu beachten ist, dass aktuell schon die Haltestellen am Rathaus ausgebaut werden. Neben barrierefreien Aspekten war bei den Planungen auch räumlich bereits berücksichtigt worden, dass dort gegebenenfalls eine größere Anzahl Schulkinder aus- und einsteigen könnte. Weiter geplant ist, die Berkumer Haltestellen Seniorenpark auszubauen, ebenso die Haltestellen Berkumer Weg in Gimmersdorf, wobei diese auf den dortigen Kommunalweg verlegt werden müssten. Bei jedem Aus- und Umbau von Bushaltestellen werden zudem Sicherheitseinrichtungen, wie Beleuchtung, Zuwegung, Aufstellfläche etc., mit eingeplant.

ÖPNV-Planungen sind ein langwieriger Prozess

Erst wenn alle Schritte abgeschlossen, alle beteiligten Behörden, wie u.a. Polizei und Experten*innen des Zukunftsnetz Mobilität NRW, gehört worden sind, wird die Gemeinde Wachtberg zusammen mit den ÖPNV-Verkehrsplanern des Rhein-Sieg-Kreises und der RVK eine Änderung der Linienführung der 856 beschließen. Dabei machen die Verkehrsplaner nochmals deutlich: Es ist ein langwieriger Prozess. Bei der Angebotsgestaltung geht es darum, den Fahrplan und alle baurechtlich, verkehrsrechtlich sowie sicherheitsrechtlich damit verbundenen Maßnahmen so auszurichten, dass es für alle Fahrgäste zufriedenstellend ist, gleichermaßen für Schüler*innen wie für Berufspendler*innen, für Senioren*innen, Familien und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen. Nur das kann eine für alle akzeptable Lösung sein.

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

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