Politik | 26.02.2018

Verbandsgemeinde Dierdorf verliert schuldlos knapp 160.000 Euro

Windparkplanung vom Gesetz verweht

VG-Rat einstimmig für Ende des Verfahrens – Feuerwehren verschmelzen

Dierdorf. Vom Gesetz verweht wurden die Pläne und Untersuchungen für Windparks in der Verbandsgemeinde Dierdorf. Damit gehen fast 160.000 Euro an bereits investierten Kosten schuldlos verloren. Und das kam so: Für die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung genoss ab 2011 das Windrad oberste Priorität, zuweilen sogar in Naturschutzgebieten. Jedoch hatte die Verbandsgemeinde Dierdorf etwas gegen die Verspargelung ihrer Landschaft und wollte daher Gebiete für Windenergie ausweisen, damit die Anlagen konzentriert auf einer oder mehreren Flächen stehen. Und so beschloss der Rat 2015 eine Standortuntersuchung Windenergie mitsamt einer artenschutzfachlichen Vorprüfung. Für Windparks müssen jedoch Teile des Flächennutzungsplans geändert oder neu aufgestellt werden. Dafür bekam die Arbeitsgemeinschaft Geisler/Thannberger-Wittenberg einen entsprechenden Auftrag, der bisher knapp 160.000 Euro beansprucht hat. 2016 kam durch die Landtagswahl die FDP mit in die Regierung und wollte die Begeisterung fürs Windrad nicht mittragen. Also wurden die Bedingungen für Windparks so verschärft, dass keine Vorrangflächen mehr für die Windenergienutzung ausgewiesen werden können.

So sind alle bisherigen Planungen und Untersuchungen Makulatur. Selbst die Arbeitsgemeinschaft sieht keine Möglichkeit zur Fortführung des Verfahrens und bat um einvernehmliche Aufhebung der abgeschlossenen Verträge. Diese und auch die Aufhebung des ruhenden Aufstellungsverfahrens des Teil-Flächennutzungsplanes Windenergie genehmigte der Verbandsgemeinderat einstimmig auf seiner jüngsten Sitzung. „Weitere Planungen kosten nur Geld und bringen keine Ergebnisse“, erklärte VG-Bürgermeister Horst Rasbach und weiter: „Wir hoffen, dass Interessenten keine Einzelfalllösung anstreben. Bei den Windkraftanlagen haben wir für eine absehbare Zeit Ruhe“, meinte der Bürgermeister.

Außerdem vergab der VG-Rat einen Auftrag, um mit der IT-Technik die Netzwerkinfrastruktur im VG-Rathaus zu erneuern. Es müssen also jede Menge Kabel verlegt werden. Auf die Ausschreibung gab nur die Firma Elektro-Böhm, Großmaischeid ein Angebot über knapp 94.400 Euro ab. „Es könnten aber 95.000 Euro werden“, erläuterte Horst Rasbach, „da wir keine Kabel durch den Aufzugschacht legen dürfen. Also muss durch Decken gebohrt werden.“ Dem Auftrag an die Firma Elektro-Böhm gab der Rat einstimmig sein Votum. Vier Architekten aus Koblenz, Heiligenroth und Andernach werden eingeladen zu einem Verfahren zur Planung eines neuen Verwaltungs- oder Bürogebäudes mit einem Bruttorauminhalt von mindestens 2.500 Kubikmeter umbauten Raum.

Feuerwehr Kausen in Feuerwehr Großmaischeid integrieren

Die Feuerwehr Kausen besteht nur noch aus fünf Leuten mit einem relativ hohen Alter. Deshalb soll die Feuerwehr Kausen in die von Großmaischeid integriert werden. „Das ist schade, denn die Kausener Wehr hat sich jahrelang um Nachwuchs bemüht“, bedauert Horst Rasbach den Zusammenschluss, dem der Großmaischeider Gemeinderat bereits zugestimmt hat. Dem folgte auch der VG-Rat, Feuerwehrfahrzeug und Ausrüstung bleiben jedoch in Kausen. HEP

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