Die Interessengemeinschaft Ruitsch verzeichnet als eingetragener Verein 170 Mitglieder
„Wir haben schon sehr viel erreicht“
Ortsvorsteher Günter Martin und seine Kollegen wollen im Polcher Stadtteil auch in der Zukunft viel bewegen
Ruitsch. Seit Anfang Dezember geht es im schmucken Polcher Stadtteil Ruitsch wieder weihnachtlich zu. Die Interessengemeinschaft Ruitsch (IGR) zeichnet seit einigen Jahren für das Aufhängen der Beleuchtung verantwortlich. Und sorgt dafür, dass sich die immerhin 580 Einwohner (diese Zahl steigt in der jüngeren Vergangenheit konstant) wohlfühlen können. Doch nicht nur das: Bereits seit 2002 richtet die IGR das Aufstellen des Maibaums aus, 2003 wurde der Bildstock an der Alten Schule errichtet, viele Jahre standen Adventsnachmittage für Senioren auf dem Programm, um nur einige der zahlreichen Aktionen aufzuzählen.
Im November hat es die immerhin 104. Vorstandssitzung gegeben. Seit vielen Jahren versucht die IGR erfolgreich, das Leben im beschaulichen Ruitsch noch lebenswerter zu machen. „Die IGR ist ein eingetragener Verein mit 170 Mitgliedern“, erklärt Pressereferentin Sabine Kalter. Die Gründungsversammlung der IGR fand im Januar 2002 auf Initiative von Rudi Adler, Walter Daum, Helmut Hermen, Günter Martin, Helmut Riehl, Markus Rippel, Rudi Rühle, Harald Schneider und Dieter Rothweiler statt.
Als erster Ortsvorsteher (mit damals fünf Ortsbeiräten) fungierte Helmut Riehl. Der Ortsvorsteher heißt mittlerweile Günter Martin, ein 60-jähriger Versicherungskaufmann. Aus den fünf sind sechs Ortsbeiräte geworden, Harry Schneider vertritt die Interessen als gewähltes Stadtratsmitglied.
Über zehn Jahre lang sorgten im Stadtteil Ruitsch die Seniorenfahrten für Abwechslung, vor vier Jahren sind sie vom „Tag der IGR“ abgelöst worden. An einem Wochenende im Juni wird gemeinsam gewandert, gegrillt und gefeiert.
In der Vergangenheit restaurierten die Mitglieder die Schutzhütten im Nettetal, stellten bei einer „RWE-Aktion“ auf dem Spielplatz 20 bis 25 Helfer zur Verfügung. Bei einer weiteren Aktion sind Sitzbänke rund um den kleinen Stadtteil angebracht worden.
Für Martin, der 2007 zum Ortsvorsteher berufen und zwei Jahre später im Amt bestätigt wurde, sind im Vergleich zu früher die Ziele gleich geblieben: „Wir haben schon sehr viel erreicht, aber wir wollen die Interessen des Stadtteils noch besser vertreten.“ Die Probleme verschweigt er nicht: Es gibt schon längere Zeit keine Gastronomie mehr, ein adäquates Bürgerhaus wie „etwa in Kerben für 60 bis 80 Leute“ bleibt wohl Wunschdenken, die Jahreshauptversammlungen finden derzeit im Pavillon auf dem Dorfplatz statt.
„Wir können froh sein, dass wir das alte Kassenhäuschen der Raiffeisenbank Ochtendung zum Bürgertreff off’m Eck umfunktioniert haben“, so Martin. „Es ist das kleine Kind der Dorfgemeinschaft, ohne es würden wir alt aussehen.“
So gibt es für den Bürgerstammtisch, bei dem sich die Einwohner am zweiten Freitag im Monat zu einem gemütlichen Meinungsaustausch treffen, zumindest einen Veranstaltungsort. Der kleine Bürgertreff wird auch von den Vereinen und Gruppierungen genutzt, bietet jedoch wegen seiner geringen Größe für die Zukunft keine Perspektive.
Über zehn Jahre lang sorgten die Seniorenfahrten für Abwechslung, vor vier Jahren sind sie vom „Tag der IGR“ abgelöst worden. Foto: Privat
Ortsvorsteher Günter Martin und Pressereferentin Sabine Kalter am 2012 errichteten geographischen Mittelpunkt des Kreises Mayen-Koblenz. Foto: SK
Bei Bildstöcken legten die Mitglieder oft selbst Hand an. Foto: Privat
