Politik | 07.09.2021

Leserbrief

Wie kommt Bad Neuenahr- Ahrweiler durch den Winter?

In der letzten Ausgabe von BLICK aktuell wird zurecht die Frage gestellt, wie das Ahrtal durch den nächsten Winter kommt. Hierbei ist die Gasversorgung für das gesamte Tal sicherlich nur ein Teilaspekt, aber für die Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ein sehr gewichtiger.

Wenn die evm in dem Artikel unterstreicht, dass „bis Ende Oktober rund 57 Prozent der Kunden wieder versorgt werden können“, hört sich das erstmal gut an. Allerdings fragt man sich, wie sie die Gruppe der „Kunden“ definiert haben? Das oft genannte Gebiet „nördlich der Ahr“ umfasst auf alle Fälle große Teile der einwohnerstärksten Stadtteile Bad Neuenahr und Ahrweiler, sowie Walporzheim. Bezogen auf die Kreisstadt kann man daher sicherlich nicht von einer solch hohen Versorgungsquote sprechen.

Besonders bemerkenswert ist der Beitrag von Herrn Hoppenz als Geschäftsführer der Ahrtal-Werke. Er stellt in Aussicht, dass „Ersatzkonzepte zur Wärmeversorgung wie Strom, Flüssiggas oder Fernwärme – dauerhaft oder als Interimsversorgung“ angeboten werden. Mit dieser mutmachenden Nachricht habe ich mich als langjähriger Strom- und Gaskunde der Ahrtal-Werke an deren Hotline gewandt. Dort hat man mir auch frohen Mutes angekündigt, mir gerne bereits kurzfristig ein Angebot zur Versorgung mit Fernwärme zu unterbreiten.

Leider wurde dieser Optimismus getrübt, als ich mitgeteilt habe, dass ich im Stadtteil Ahrweiler lebe, wo keine Fernwärmetrasse vorhanden ist. Leider könnte man daher nichts für mich tun. Kein Angebot von Flüssiggas oder Stromheizungen.

Man ist also auf sich alleingestellt. Das werden viele sicherlich auch schaffen, ich möchte aber zu bedenken geben, dass es Menschen in der Stadt gibt, die aufgrund ihrer persönlichen Situation nicht in der Lage sind, sich einen teuren Flüssiggastank aufstellen zu lassen oder einfach aufgrund der baulichen Situation in den engen innerstädtischen Lagen die Sicherheitsabstände für solche Tanks nicht einhalten können.

Da bleibt leider der Beigeschmack, dass die Ahrtal-Werke die Flutkatastrophe als große Chance sehen ihr Fernwärmeprojekt nun endlich unter die Leute zu bringen, wo dies möglich ist. Eine durchgehende Versorgung der Gesamtbevölkerung aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ich werde mir ernsthaft überlegen, ob ich weiterhin den lokalen Energieversorger als heimatverbundener Kunde unterstützen möchte, wenn dieser offensichtlich nur eine eigene Agenda fährt, die auch in Kauf nimmt, dass viele Haushalte im Winter kalt bleiben werden.

Abschließend möchte ich anregen, dass die städtische Verwaltung sich damit auseinandersetzt, wie auch diejenigen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt erreicht werden können, die nicht die Mittel für einen Flüssiggastank haben. Dies würde ich aus Sicht der städtischen Verwaltung als Teil der Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sehen.

Wäre es nicht zumindest möglich gewesen, die Erdgasversorgung der Quartiere mit Insellösungen wieder herzustellen, die nicht direkt von der Flut betroffen waren? Das würde die Not zumindest hinsichtlich des kommenden Winters in Teilen „nördlich der Ahr“ reduzieren.

Martin Rick,

Bad Neuenahr-Ahrweiler

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